Fuldaseilbahn Beiseförth

Luftseilbahn zum Überqueren der Fulda im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Fuldaseilbahn Beiseförth war eine etwa 50 Meter lange, einspurige Luftseilbahn zum Überqueren der rund 40 Meter breiten Fulda für Fußgänger oder Fahrradfahrer zwischen dem Malsfelder Ortsteil Beiseförth und dem Morschener Ortsteil Binsförth im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis mit Muskelkraftantrieb. Auf einem Schild vor Ort wurde sie als Seilfähre bezeichnet, was jedoch technisch nicht korrekt ist.

Gesamtansicht der Anlage in Beiseförth

Sie war von Mai 2009 bis Oktober 2025 in Betrieb. Geplant und gebaut wurde die Bahn vom Ingenieurbüro Intium[1] in Melsungen zusammen mit der Firma Reisch[2][3] aus Malsfeld.

In den offenen Stahlkorb passten bis zu vier Personen mit ihren Fahrrädern. Über zwei in der Gondel montierte Handkurbeln betätigten sie einen Antrieb, der die Gondel am Drahtseil hängend in etwa fünf Minuten über die Fulda bewegte. Mit ähnlichen Kurbeln, die an den beiden Verankerungen befestigt waren und die auf ein Zugseil wirkten, konnte bedarfsweise vom Ufer aus der Fahrkorb mit einer Leerfahrt auf die Flussseite geholt werden, an der Fahrgäste einsteigen wollten. Sie war von April bis Ende Oktober in Betrieb, durfte aber nur bei Tageslicht benutzt werden. Die Seilbahn verband zwei Enden des hessischen Radwegs R1 (Fuldaradweg). Von den Herstellungskosten in Höhe von 134.000 Euro[4] übernahm das Land Hessen etwa drei Viertel.

Vor Inbetriebnahme der Seilbahn mussten Radfahrer auf dem Fuldaradweg gemeinsam mit dem Straßenverkehr eine Steigung auf einer befahrenen Landstraße nehmen. Eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke jedoch hätte ein Vielfaches gekostet und wäre deshalb nicht zu realisieren gewesen, sodass die als Attraktion geltende Seilbahn installiert wurde.

Kritiker jedoch wandten ein, dass die Seilbahn sich zu den Hauptverkehrszeiten im Sommer zum ernsthaften Verkehrshindernis entwickeln und Wartezeiten für die Nutzer des Fuldaradweges bedeuten könnte. Außerdem sei das Kosten-/Nutzenverhältnis der Seilbahn fragwürdig, da die Radfahrer durch die Seilbahn lediglich einen kleinen Hügel nicht überwinden müssen. Hinzu komme, dass auch das Kurbeln an der Seilbahn, um auf die jeweils andere Seite zu gelangen, äußerst anstrengend sei und von der Kraftanwendung her durchaus mit dem Überwinden des Hügels vergleichbar sei. Auch die laufenden Kosten und eine ständige Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit könnten ein Problem darstellen, da die Seilbahn außerhalb von Ortschaften liege und Vandalismus die Sicherheit der Passagiere schnell gefährden könne.

Im Sommer 2023 fasste die Gemeindevertretung Malsfeld einen Beschluss, die Seilbahn abzubauen und an gleicher Stelle letztlich doch den Bau einer Brücke anzustreben,[5] der 2025 umgesetzt werden sollte.[6] Im Oktober 2025 wurde die Anlage stillgelegt, nachdem man jetzt den Brückenbau für 2026 in Aussicht hatte.[7]

Einzelnachweise

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