Friedrich Nerdel

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Friedrich Nerdel (* 30. April 1910 in Bad Schwartau; † 8. Oktober 1969 in Berlin) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer. Er war Professor für Theoretische Organische Chemie an der Technischen Universität Berlin.

Leben

Nerdel studierte ab 1929 Chemie an den Universitäten Hamburg, Freiburg und Greifswald. 1934 wurde er an der Universität Greifswald mit einer Arbeit über die Umlagerung cyclohexylsubstituierter Pinakone promoviert. Anschließend blieb er dort zunächst als Assistent tätig.[1]

Von 1937 an arbeitete Nerdel mehrere Jahre in der Industrie bei Schimmel & Co. in Miltitz bei Leipzig. Danach wechselte er an die Universität Breslau. Dort habilitierte er sich 1944 mit einer Arbeit über neue Reaktionen von Nitrilen und wurde im selben Jahr Privatdozent.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Nerdel an die Technische Universität Berlin. Vom 1. April 1946 bis Oktober 1949 war er dort Privatdozent für Theoretische Organische Chemie und Oberingenieur am Lehrstuhl für Organische Chemie. Am 12. Oktober 1949 wurde er zum Extraordinarius berufen. Vom 7. September 1959 bis zu seinem Tod 1969 war er Ordinarius für Theoretische Organische Chemie an der Technischen Universität Berlin.[1]

Zu seinen Schülern und Mitarbeitern gehörten unter anderem Günter Kresze und Bernhard Schrader. Schrader wurde 1960 an der Technischen Universität Berlin promoviert und arbeitete in dieser Zeit im Umfeld Nerdels und Kreszes. Gemeinsam mit Nerdel veröffentlichte Schrader später das Lehrbuch Organische Chemie. Ein Lehrbuch für Naturwissenschaftler, Mediziner und Techniker.[2]

Forschung und Lehre

Nerdel vertrat an der Technischen Universität Berlin das Fach Theoretische Organische Chemie. Zu seinen wissenschaftlichen Arbeitsgebieten gehörten die Beziehungen zwischen Geruch und chemischer Konstitution, Fragmentierungsreaktionen von Carbonylverbindungen sowie die Bildung von Dihalogencarben.[1]

Neben seiner Forschung war Nerdel auch in der akademischen Selbstverwaltung tätig. Von 1964 bis 1966 war er Dekan der Fakultät II für Allgemeine Ingenieurwissenschaften der Technischen Universität Berlin, anschließend von 1966 bis 1967 Prodekan. Außerdem war er Vorsitzender des Hauptförderungsausschusses des Akademischen Senats und Vorsitzender des Studentenwerks Berlin-Charlottenburg.[1]

Lehrbuch der Organischen Chemie

Nerdel war gemeinsam mit Bernhard Schrader Autor des Lehrbuchs Organische Chemie. Ein Lehrbuch für Naturwissenschaftler, Mediziner und Techniker. Das Werk erschien bei De Gruyter und wurde mehrfach neu aufgelegt. Es richtete sich insbesondere an Studierende der Naturwissenschaften, Medizin und Technik, die eine kompakte Einführung in die Organische Chemie benötigten.[2]

Aus diesem Lehrbuchzusammenhang entwickelte sich später auch Schraders Kurzes Lehrbuch der Organischen Chemie, das nach Nerdels Tod in überarbeiteter Form weitergeführt wurde.

Schriften Auswahl

  • Friedrich Nerdel: Über die Umlagerung cyclohexylsubstituierter Pinakone. Dissertation, Universität Greifswald, 1934.
  • Friedrich Nerdel, Bernhard Schrader: Organische Chemie. Ein Lehrbuch für Naturwissenschaftler, Mediziner und Techniker. De Gruyter, Berlin, mehrere Auflagen.
  • Bernhard Schrader, Friedrich Nerdel, Günter Kresze: Einfache Einrichtung zur Aufnahme der Raman-Spektren von Festkörpern. In: Fresenius’ Zeitschrift für analytische Chemie, Band 170, 1959, S. 43–55.

Literatur

  • Technische Universität Berlin, Catalogus Professorum: Friedrich Nerdel.
  • Friedrich Nerdel, Bernhard Schrader: Organische Chemie. Ein Lehrbuch für Naturwissenschaftler, Mediziner und Techniker. De Gruyter, Berlin.
  • Friedrich Nerdel. In: Catalogus Professorum der Technischen Universität Berlin.

Einzelnachweise

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