Fährbetrieb zwischen Hitdorf und Langel
Fährverbindung zwischen Köln-Langel und Leverkusen-Hitdorf am Rhein
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Geschichte
Erste Nachweise für den Fährbetrieb über den Rhein zwischen Hitdorf und Langel, der an dieser Stelle etwa 400 Meter breit ist, gibt es aus dem 15. Jahrhundert.[1] Das Fährrecht wurde nicht bestimmten Personen, sondern einer ganzen Gemeinde zugesprochen, in diesem Falle Hitdorf.[2] Das Hitdorfer Fährrecht wurde 1633 erstmals beurkundet.[3] In der Anfangszeit erfolgte die Fährverbindung nicht mit einer Großfähre, sondern mit flachen Booten wie Nachen.
Zwischen Langelner und Hitdorfer Fährleuten gab es immer wieder Streit und gerichtliche Auseinandersetzungen, ob etwa diejenigen, die Passagiere oder Waren von der einen Seite zur anderen beförderten, auch Personen oder Waren mit zurücknehmen durften. Untersagt wurde, sich gegenseitig die Kundschaft abzujagen, indem man den Fuhrwerken schon weit vor dem Fluss entgegenlief. Auch kam es vor, dass von Passagieren während der Überfahrt ein höherer Preis als vereinbart verlangt wurde; wenn diese nicht zahlen wollten, wurden sie zurückgebracht. Dafür wurde eine Strafe in Höhe von einem Ohm Bier fällig.[4]
Mitte des 18. Jahrhunderts kam es zu einem Streit mit den Langeler Schiffern um das alleinige Fährrecht der Hitdorfer, der sich mehr als 100 Jahre hinziehen sollte.[4] 1825 und 1826 verklagten sich Langel und Hitdorf gegenseitig, die Klage wurde bis zu einem Berliner Cassationsgericht getragen. Es kam in diesen Jahren zu tätlichen Auseinandersetzungen, bei denen das Militär eingreifen musste.[4] 1830 gewährte das Gericht den Hitdorfern das Überfahrtsrecht vom rechten Rheinufer zum linken Rheinufer, nicht aber umgekehrt. Zwölf Jahre später genehmigte die preußische Regierung den Hitdorfer Fährleuten auch den Fährbetrieb vom linken zum rechten Ufer.[5][6] Dieses Fährrecht wurde von der Gemeinde Hitdorf an Privatpersonen verpachtet.[4]
Durch das Aufkommen von Eisenbahn und der Dampfschifffahrt brach die Nachfrage für den Fährbetrieb zunächst ein. Im Zuge der wachsenden Industrialisierung nach 1870 zeigte sich jedoch, dass weiterhin Bedarf bestand, war die Fähre doch die kürzeste Verbindung zwischen dem Bergischen Land und Köln. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es Überlegungen, den Fährbetrieb durch eine Großfähre zu betreiben oder an der Stelle eine Brücke zu bauen. Der Brückenbau wurde aber nicht weiter verfolgt.[1][7]
1924 warb der damalige Hitdorfer Bürgermeister Franz Müller für die Anschaffung einer neuen Fähre, die auch Fahrzeuge transportieren konnte; dahinter stand der Wunsch der IG Farben nach einer Verbindung zwischen Leverkusen und ihrem Werk in Dormagen.[4] Daraufhin schlossen sich Hitdorf, Köln und der Landkreis Solingen-Lennep zu einer Fährgemeinschaft (unter Leitung des Zündholz-Unternehmers Fritz Middelanis[8]) zusammen, die mit 400.000 Reichsmark die Seitenpfortenfähre Hitdorf anschaffte, die 1930 in Betrieb ging, aber 1962 wegen Unwirtschaftlichkeit verkauft wurde. 1962 ging eine neuere Doppelendfähre mit Namen Fritz Middelanis in Betrieb.[4] Ab 1965 erlitt der Fährbetrieb Einbußen durch den Bau der Rheinbrücke Leverkusen.
Am 6. Dezember 2023 havarierte die Fritz Middelanis, wobei die Steuerung ausfiel und vier Passagiere von dem Schiff gerettet werden mussten. Eine Reparatur des 62 Jahre alten Schiffes wurde von der Betreibergesellschaft Rheinfähre Köln-Langel/Hitdorf GmbH als unwirtschaftlich verworfen. In der Folge wurde der Fährbetrieb bis zur Inbetriebnahme des neuen Fährschiffs St. Michael am 29. Juli 2024 zeitweise nicht mehr bedient. Das „neue“ Fährschiff wurde 1954 gebaut und bisher von der Firma „M+S Schiffahrt und Fähren GmbH“ für Sonderaufträge zur Verfügung gestellt.[9] Es ist 35 Meter lang, 12,25 Meter breit und verfügt über eine Maschinenleistung von 360 PS. St. Michael bietet Platz für maximal 250 Personen und 18 Autos mit einem Gewicht von bis zu 32 Tonnen.[5] Für Fußgänger kostet die Überfahrt zwei, für PKWs vier Euro (Stand 2026).[10]
Großfähren
- 1930–1962: Hitdorf[11]
- 1962 – 2023: Fritz Middelanis[12]
- ab 2024: St. Michael[13][14]
Literatur
- Astrid Behrendt: Die Hitdorfer Fähre. Schwimmende Brücke über den Rhein. In: Köln-Bonner. Verkehrsmagazin. Fachblatt zur Geschichte der Köln-Bonner Eisenbahnen und des Verkehrsgeschehens im Großraum Köln-Bonn. Nr. 23. Hürth 2012, S. 50–52.
Weblinks
- Der Hitdorfer und seine Fähre auf hitdorf-lev.de mit Abbildungen der Fährnachen und den drei Größfähren


