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Friedrich Schoell

preußischer Historiker, Philologe, Bibliothekar und Diplomat (1766–1833) From Wikipedia, the free encyclopedia

Maximilian Samson Friedrich Schoell (* 8. Mai 1766 in Harskirchen; † 6. August 1833 in Paris) war ein preußischer Diplomat, Schriftsteller, Publizist, Historiker, Verleger und Buchhändler.

Biografie

Schoell verlebte seine erste Jugendzeit in Saarbrücken, wo sein Vater, ein Onkel der Friedrike Brion, als Regierungsrat tätig war. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1773 zog er mit seiner Mutter und zwei Geschwistern nach Buchsweiler im Elsass und besuchte dort das Gymnasium. Ab 1780 studierte er klassische Literatur, Rechtswissenschaft, neuere Geschichte und Politik in Straßburg. Er erhielt eine Stelle als Hofmeister in der livländischen Familie von Kroock und dadurch die Möglichkeit, seine Studien noch fünf Jahre ohne Geldsorgen fortzusetzen. 1788 und 1789 bereiste er ganz Italien und das südliche Frankreich. Als Anhänger der Französischen Revolution war er von 1791 bis 1793 Mitglied der neuen Regierung in Straßburg, musste 1793 vor den Jakobinern um Eulogius Schneider nach Basel fliehen. 1794 übernahm er die Leitung der Decker'schen Buchhandlung und der „Südpreußischen Zeitung“ in Posen. Im Sommer 1795 kehrte er ins Elsass zurück, heiratete im September 1796 und übernahm die Leitung der Buchhandlung und Buchdruckerei von Jakob Decker in Basel, die 1801 in Schoells Besitz überging und den Namen „Schoell et Comp.“ bekam. 1803 wurde die Firma als „Levrault, Schoell et Co.“ nach Paris verlegt, wo sie bis 1806 bestand. Auf Vorschlag Alexander von Humboldts trat er 1814 als Diplomat in preußische Dienste und wurde bald danach zum königlichen Hofrat ernannt. 1815 wurde er nach Wien berufen. Nach dem zweiten Pariser Frieden blieb er in Paris. 1819 wurde er von Hardenberg als Geheimer Oberregierungsrat und vortragender Rat beim Staatskanzler und beim Staatsministerium nach Berlin berufen. Dort war er auch Mitglied der Oberzensurkommission. Hardenberg ließ sich von ihm auf allen Reisen begleiten. Nach Hardenbergs Tod im Jahr 1822 bereitete er die Veröffentlichung von dessen Erinnerungen vor, die später von Ranke herausgegeben wurden. Er blieb im preußischen Dienst, widmete sich aber vorrangig seinen literarischen Tätigkeiten. 1830 kehrte er nach Paris zurück.

Publikationen (Auswahl)

  • Histoire abrégée de la littérature grecque, Paris 1813
  • Recueil de pièces officielles destinées à détromper les François sur les événemens qui se sont passés depuis quelques années, 2. Campagne de 1814, Paris 1814
  • Acte du congrès de Vienne du 9. Juin 1815, Paris 1815
  • Histoire abrégée des traités de paix entre les puissances de l'Europe, Paris 1817
  • Archives historiques et politiques, Paris 1818
  • Histoire abrégée de la litterature Romaine, Paris 1818
  • Entwurf eines historischen Gemähldes von Europa seit dem Anfange der französischen Revolution bis zum Pariser Frieden von 1815, Duncker und Humblot, Berlin 1826
  • Geschichte der Griechischen Litteratur, Duncker und Humblot, Berlin 1828
  • Cours d'histoire des états Européens, Paris 1831
  • Cours d'histoire des états Européens: Histoire du XVIII Siècle, Band 2, Duncker und Humblot, Berlin 1832

Literatur

  • Wilhelm Feldmann: Schöll, Maximilian Samson Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 54. Duncker & Humblot, Leipzig 1908, S. 138–139 (deutsche-biographie.de).

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