Friedrich Wilhelm Haardt
österreichischer Politiker
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Friedrich Wilhelm Haardt (* 17. Juli 1816 in Remscheid, Rheinprovinz, Preußen (heute Nordrhein-Westfalen); † 5. Juni 1902 in Wien[1]) war Fabrikbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]
Leben
Friedrich Wilhelm Haardt war Sohn des Schmieds Jakob Haardt. Er war zunächst Gewerbegerichtssekretär, schon vor 1850 Kaufmann in Remscheid und ab 1850 Vertreter der Nürnberger Maschinenfabrik und Eisengießerei Klett & Co. in Wien, danach Feilen-, Sägen- und Schraubenfabrikant, allerdings gab er diesen Geschäftszweig Ende der 1860er Jahre auf. Ab 1861 war er auch mit der Erzeugung von verzinkten Metallwaren (Kochgeschirr, u. a. Kochkessel für die Armee), später auch von Emailwaren in Wien beschäftigt, ab 1871 bei Haardt & Co. Im Jahr 1873 eröffnete er eine Fabrik in Knittelfeld (Steiermark), weitere Betriebe wurden von ihm ab 1889 in St. Michael an der Mur (im Bezirk Leoben, Steiermark) und ab 1892 in Neschwitz/Nebočany (heute Nebočady, Bezirk Tetschen, Böhmen) eröffnet. Die beiden steirischen Betriebe waren ab 1894 Teil der AG der Emaillierwerke und Metallwarenfabriken „Austria“. Ab der Gründung im Jahr 1871 war er auch Großaktionär der Erzgebirgischen Eisen- und Stahlwerksgesellschaft und ab 1888 auch der Mannesmann-Röhrenwalzwerke AG in Komotau/Chomutov (Böhmen).
Er war von 1883 bis 1890 Vizepräsident der Handels- und Gewerbekammer Wien und Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse und des Franz-Josephs-Ordens.[3]
Er starb am 5. Juni 1902 im Alter von 85 Jahren in seiner Wohnung in der Schottengasse 3 in Wien, laut Sterbebuch an „Altersschwäche“. Er wurde in der evangelischen Kirche in der Dorotheergasse eingesegnet und in der Familiengruft am Matzleinsdorfer evangelischen Friedhof begraben.[4]
Er war evangelisch A.B. und verheiratet mit Louise Henriette Angermund († 1884), mit der er mindestens fünf Töchter und vier Söhne hatte, wobei drei Töchter und ein Sohn jung verstorben sind und ein weiterer Sohn im Jahr 1895 verstorben ist.
Friedrich Wilhelm Haardt war von 1875 bis zu seiner Mandatsrücklegung im Jahr 1877 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (III. Wahlperiode), als liberaler Abgeordneter der Handels- und Gewerbekammer. Von 1873 bis 1879 war er Gemeinderat von Wien.[5]
Politische Funktionen
Friedrich Wilhelm Haardt war vom 30. November 1880 bis zum 23. April 1885 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Handels- und Gewerbekammer Wien zuständig. Er war der Nachfolger des zurückgetretenen Rudolf von Isbary.
Klubmitgliedschaften
Friedrich Wilhelm Haardt war ab 1880 Mitglied im Klub der Liberalen und ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken.
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 67
- Politische Chronik – Die „vereinigte Linke“. In: Das Vaterland, 21. November 1881, S. 1 Mitte (online bei ANNO).
- Kleine Chronik – † Friedrich Wilhelm Haardt. In: Neue Freie Presse (Morgenblatt), 6. Juni 1902, S. 5 links unten (online bei ANNO).
- Parte. In: Neue Freie Presse (Morgenblatt), 6. Juni 1902, S. 18 links oben (online bei ANNO).
- Friedrich Wilhelm Haardt †. In: Neues Wiener Journal, 6. Juni 1902, S. 4 rechts oben (online bei ANNO).
- Todesfälle. In: Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 5. Juni 1902, S. 4 rechts (online bei ANNO).
- Haardt Friedrich Wilhelm In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 156–157 (online bei ANNO).
Weblinks
- Haardt, Friedrich Wilhelm, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments