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Friedrich Wilhelm Offermann

deutscher Unternehmer und Kommunalpolitiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Friedrich Wilhelm Offermann, auch Friedrich oder Fritz Offermann senior (* 23. Mai 1851 in Bensberg; † 9. Dezember 1932 ebenda), war ein deutscher Lederwarenfabrikant und Kommunalpolitiker in Bensberg, heute Stadtteil von Bergisch Gladbach im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Historische Bauten der von Friedrich Offermann gegründeten Firma in Bensberg
Friedrich Offermann mit Gesellen. Originalfragment aus einem Wandgemälde an der ehemaligen Gerberei. Barthel Gille, um 1935

Leben und Wirken

Friedrich Wilhelm Offermann, Rufname Fritz, wurde im Jahr 1851 in Bensberg als Sohn des Lohgerbers Jacob Offermann (1817–1896) und dessen Ehefrau Maria Anna Krings geboren.[1] Ab 1870 entwickelte er gemeinsam mit seinem Bruder und später mit seinen Söhnen den Handwerksbetrieb seines Vaters im Bensberger Ortsteil Hundsiefen zu einem Unternehmen, das Leder und Lederwaren industriell fertigte und heute noch vertreibt. Die Firma wurde unter der Bezeichnung Friedrich Offermann & Söhne bekannt.[2][3][4]

Offermann hatte als Mitglied im Bensberger Gemeinderat von 1896 bis 1919 wesentlichen Anteil an der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der Gemeinde. Insbesondere wurde seine Beteiligung am sogenannten „Bürgermeisteraufstand“ in Kooperation mit dem späteren Bürgermeister Wilhelm Darius hervorgehoben, bei dem Ende November 1919 der autokratisch agierende Bürgermeister Karl Klee zum Rücktritt gezwungen und dadurch der Weg für die ersten demokratischen Bürgermeisterwahlen in Bensberg frei gemacht wurde.[5]

Würdigung

Im Jahr 1942 wurde die Friedrich-Offermann-Straße nach Friedrich Offermann senior benannt.

Familiengrab Offermann in Bensberg

Familie

Friedrich Offermann heiratete 1882 Katharina Gieraths (1860–1945). Das Ehepaar hatte mindestens 11 Kinder, darunter die Söhne Friedrich Wilhelm, genannt Fritz junior (1885–1957), Joseph (1887–1915), Jakob (* 1889), Wilhelm (* 1891), Heinrich (* 1893), Franz (* 1895), Matthias (* 1896), Hubert (* 1900).[1]

Das vom bekannten Architekten Bernhard Rotterdam gestaltete Familiengrab befindet sich auf dem Bensberger Friedhof.[6]

Nachfolge

Die Firma wurde und wird von Friedrich Offermanns Nachkommen weitergeführt.[7] Während der Wirtschaftskrise in den 1920er Jahren konnte die Firma mit 145 Beschäftigten den Betrieb aufrechterhalten – im Gegensatz zu den meisten anderen Bensberger Unternehmen.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg gehörte die Firma zu den Lieferanten für Heeresgerät. Sie hatte am 28. Februar 1944 nach Dokumentation in der Reichsbetriebskartei 244 Mitarbeitende.[4] Als Inhaber/Geschäftsführer/Direktoren werden genannt: Wwe. (Katharina) Offermann, F. (Fritz jun.), J. (Jakob), M. (Mathias) und H. (Hubert) Offermann.[8] Nach Kluxen und Bilz existierte in der Nähe des Unternehmens eine Baracke für etwa 40 ukrainische und russische Zwangsarbeiterinnen, die bei Offermann arbeiten mussten.[9][10] Die Firma zahlte später in die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft zur Entschädigung von Zwangsarbeitern ein.[11]

Haus Offermann in Hundsiefen

Haus Offermann

1920 bezog die Familie neben den Fabrikgebäuden eine von Wilhelm Riphahn geplante palaisartige Villa, das heutige Haus Offermann.[12]

Commons: Friedrich Offermann Söhne – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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