Fürstenzug

Porzellanwandbild in Dresden From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Fürstenzug in Dresden ist ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges, aufgetragen auf rund 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan. Das 102 Meter lange, als größtes Porzellanwandbild der Welt geltende Kunstwerk stellt die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1902 in Sachsen herrschenden 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dar. Rechnet man noch den am Schluss des Zuges reitenden Prinzen Georg hinzu, der später auch König wurde, dann ergibt sich eine Gesamtzahl von 35 Herrschern der Wettiner, die im Reiterzug zu sehen sind.

Der Fürstenzug auf der Außenwand des Stallhofs in der Augustusstraße

Der Fürstenzug befindet sich in der Augustusstraße, unweit der Frauenkirche, zwischen dem Georgentor und dem Johanneum. Hier wurde er in der heutigen Form im Jahre 1907 auf der Außenwand des Stallhofs des Dresdner Residenzschlosses angebracht.

Geschichte

Vorlagenzeichnung
Ausschnitt des Sgraffito-Frieses

Schon 1589 schmückte man die äußere Nordwand des gerade entstandenen Stallhofs mit einer Kalkfarbenmalerei.[1] Diese war jedoch im 19. Jahrhundert verwittert. 1865 legte der Historienmaler Wilhelm Walther einen Entwurf zur Neugestaltung vor: ein Festzug der sächsischen Regenten, passend zur bevorstehenden 800-Jahr-Feier des Fürstenhauses der Wettiner im Jahr 1889.[2] Zwischen 1868 und 1872 erstellte Walther eine insgesamt einhundert Meter lange und vier Meter hohe Vorlagenzeichnung mit Kohle auf quadriertem Papier. Diese wird heute, auf Leinwand aufgelegt, in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in vier Zinkrollen gelagert. Die Herstellung des Wandbildes in Sgraffitotechnik, einer Putzkratztechnik, dauerte von 1873 bis 1876. Walther begann im Frühjahr 1873 mit der linken Schrifttafel. Am 8. Juli 1873 konnte die linke Tafel und der darauf dargestellte Herold enthüllt werden. Der Abschnitt bis zur Figur „Otto der Reiche“ wurde bis Ende 1873 fertiggestellt. Am 19. Juli 1876 war das gesamte Kunstwerk vollendet und konnte vollständig enthüllt werden.[3][4]

„Der großartige Sgraffitofries an der 182 Ellen langen Außenwand des alten kgl. Stallhofs auf der Augustusstraße in Dresden, an dessen Ausführung der Historienmaler Wilhelm Walther seit 1872 gearbeitet hat, ist nunmehr vollendet und konnte am 21. Juli vom Akademischen Rath übernommen werden. Bei dieser Gelegenheit überreichte Prinz Georg, der Curator der Kunstakademie, dem verdienstvollen Schöpfer der höchst eigenartigen, in vielfacher Beziehung überaus interessanten Decoration das Ritterkreuz 1. Klasse des Albrechts-Ordens. Das monumentale Kunstwerk […] ist eine neue künstlerische Zierde der Stadt.“

Illustrirte Zeitung vom 5. August 1876[5]

Walther versuchte, Gesichtszüge und historische Einzelheiten so genau wie möglich wiederzugeben, wozu vorab durchgeführte jahrelange Studien in der Gemäldegalerie und im Schloss sowie die Anfertigung von Kartons im Maßstab 1:1 halfen. Der anfänglich gefeierte schwarz-weiße Bilderfries war jedoch nicht sehr witterungsbeständig; um die Jahrhundertwende zeigte er bedeutende Schäden. Im Juli 1901 musste Walther umfangreiche Ausbesserungen am Werk vornehmen, die durch Witterungseinflüsse entstanden waren.[3]

