Furaltadon

Gruppe von Stereoisomeren From Wikipedia, the free encyclopedia

Furaltadon ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Nitrofurane, die einen 5-Nitrofuran-Ring enthält und gehört zu den synthetischen Antibiotika.[3] Es wurde 1957 patentiert.[5]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Furaltadon
Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Freiname Furaltadon[1]
Andere Namen
  • 5-Morpholinomethyl-3-(5-nitrofurfurylidenamino)-2-oxazolidinon
  • (±)-5-(Morpholinomethyl)-3-[(5-nitrofurfuryliden)amino]-2-oxazolidinon (WHO)
  • rac-5-[(Morpholin-4-yl)methyl]-3-{[(5-nitrofuran-2-yl)methyliden]amino}-1,3-oxazolidin-2-on
Summenformel C13H16N4O6
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 205-384-5
ECHA-InfoCard 100.004.895
PubChem 9553856
ChemSpider 3316
DrugBank DB16567
Wikidata Q27144914
Arzneistoffangaben
ATC-Code

QJ01XX93

Eigenschaften
Molare Masse 324,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[3]

Schmelzpunkt

206 °C (Zersetzung)[4]

Löslichkeit

sehr schwer löslich in Wasser (0,75 g·l−1 bei 25 °C)[4]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 264270301+312501[3]
Toxikologische Daten

600 mg·kg−1 (LD50, Maus, oral)[3]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Eigenschaften

Furaltadon hat ein chirales C-Atom und liegt als Racemat vor. Die (S)-Form wird Levofuraltadon[1] genannt.

Verwendung

Furaltadonhydrochlorid

Furaltadon wurde insbesondere zur Behandlung von Geflügel eingesetzt. Rückstände dieses Wirkstoffs werden in jeder Konzentration wegen potentiell krebserregender und erbgutschädigender Effekte als gefährlich eingestuft.[6]

Furaltadon wird humanmedizinisch als Antibiotikum für Harnwegsinfektionen eingesetzt.[4] Es wird auch als antiprotozoisches Mittel verwendet.[2] Es wurde erstmals im Oktober 1958 von den Autoren Kefauver, Paberzs und McNamara unter dem Wirkstoffnamen „Furmethonol“ als potenziell nützliches Mittel für die perorale Behandlung systemischer bakterieller Infektionen vorgestellt[7] und 1959 unter dem Präparatenamen Altafur (Eaton Laboratories) im US-Markt eingeführt.[8]

Regulierung

In der Europäischen Union ist die Anwendung von Furaltadon bei Lebensmittel liefernden Tieren seit 1993 verboten. Demzufolge ist kein Präparat auf der Basis dieses Wirkstoffs verkehrsfähig.[6]

Über den Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986 besteht in Kalifornien seit 1. April 1988 eine Kennzeichnungspflicht für Produkte, die Furaltadon enthalten.[9]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI