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Frühmittelalterliche Körpergräber von Gehrden

Körpergräber aus dem 7. bis 9. Jahrhundert in Gehrden in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die frühmittelalterlichen Körpergräber von Gehrden stammen aus dem 7. bis 9. Jahrhundert und wurden in Gehrden in Niedersachsen gefunden. Sie umfassen sieben Körpergräber aus dem Frühmittelalter, die 2026 bei Bauarbeiten zutage traten.

Die archäologisch freigelegten Körpergräber, 2026

Lage und Entdeckung

Die Grabstellen befanden sich unterhalb einer Straße in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern nahe dem Matthias-Claudius-Gymnasium. Die Fundstelle liegt am östlichen Hang des Burgbergs als Erhebung des Gehrdener Bergs. Entdeckt wurden die Gräber im Juni 2026 von Bauarbeitern, die bei Kanalisationsarbeiten das Erdreich unterhalb einer Straße aushoben.[1] Dabei wurde zunächst ein menschlicher Schädel gefunden. Archäologen, die die Bauarbeiten begleiteten, untersuchten die Fundstelle näher.[2] Etwa einen Meter unter dem Straßenniveau legten sie sieben relativ gut erhaltene Skelette frei. Sie wurden dokumentiert und geborgen.[3]

Die Fundstelle hinter der Baustellenabsperrung

Bestattungen

Unter den sieben Bestatteten waren drei Erwachsene und drei Kinder. Beim schlecht erhaltenen siebten Skelett deutet die Größe auf ein Kind hin. Nähere Erkenntnisse über das Alter der Bestatteten und ihre Todesursachen lagen zunächst nicht vor. Experten vermuten, dass es sich um die Grabstelle einer Familie oder Sippe handelt.

Die für die Fundstelle zuständige Kommunalarchäologin der Region Hannover Ute Bartelt datierte die Bestattungen in die Zeit vom 7. bis 9. Jahrhundert. Darauf, dass die sieben Bestatteten Christen waren, deutet ihre Bestattungsart in Rückenlage und ihre Ost-West-Ausrichtung mit den Füßen im Osten und dem Kopf im Westen hin.[2] Archäologen zufolge ist diese Einschätzung nicht sicher, weil die Positionierung durch die Lage am Berghang auch praktische Gründe gehabt haben könnte.[4]

Die sterblichen Überreste bleiben für künftige wissenschaftliche Untersuchungen erhalten. Langfristig könnte eine öffentliche Präsentation im Stadtmuseum Gehrden erfolgen, dass jedoch seit 2020 wegen einer Sanierung weitgehend geschlossen ist.[4]

Bewertung

Laut der Kommunalarchäologin Ute Bartelt liegt die Fundstelle am östlichen Hang des Gehrdener Bergs in einem Gebiet, das über Jahrhunderte als Gräberfeld genutzt wurde. Bereits in den 1950er Jahren und beim Bau der Einfamilienhäuser wurden dort menschliche Knochen sowie Hunde- und Pferdeskelette gefunden. 1997 fanden sich etwa 300 Meter südlich der Fundstelle die merowingerzeitlichen Körpergräber von Gehrden aus der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Daher seien die 2026 entdeckten sieben Körpergräber Teil eines größeren archäologischen Zusammenhangs.[4]

Durch das heutige Stadtgebiet von Gehrden führte der Hellweg als wichtige Fernverbindung und eine der ältesten Handelsrouten Norddeutschlands. Archäologen nehmen an, dass die Verbindung bereits um Christi Geburt genutzt wurde.[4] Er verlief aus Richtung Leveste über Gehrden nach Ronnenberg und dann über Pattensen weiter nach Hildesheim.[5] Das Gehrdener Gebiet lag in einer etwa zwei Kilometer breiten Engstelle wie ein Nadelöhr zwischen dem Benther Berg im Norden und dem Gehrdener Berg im Süden an der Strecke. Laut Bartelt hätten sich in dem Bereich Menschen niedergelassen und seien auch hier begraben worden.[6]

Commons: Körpergräber Gehrden Hangstrasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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