Das Wandbild auf Fliesen

Hinweis auf die Verlegearbeiten der Fliesen im Jahr 1907

„Ein Porzellanfliesen-Gemälde größter Dimension ist zur Zeit in Meißen in Arbeit. Die längs der Augustusstraße in Dresden laufende Wand des sogenannten Stallhauses ist mit einem großen, im Jahre 1874 (sic!) von W Walter ausgeführten Bild ‚Der Fürstenzug‘ geschmückt, in welchem die achthundertjährige Geschichte der Wettiner dargestellt ist. Leider hat die dabei in Anwendung gebrachte Sgraffitotechnik den Witterungseinwirkungen nicht standgehalten, und so hat man sich sich dazu entschlossen, nachdem ein Probestück durchwegs gelungen ist, das ganze, etwa hundert Meter lange Bild in Scharffeuerfarben auf Meißner Porzellanfliesen zu erneuern. Die Kosten sind auf 67.000 Mark[Anm. 1] veranschlagt; aber die Technik der Scharffeuerglasuren bietet die Bürgschaft, daß das Kunstwerk wenigstens gegen klimatische Einflüsse gefeit ist.“

Österreichische Volkszeitung vom 15. Januar 1904[6]

In den Jahren 1904 bis 1907 ersetzte man den beschädigten Fries durch fugenlos angepasste Keramikfliesen der Meissener Porzellanmanufaktur, wobei erstmals ein neues Verfahren zum Einsatz kam, entwickelt vom technischen Leiter der Porzellanmanufaktur Meißen, Oberbergrat Heintze: Die Fliesen wurden zunächst trocken gepresst, bei 1380 °C im Gutfeuer gebrannt und später auf das Normalmaß geschliffen. Danach mit einer Grundfarbschicht überzogen, und nochmals gebrannt. Danach übertrugen Porzellanmaler das Bild auf die Fliesen, wobei die für den Sgrafitto-Fries angefertigten Originalkartons zum Einsatz kamen. Um die Fliesen haltbar zu machen, wurden sie im Scharffeuer nochmals gebrannt. Die Porzellanmanufaktur Meißen benötigte für die einzelnen Brennvorgänge mehrere Brennöfen. Beaufsichtigt wurde die Ausführung vom ehemaligen Vorstand der Malerei in der Manufaktur, Hofrat Sturm. Ihm oblag die schwierige Aufgabe, darüber zu wachen, dass das Sgraffitogemälde sowie dessen ursprünglicher Gesamtausdruck so genau wie möglich auf die Fliesen kam. Als Hofrat Sturm Ende 1904 in den Ruhestand ging, übernahm der stellvertretende Malereivorstand, der Kunstmaler Gruft, die Aufsicht über die künstlerische Ausführung des Fürstenzuges. Im November 1904 wurde mit der Bemalung der Fliesen in der Manufaktur Meißen begonnen und im März 1906 war die letzte Fliese bemalt.[7] Mit der Fliesenbemalung waren insgesamt zehn Maler und zahlreiche Hilfskräfte beschäftigt.[8] Beispielsweise waren das der Malereiinspektor Gruft, Werkmeister Koal, die Figurenmaler Döring, Rose und Quosdorf sowie der Blumenmaler Richter.[9] König Friedrich August III. zeichnete die Mitarbeiter der Porzellanmanufaktur für die „erfolgreiche Beteiligung an der Herstellung des Fliesengemäldes“ mit Orden aus. Er verlieh den Albrechts-Orden an Gruft (Ritterkreuz 2. Klasse) sowie Koal und Döring (Albrechtskreuz). Rose und Quosdorf erhielten das Allgemeine Ehrenzeichen, Richter die Friedrich-August-Medaille in Silber.[9] Darüber hinaus ging das Ritterkreuz 1. Klasse des Sächsischen Verdienstordens an Betriebsdirektor Heintze sowie das Ritterkreuz 2. Klasse des Albrechts-Ordens an Betriebsinspektor Förster.[9]

