G20-Gipfel in Johannesburg 2025
20. Gipfeltreffen der G20
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Der G20-Gipfel von Johannesburg war das 20. Treffen der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20). Es fand vom 22. bis 23. November 2025 statt.[1] Es war der erste G20-Gipfel, der in Johannesburg, Südafrika und auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wurde.[2][3] Die Kosten für den Gipfel beliefen sich auf etwa 691 Millionen Rand, umgerechnet etwa 33,4 Millionen Euro.[4]

Präsidentschaft
Südafrika hat am 1. Dezember 2024 die G20-Präsidentschaft übernommen und wird sie bis November 2025 innehaben – also etwa fünf Jahre vor Ablauf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.[5]
Es wird erwartet, dass Südafrika in einem global politisch fragmentierten Kontext eine progressive, menschenzentrierte und lösungsorientierte Präsidentschaft führen wird, bevor die Vereinigten Staaten am 1. Dezember 2025 die Präsidentschaft übernehmen.[6]
Die Teilnahme Südafrikas an der G20 wird von vier außenpolitischen Grundpfeilern geleitet:
- nationale Interessen
- die afrikanische Agenda
- Süd-Süd-Kooperation
- Multilateralismus
Thema des Gipfels
Um einen bedeutenden Beitrag zur Bewältigung der globalen Polykrise zu leisten, hat Südafrika das Thema „Solidarität, Gleichheit, Nachhaltigkeit“ gewählt.[6]

Dieses Thema spiegelt das Bestreben Südafrikas wider, auf den Errungenschaften der letzten drei G20-Präsidentschaften des Globalen Südens aufzubauen und die entwicklungspolitische Agenda voranzutreiben.
Durch Solidarität soll eine menschenzentrierte, entwicklungsorientierte und inklusive Zukunft geschaffen werden. In einer vernetzten Welt wirken sich die Herausforderungen eines Landes auf alle aus. Mit Gleichheit wird das Ziel verfolgt, faire Behandlung, Chancengleichheit und Fortschritt für alle Menschen und Nationen zu gewährleisten – unabhängig von wirtschaftlichem Status, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, geographischer Lage oder anderen Merkmalen. Nachhaltigkeit bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart zu erfüllen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden.[7]
Prioritäten
Südafrika wird die G20 weiterhin als zentrales Forum für wirtschaftliche und finanzpolitische Zusammenarbeit nutzen, das entwickelte Volkswirtschaften, Schwellenländer und Entwicklungsländer zusammenbringt, um globale Herausforderungen zu lösen. Während der Rede zur Lage der Nation 2024 kündigte Präsident Cyril Ramaphosa an: „Wir werden die Entwicklung Afrikas ganz oben auf die Tagesordnung setzen, wenn wir 2025 den G20-Vorsitz innehaben.“[8]
Die südafrikanische G20-Präsidentschaft wird sich dafür einsetzen, Unterstützung für Entwicklungsländer in Afrika und dem Globalen Süden zu mobilisieren – aufbauend auf den Initiativen der indonesischen, indischen und brasilianischen Präsidentschaften.[9]
Die zentralen Ergebnisse und Prioritäten der südafrikanischen Präsidentschaft werden sich in der Arbeit der Sherpa- und der Finanz-Schwerpunkte widerspiegeln.
Kernprioritäten
Die G20-Präsidentschaft Südafrikas hatte die Absicht, folgende Schwerpunkte zu setzen:[10]
- Priorität 1: inklusives Wirtschaftswachstum, Industrialisierung, Beschäftigung und Verringerung von Ungleichheit[11]
- Priorität 2: Ernährungssicherheit[12]
- Priorität 3: Künstliche Intelligenz und Innovation für nachhaltige Entwicklung
Teilnehmende Gäste
Absagen
Volksrepublik China
Xi Jinping, Präsident (stattdessen soll die Nummer zwei in der VR China kommen, Ministerpräsident Li Qiang)
Russland
Vladimir Putin, Präsident (stattdessen soll Maxim Oreschkin kommen, stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung)[14]
Eingeladene Gäste
Die folgenden Staatsführer wurden zum Gipfeltreffen eingeladen:[15]
Eingeladene Organisationen
Die folgenden Führungspersonen von Organisationen wurden zum Gipfeltreffen eingeladen:[15]
- South Centre
Carlos M. Correa, CEO
Teilnahme von Xi Jinping und Wladimir Putin
- Xi Jinping: Obwohl das Präsidentenamt in China formal ein repräsentatives Amt ist, wird es traditionell vom Generalsekretär der Kommunistischen Partei ausgeübt, der de facto der höchste Machthaber im Einparteienstaat ist. Seit 1993 war dies mit wenigen Ausnahmen stets dieselbe Person. Der derzeitige Generalsekretär Xi Jinping bekleidet daher zugleich das Amt des Staatspräsidenten.
- Wladimir Putin: Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 hat der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen Wladimir Putin erlassen. Da Südafrika Vertragsstaat des Römischen Statuts ist und ein rechtliches Risiko bestand, konnte ein offizieller Vertreter an seiner Stelle entsendet werden – wie bereits beim BRICS-Gipfel 2023 praktiziert. Dieser ist Maxim Oreschkin, stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung.[14]
Nichtteilnahme der Vereinigten Staaten
US-Präsident Donald Trump hatte bereits Monate vor dem Gipfel seine persönliche Teilnahme abgesagt. An seiner Stelle sollte Vizepräsident JD Vance die Vereinigten Staaten vertreten. Anfang November warf Trump auf der Plattform Truth Social Südafrika wie in der Vergangenheit vor, weiße Bauern würden in dem Land getötet und ihr Land werde illegal beschlagnahmt. Südafrika bestreitet dies. Trump führte keinen Beleg für seinen Vorwurf an und schrieb, solange die Menschenrechtsverletzungen andauerten, werde kein Vertreter der US-Regierung teilnehmen. Er bezeichnete es als Schande, dass der G20-Gipfel in Südafrika stattfinde.[16][17]