Friedrich Schramm (Regisseur)

deutscher Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant From Wikipedia, the free encyclopedia

Siegfried Friedrich Schramm (26. Januar 1900 in Frankfurt am Main25. Januar 1981 in Basel)[1] war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Intendant. Er war Direktor am Stadttheater Basel und Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden sowie der Internationalen Maifestspiele in Wiesbaden.

Leben und Wirken

Schramm wurde als Sohn des aus Westpreußen stammenden Opernsängers Hermann Schramm und der Schauspielerin Else Otto (1871–1951) geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und wurde 1922 über Theaterrecht an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Dr. jur. promoviert.[2]

Bereits während des Studiums wirkte er ab 1921 als Schauspieler, Regieassistent und Regisseur am Landestheater Darmstadt unter Gustav Hartung. Im Jahr 1923 holte ihn Heinz Tietjen an das Stadttheater Breslau. Anschließend wirkte er ab 1924 als Oberregisseur der Oper der Vereinigten Theater Duisburg-Bochum, bevor er 1926 als Oberspielleiter der Opernsparte an das Stadttheater Düsseldorf wechselte.[1][2][3]

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Schramm 1934 als sogenannter „Halbjude“ entlassen und aus der Reichstheaterkammer ausgeschlossen. Daraufhin emigrierte er in die Schweiz, wo er von 1934 bis 1937 Oberspielleiter am Stadttheater Basel war. 1937 folgte ein weiterer Wechsel an das Deutsche Theater Prag. Dort inszenierte er erstmals C. M. von Webers Oberon[3] sowie die Uraufführung der ersten Zwölfton-OperKarl V. von Ernst Krenek.[4] 1939 musste er aus Prag flüchten. Er gelangte über Ungarn, Italien und die Schweiz nach Frankreich und etablierte sich als Obstbauer in Plascassier. Mehrfach wurde er interniert.[2]

Ab 1946 konnte Schramm wieder als Regisseur arbeiten, zunächst als Gastregisseur am Stadttheater Bern, am Stadttheater Luzern und am Opernhaus Zürich.[2] Ebenfalls ab 1946 wirkte er als Regisseur am Stadttheater Basel, dessen Direktor er 1950 wurde. Diese Position hatte er bis zur Spielzeit 1952/53 inne sowie (nach seiner Zeit als Intendant in Wiesbaden) erneut von 1962 bis 1968.[2][5] In Basel inszenierte er über 100 Opern, darunter die Uraufführung von Rolf Liebermanns Leonore 40/45 und auch zahlreiche Schauspielaufführungen.[2]

1953 wurde er als Intendant des Hessischen Staatstheaters nach Wiesbaden berufen, wo er moderne Akzente setzte, indem er in Deutschland bislang eher unbekannte Werke zur Aufführung brachte.[2] Als Intendant der Maifestspiele baute er die Kontakte nach Osteuropa aus.[1]

Schramm inszenierte als Gast international unter anderem in Berlin, Stuttgart, Paris, Mailand, Venedig, Amsterdam, Bordeaux, Ankara, Belgrad oder Buenos Aires.[2] So zum Beispiel in den Jahren 1948 und 1949 am Londoner Royal Opera House den kompletten Nibelungenring, Tristan und Isolde sowie Fidelio,[6] am Teatro dell’Opera di Roma Salome (1959) und Tristan und Isolde (1960)[7] oder am Grand Théâtre de GenèveTannhäuser (1973).[2] Im Jahr 1974 beendete er seine Bühnenlaufbahn.[2]

Schramm hatte zudem von 1965 bis 1972 die Leitung der Opernschule der Musik-Akademie der Stadt Basel inne.[2]

Privates

1942 heiratete Schramm Ruth Fusbahn.[8] In zweiter Ehe war er mit der Sopranistin Olga Tschörner (1897–1969) verheiratet.[2]

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

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