Das Anbringen der Fliesen

Die ersten Fliesen wurden am 15. April 1907 von Angestellten der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen angebracht.[10] Eine Inschrift an der rechten Oberkante der gesamten Bildwand nennt den Verlegezeitraum. Alle Fliesen wurden in der Manufaktur Meißen auf der Rückseite mit einem System von Buchstaben und Zahlen gekennzeichnet, damit es zu keinen Verwechslungen kommen konnte. Somit konnte jede einzelne Fliese an der richtigen Stelle eingefügt oder später noch ausgewechselt werden.[11] Die Verlegearbeiten vor Ort standen unter der Aufsicht vom Manufakturwerkmeister Koal.[12] Die Verlegearbeiten inklusive der abschließenden Reinigungsarbeiten waren am 2. August 1907 beendet.[13] Am 12. August 1907 wurden die letzten Gerüste abgebaut sowie die Reste der verdeckenden Planen abgenommen. Damit war das Wandgemälde aus Meißner Porzellan erstmalig in ganzer Länge erlebbar.[14]

Während der Arbeiten verstarb König Georg, der den Fürstenzug noch als damaliger Prinz abschließt. Sein Nachfolger, der letzte sächsische König Friedrich August III., sollte später ebenfalls in den Zug aufgenommen werden. Auf Anweisung des damaligen Finanzministers wurde mit Zustimmung von Friedrich August III. darauf verzichtet; das schon historisch gewordene Bild sollte unverändert bestehen bleiben.[1]

Die Luftangriffe auf Dresden am Ende des Zweiten Weltkriegs im Februar 1945 überstand der Fürstenzug weitgehend unbeschadet; das Porzellan hielt die Gluthitze des Feuers aus. Von 1978 bis 1979 wurde das Bild gereinigt und restauriert.[15][16] Dabei waren 212 vom Krieg weitgehend zerstörte Fliesen zu ersetzen. Gleichzeitig ergänzte man 442 Fliesen, die weniger beschädigt waren.[1]

Panorama

Der Fürstenzug von Markgraf Konrad dem Großen im 12. Jahrhundert (links) bis König Georg Anfang des 20. Jahrhunderts (rechts)

Das Bild

Das ganze Werk soll einen Wandteppich darstellen. Oben wird er von 38 unterschiedlich gestalteten Befestigungsknöpfen an einer gedachten Wand gehalten. Unten zieren 38 große und 999 kleine Quasten in unregelmäßigen Abständen das gesamte Bild. Der Lichteinfall auf den Wandteppich kommt von oben links, was deutlich am Schatten der Befestigungsknöpfe erkennbar ist, der Lichteinfall auf dem Bild selbst dagegen von vorne links.

Oberhalb des Frieses setzt sich das Werk mit einem bildlichen Nebenschmuck zwischen den achtzehn Fenstern und darüber fort. Die vielen dekorativen Festons aus Blumen- und Fruchtgewinden wurden hier vom Architekten Weißbach mitgestaltet.[17] Am Fuße der gemalten Säulen findet man Köpfe von Bären, Ebern, Elchen, Füchsen, Wölfen sowie Fischadlern mit ihrer Beute.

In einem Zierrahmen sind sich lang hinziehende Ranken aus unterschiedlichen Blüten, Blättern und Früchten sowie insgesamt 45 Vögel und 9 Schmetterlinge dargestellt.[18] Die Schmetterlinge finden sich dabei nur im oberen Zierrahmen, die Vögel teils oben, teils unten. Eröffnet wird der Zug durch einen Herold zu Pferde, welcher sich halb zum folgenden Zug umwendet. Am linken Rand ist gerade noch eine festlich mit Girlanden umwundene Steinsäule zu erkennen. Der Weg ist sandig und mit Blumen bestreut. Neben zahlreichen Gräsern sind Eichensetzlinge, Eichenzweige, Fingerhut, diverse Distelarten, Maiglöckchen, Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee, Tannenzweige und Fichtenzweige zu erkennen. Rosen liegen ebenfalls auf dem Weg und im Hintergrund sind einzelne Rosenpflanzen sichtbar. Heinrich der Erlauchte trägt eine Zither (Cister) auf dem Rücken. Er war ein Freund des Minnesangs und dieses Detail soll an die Zeit der Minnesänger erinnern. Albrecht II. (der Entartete) trägt keine Kopfbedeckung, sondern einen Rosenkranz auf dem Kopf. Friedrich der Streitbare ist der erste meißnische Fürst im Zug, der mit dem Kurhut geschmückt ist. Unter dem rechten Hinterhuf des Pferdes von August II. (August dem Starken) wird eine blühende Rose zertreten. Dieses Detail gab schon immer Rätsel auf. Vermutlich hat Wilhelm Walther hier diskret auf das Schicksal von Constantia von Cosel aufmerksam machen wollen. Unter dem Pferd von König Johann liegt eine große verlorengegangene Hutfeder, welche aus dem Hutschmuck von Johann Georg I. stammen könnte. Keine der dargestellten Personen trägt einen Ring am Finger, zwei Personen tragen einen Ohrring.

