Fritz Neidholdt

deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant From Wikipedia, the free encyclopedia

Fritz Adolf Hans Neidholdt (* 16. November 1887 in St. Kilian; † 5. März 1947 in Belgrad, Jugoslawien) war ein deutscher Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde er in Jugoslawien als Kriegsverbrecher verurteilt und hingerichtet.

Generalleutnant Fritz Neidholdt, 369. (kroatische) Infanterie-Division
Der kroatische Regierungschef Nikola Mandić mit General Fritz Neidholt (ca. 1943/44)

Leben

Fritz Neidholdt war Sohn eines protestantischen Pastors und dessen Ehefrau Pauline, geborenePalm. Nach seiner Erziehung im elterlichen Hause und dem Besuch eines Gymnasiums trat er am 30. August 1907 als Fahnenjunker in das 7. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 96 der Preußischen Armee ein und avancierte Ende Januar 1909 zum Leutnant. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Ende März 1915 zum Oberleutnant und im März 1918 zum Hauptmann befördert. Für sein Wirken erhielt er beide Klassen des Eisernen Kreuzes und das Verwundetenabzeichen in Schwarz.

Nach dem Krieg war Neidholdt Teil der Reichswehr und hatte verschiedene Positionen als Kompaniechef und Stabsoffizier inne. Am 1. März 1931 wurde er zum Major, am 1. Juli 1934 zum Oberstleutnant befördert. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 21. Mai 1935 aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Drei Jahre später, am 1. Dezember 1938, trat er als Ergänzungsoffizier der Wehrmacht erneut bei und wurde am 1. März 1939 zum Oberst (E) befördert. Mit Beginn des Überfalls auf Polen („Fall Weiss“) am 1. September 1939 war er als Verbindungsoffizier zur Verfügung des Generals der Luftwaffe beim Oberbefehlshabers des Heeres gestellt.

Ab dem 1. Oktober 1939 wurde er Kommandeur des 322. Infanterie-Regiments, das mit der Grenzsicherung im Osten des eroberten Polens betraut war. Im Frühjahr 1940 nach Frankreich verlegt, nahm er mit dieser Einheit am Westfeldzug teil. Während des Angriffskrieges gegen die Sowjetunion bildete die Einheit im Rahmen der Heeresgruppe Nord den Kern der 285. Sicherungs-Division und im Gebiet des Wolchow eingesetzt. Am 2. Januar 1942 wurde Neidholdt mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Ab dem 1. September 1942 wurde er zum Kommandeur der auf dem Truppenübungsplatz Döllersdorf neu aufgestellten und in Ausbildung befindlichen 369. (kroatische) Infanterie-Division ernannt. Diese Einheit hatte als Rahmenpersonal deutsche Offiziere und Unteroffiziere, die Mannschaften waren kroatische Rekruten. Mit dieser Division war er an den Partisanenkämpfen im ehemaligen Jugoslawien von 1942 bis 1944 beteiligt, unter anderem an den Unternehmen Weiß I, Weiß II, Schwarz und Kugelblitz. Zum 1. Oktober 1942 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor, am 1. Oktober 1943 die Beförderung zum Generalleutnant.

Anfang Oktober 1944 verließ er die Division und wurde in die Führerreserve versetzt, aus der heraus er in der Endphase des Krieges einige rückwärtige Kommandoposten übernahm. Er wurde von britischen Streitkräften gefangen genommen.

Laut der Anklageschrift im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher waren auf seinen Befehl vom 11. September 1944 die Dörfer Zagniezde und Udora zerstört und alle Männer gehenkt worden.[1] Neidholdt wurde nach Kriegsende an Jugoslawien ausgeliefert, dort angeklagt, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Literatur

  • Söding: Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen 7. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 96. Mittler & Sohn, Berlin 1912, S. 226–227.
  • B. Shepherd: Terror in the Balkans. Harvard University Press, 2012, ISBN 978-0-674-06513-0 (englisch, books.google.com).
  • W. Keilig: Die Generale des Heeres. Podzun-Pallas-Verlag, 1983, ISBN 3-7909-0202-0 (books.google.com).

Einzelnachweise

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