Im Fürstenzug werden insgesamt 94 Personen dargestellt, von ihnen reiten 45 und 49 gehen zu Fuß. Obwohl viele Personen anscheinend intensiv miteinander kommunizieren, ist bei fast allen der Mund geschlossen: der Künstler gab der Gestik den Vorrang. Die einzige sichtbar sprechende Person ist der Köhler Georg Schmidt, Retter des entführten Prinzen Albrecht im Altenburger Prinzenraub, der als mittlere Person hinter Albrecht dem Beherzten schreitet. Sechzehn Personen schauen aus dem Bild heraus und treten mit dem Betrachter in direkten Blickkontakt. Neben den 45 Pferden gibt es noch zwei Windhunde. Somit sind im Fürstenzug vier Tierarten vertreten (Pferde, Hunde, Vögel und Schmetterlinge). Im Zug werden elf Fahnen mitgeführt, außerdem tragen die Instrumente der vier Fanfarenbläser einen Fahnenbehang. Neun Personen haben keine Kopfbedeckung und fünfzig Personen tragen sichtbar einen Bart. Der in der Schlussgruppe befindliche sächsische Bauer hat möglicherweise ein Feuermal oder Muttermal (Nävus) auf der linken Gesichtshälfte.

Die auf dem Fürstenzug dargestellten Personen führen unterschiedliche Waffen mit. Zu sehen sind Hiebwaffen, Stichwaffen, Säbel, das Bajonett, Hellebarden, Speere, Spieße, das Spetum, die Partisane, Dolche, Messer und verschiedene Schwertformen, außerdem Lanzen, Degen, das Florett, Rapiere und das Stilett. Moritz von Sachsen trägt einen Kriegshammer mit Schlagdorn. Bei Johann Georg I. ist erstmals eine Handfeuerwaffe, eine Radschlosspistole, zu sehen. Sie steckt in einem Holfter am Reitsattel. Nachfolgend werden auch andere Schusswaffen wie die Flinte, die Muskete, Vorderladerhandwaffen und Hinterladergewehre getragen. Das Gesamtwerk gibt somit auch einen gewissen Einblick in die geschichtliche Entwicklung von Blank- und Feuerwaffen.

Fakten

Die exakten Abmessungen des gesamten Wandbildes betragen – einer zeitgenössischen Bauzeichnung zufolge – 101,9 m Länge und 10,51 m Höhe.[19] Da sich im oberen Teil des Frieses 18 Fenster befinden, beträgt die mit Fliesen belegte Fläche lediglich 968 Quadratmeter.[19] Die Abmessungen der einzelnen Fliesen sind 20,5 cm × 20,5 cm. Bei einer fugenfreien Verlegung sind damit ungefähr 23.000 Fliesen an der Wand angebracht, wobei wegen der eingeschlossenen Fenster auch Teilstücke zum Einsatz kamen.[19]

Die oft genannte Zahl von ungefähr 25.000 Fliesen des Wandbildes entspricht der Anzahl, die insgesamt hergestellt wurden. Zahlreiche Fliesen benötigte man für die notwendigen Voruntersuchungen.[19]

Abgebildete Personen

Ende des Fürstenzugs am Georgentor nachts
Konrad der Große aus dem 12. Jahrhundert, der erste Regent der Prozession
Die zertretene Rose unter dem Huf des Pferdes von August dem Starken
Das Mädchen in der Mitte der Kindergruppe ist die einzige weibliche Figur des Fürstenzuges
Der Historienmaler Wilhelm Walther als Endfigur des Fürstenzugs.
Im Detail erkennt man die etwa 20 cm × 20 cm großen Fliesen
Sandsteininschrift zur Restaurierung im Jahre 1979

Insgesamt sind 94 Personen abgebildet, darunter 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige Sachsens bis zu König Albert. Hinter Albert wurde vorausschauend schon dessen Bruder Georg, damals noch Prinz, in den Zug aufgenommen. Weiterhin sind 59 Wissenschaftler, Künstler, Handwerker, Soldaten, Kinder und Bauern dargestellt. Neben Vertretern der Kreuzschule, der Leipziger Universität und des Königlich Sächsischen Polytechnikums Dresden sind der Maler Ludwig Richter, die Bildhauer Ernst Hähnel und Johannes Schilling und schließlich Wilhelm Walther selbst mit Gehilfen hinter dem Tross der Regierungshäupter zu sehen. Seinen Lehrer Julius Hübner hat er zum Dank für die Weiterreichung des Auftrages an ihn und die Unterstützung als 12. Person von rechts abgebildet, den Entwurf des Fürstenzuges in Händen haltend. Bis auf Heinrich I. von Eilenburg (um 1089) und den letzten König Friedrich August III. sind sämtliche Regenten des Hauses Wettin in der Reihenfolge ihrer Regierungszeit dargestellt. Unter jedem stehen Name und Regierungszeit, beim damals noch regierenden König Albert nur das Jahr des Regierungsantritts. Beim noch nicht regierenden Prinzen Georg fehlen die Jahresangaben.

Die begleitenden Personen sind zumeist Vertreter alter sächsischer Familien, die an den verschiedensten Stellen ihrer Kleidung das jeweilige Familienwappen tragen. Zum Teil sind die Wappen nicht immer sofort erkennbar, da Walther sie eher diskret einfügte. So befindet sich zum Beispiel das Nostitzsche Wappen ganz klein auf der Ulanka eines der beiden Kavalleristen der militärischen Schlusstruppe. Der Gardereiter daneben trägt das Wappen der Familie von Posern dagegen weiter unten am Uniformrock.[20]

In den meisten Beschreibungen werden nur 93 Personen erwähnt. Dies liegt daran, dass die 94. Person erst im Rahmen des „lebendigen“ Fürstenzuges anlässlich der 800-Jahr-Feier Dresdens gefunden wurde. Sie blieb hinter den Wissenschaftlern, Künstlern und Studenten unentdeckt, weil man von ihr nur die Kopfbedeckung und eine Fahne sieht.

Abgebildete Regenten:

Wahlspruch einiger Regenten (oberhalb der Personen angeordnet)

  • Verbum Domini manet in aeternum (VDMA) (Das Wort Gottes währet in Ewigkeit) – Wahlspruch der lutherischen Reformation – Friedrich der Weise
  • Laus Tibi Deo (Gelobt sei Gott) – Johann der Beständige
  • Spes Mea In Deo Est (Meine Hoffnung ist in Gott) – Johann Friedrich der Großmütige
  • Der Name des Herrn sei gelobt – Georg der Bärtige
  • Gott ist mein Helfer und Erretter – Heinrich der Fromme
  • Endlich überwindet die gute Sache – Moritz oder August
  • Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang – Christian II.
  • Christus meines Lebens Ziel – Johann Georg I.
  • Gott und dem Vaterlande – Johann Georg II.
  • Der Herr ist mein Panier – Iehova Vexillum Meum – Johann Georg III., siehe auch Schlussstein im Kleinen Schlosshof (Bild)
  • Providentiae Memor (Der Vorsehung eingedenk) – Friedrich August der Gerechte

Weitere abgebildete Personen im Fürstenzug:[23]

  • Vordere Gruppe vor Konrad dem Großen
    • der Herold
    • vier Fanfarenbläser
    • ein Hornbläser
    • ein Querflötenspieler
    • ein Paukenspieler
    • drei Bannerträger
    • zwei Knappen
  • hinter Albrecht dem Stolzen
    • ein Bannerträger
    • ein Schwertträger (Gerichtsbarkeit)
    • Nickel von Minckwitz (um 1485–1549), Ritter in sächsischen und kurfürstlich brandenburgischen Diensten
  • hinter Heinrich dem Erlauchten
    • Hildebrand I. von Einsiedel (um 1400–1461), kursächsischer Obermarschall
  • hinter Friedrich dem Strengen
    • Wilhelm Friedrich von Milckau (1550–1623), kursächsischer Hofmeister, Oberstleutnant
    • George von Gablentz (* um 1321), Ritter in markgräflich-meißnischen Diensten
    • Georg von Carlowitz (1471–1550), herzoglicher Rat, Amtshauptmann zu Radeberg
  • hinter Albrecht dem Beherzten
    • Heinrich von Hausen, landgräflich-thüringischer Obermarschall
    • Georg Schmidt, Köhler, Retter des entführten Prinzen Albrecht im Altenburger Prinzenraub
    • Dietrich von Schönberg, herzoglich-sächsischer Rat, kurfürstlich-sächsischer Geheimrat
  • hinter Heinrich dem Frommen
    • Ernst von Miltitz (1496–1555), kurfürstlicher Hofmarschall
    • Hans von Ponickau (1508–1573), kurfürstlicher Kämmerer
    • ein Mohr mit zwei Hunden
  • hinter Johann Georg I.
    • Hans Bastian I. von Zehmen (1598–1638), kursächsischer Oberst, Kommandant der Festung Magdeburg
    • Nicolai von Gersdorff (1629–1702), Landvogt der Oberlausitz
  • hinter Johann Georg IV.
    • Johann Ehrenfried von Nauendorf (* 1701), kaiserlicher Hauptmann, kurfürstlich-sächsischer Kammerherr, Amtshauptmann im Vogtland
  • hinter August III.
  • hinter Friedrich August II.
    • Julius Traugott Jakob von Könneritz (1792–1866), sächsischer Gardist, später Vorsitzender des sächsischen Gesamtministeriums
    • Albrecht Adolph Levin von Metzsch (1772–1812), Major der königlich-sächsischen leichten Infanterie

Abgebildete Personen der Schlussgruppe: Die letzte Reitergruppe stellt die 5 Waffengattungen der sächsischen Armee dar:[24]

  • Grenadier zu Fuß (Königlich-Sächsisches Leibgrenadier-Regiment Nr. 100 Dresden, mit Wappen der Vitzthum von Eckstädt)
  • Kanonier zu Fuß (mit Wappen der Familie von Metzradt)
  • Ulan zu Pferde (2. Königlich-Sächsisches Ulanenregiment, Herr von Nostitz)
  • Gardereiter (Wappen der Familie von Posern)
  • Schütze zu Fuß – Fähnrich im Königlich-Sächsischen Füsilier-Regiment Nr. 108, Kurt von Lüttichau († 18. August 1870 St. Privat/Frankreich)

Dann folgt das bürgerliche „Fußvolk“ in der Schlussgruppe:

  • Schüler des Kreuzgymnasiums (der Sohn Wilhelm Walthers)
  • Corpsstudent der Universität Leipzig (ein Herr von Erdmannsdorff, Wappen auf Schärpe)
  • Student der Technischen Hochschule Dresden
  • Architekt Hermann Nikolai
  • Maler Carl Gottlieb Peschel
  • Maler Julius Hübner (beide betrachten ihren eigenen Entwurf des Fürstenzuges)
  • Bildhauer Johannes Schilling
  • Bildhauer Ernst Hähnel
  • Maler Ludwig Richter
  • Kindergruppe, ein Ludwig-Richter-Motiv, das Mädchen in der Mitte ist die einzige weibliche Figur des Fürstenzuges
  • Germanist Ernst Förstemann (Direktor der Königlichen Bibliothek)
  • Geheimrat Wiesener, Dezernent für die schönen Künste im Königlichen Ministerium (beförderte das Projekt)
  • Kunsthistoriker und Archäologe Freiherr von Weißenbach, Wappen der Familie, der Ochsenkopf, auf dem Hemdkragen
  • eine Person, von der nur der Hut zu erkennen ist, ein Fahnenträger (wird als Clemens Freiherr von Hausen identifiziert[24])
  • ein Mitarbeiter Walthers, Zimmerer Kern
  • ein sächsischer Bergmann
  • ein sächsischer Bauer
  • ein Mitarbeiter Walthers, Maurer Pietsch
  • der Erschaffer des Fürstenzuges, Historienmaler Wilhelm Walther (1826–1913)

Abgebildete Wappen

Von links nach rechts sind die 35 Wappen folgender Herrschaften und Ämter abgebildet. Sie verlaufen in einem Band unter den Figuren:

Lebendiger Fürstenzug zu Dresden

Im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt Dresden im Jahr 2006 wurde der Fürstenzug vom Rochlitzer Verein „Der Fürstenzug zu Dresden“ e. V. als „lebendiges Bild“ mit beinahe 50 kostümierten Reitern und Pferden sowie einer ungefähr gleich hohen Anzahl von weiteren Mitwirkenden in Szene gesetzt. Seit Mai 2007 sind die Kostüme in einer Ausstellung auf Schloss Rochlitz zu sehen. 2018 wurde das Dresdner Porzellanwandbild zum dritten Mal nachgestellt; der Zug führte von Rochlitz nach Seelitz. Eine Fortsetzung war für 2019 geplant.

Sonstiges

Probebild aus 50 Keramikfliesen mit Friedrich dem Ernsthaften an einer Hoffassade der Porzellanmanufaktur Meißen
  • Ein Probebild aus 50 Keramikfliesen mit Markgraf Friedrich dem Ernsthaften, das König Georg am 12. Mai 1903 von der Anwendbarkeit des neuen Verfahrens überzeugte, ist noch heute an der Hoffassade der Meißner Porzellanmanufaktur zu sehen. Das Probebild in Meißen zeigt kleinere Abweichungen, welche man offenbar nochmals änderte. Die Ziermuster mit den kleinen würfelartigen Elementen im Hintergrund stimmen in ihrer Anordnung nicht mit dem Werk in Dresden überein. Auch die Positionen der Malerei auf den einzelnen Fliesen sind hier anders. Ursprünglich gab es einmal zwei Probebilder. Links neben dem noch heute erlebbaren kleineren Probebild befand sich an der Hausfassade gleichzeitig noch ein größerer Bildausschnitt vom Fürstenzug. Hier waren einst Friedrich der Gebissene und Friedrich der Ernsthafte in Originalgröße zu sehen.[25] Für den Einbau von Fenstern wurde dieses Bild entfernt.
  • Auf der linken Seite vom Fürstenzug befindet sich eine Sandsteininschrift an der Wand, die auf die Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten im Jahre 1979 hinweist.
  • In Cämmerswalde wurde ein Ausschnitt vom Fürstenzug (Kleiner Fürstenzug) zu Ehren Wilhelm Walthers in Farbe nachgestaltet und im Ort aufgestellt.
  • Zwischen November 2024 und August 2025 wurden die elf Vorlagenzeichnungen im Maßstab 1:1 restauriert.[26]

Siehe auch

Literatur

Commons: Fürstenzug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Wappen am Fürstenzug – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Anmerkungen

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