GB News
britischer Nachrichtensender
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GB News ist ein privater britischer Nachrichtensender, der dem rechtskonservativen Medienspektrum zugeordnet wird. Der Sender ist Akteur der Klimaleugnerszene des Vereinigten Königreichs.
| GB News | |
| Fernsehsender (Limited) | |
| Programmtyp | Opinion Show |
|---|---|
| Empfang | terrestrisch, Kabel, Satellit, IPTV |
| Bildauflösung | 1080p |
| Sendestart | 13. Juni 2021 |
| Sprache | englisch |
| Sitz | London |
| Sendeanstalt | GB News |
| Geschäftsführung | Alan McCormick (Chairman)[1] Angelos Frangopoulos (CEO)[1] |
| Liste der Listen von Fernsehsendern | |
| Website | |
Hintergrund
Der Rundfunkveranstalter wurde im Jahr 2020 gegründet.[2] Zu den Hauptinvestoren des Senders gehören Liberty Global, Discovery Communications, der Hedgefondsmanager Paul Marshall (Mitgründer von Marshall Wace) und der Hedgefonds Legatum aus Dubai (finanziert auch die konservative Denkfabrik Legatum Institute).[3] Paul Marshall wird inzwischen auch als Miteigentümer des Senders bezeichnet.[4] Chairman Andrew Neil arbeitete früher für Medien der News Corporation von Rupert Murdoch (1983 bis 1994 als Herausgeber der Zeitung The Sunday Times, ab 1988 Chairman von Sky TV). Er war Chefredakteur und später Chairman der britischen Mediengruppe Press Holdings (unter anderem The Daily Telegraph, The Spectator) und Chairman der ITP Media Group mit Sitz in Dubai. Zudem war er 25 Jahre lang bis 2020 Journalist bei der BBC (unter anderem mit den Formaten Sunday Politics und This Week auf BBC One sowie Daily Politics, Politics Live und The Andrew Neil Show auf BBC Two). CEO Frangopoulos war bis 2018 CEO von Sky News Australia. Den Vorsitz des Senders übernahm später Alan McCormick.[1] Zum Sendestart am 13. Juni 2021 sollen 140 Mitarbeiter für den Sender arbeiten, wobei ca. 120 Journalisten seien.[5] Die ersten Sendetage waren von technischen Pannen wie ausfallenden Mikrofonen, verwackelten Kamerabildern und kurzzeitig schwarzen Bildschirmen geprägt.[6] Gleichzeitig erzielte Andrew Neils Abendformat in der Startphase höhere Einschaltquoten als konkurrierende Sendungen von BBC News und Sky News.[6]
Der Sender wird dem rechtskonservativen Medienspektrum zugeordnet.[7][8][9] Im September 2025 lag die durchschnittliche tägliche Sehbeteiligung von GB News nach Daten des Marktforschungsunternehmens Digital-i bei 77.200 Zuschauern und damit knapp vor dem BBC News Channel mit 76.700 und Sky News mit 66.500 Zuschauern.[1] Die tägliche Reichweite blieb mit rund einer Million Haushalten jedoch deutlich unter jener von BBC News und Sky News, die im Tagesverlauf etwa 1,8 beziehungsweise 1,6 Millionen Haushalte erreichten.[1] Der Sender blieb zugleich wirtschaftlich defizitär; für 2024 wurde ein Verlust von 33,4 Millionen Pfund berichtet, und bis März 2026 summierten sich die Verluste seit dem Sendestart laut Press Gazette auf 131 Millionen Pfund.[1][4]
Empfang
Expansion in die USA
Im September 2025 startete GB News mit The Late Show Live ein nächtliches Format für den US-Markt.[1] Im Vorfeld der Einführung reiste eine Delegation des Senders um Nigel Farage und Paul Marshall nach Washington, wo sie Vertreter der Regierung von Donald Trump traf und um Unterstützung für den US-Start warb.[1] Die Moderatoren Bev Turner und Ben Leo erhielten für das Format Zugang zum Pressebriefingraum des Weißen Hauses.[1] Außerdem wurde GB News in den Vereinigten Staaten über Truth+, den Streamingdienst von Trumps Medienunternehmen, verbreitet.[1]
Moderatoren und Reporter
- Nana Akua
- Colin Brazier
- Gloria De Piero
- Michelle Dewberry
- David Donaldson
- Mark Dolan
- Andrew Doyle
- Nigel Farage
- Inaya Folarin Iman
- Liam Halligan
- Tom Harwood
- Paul Hawkins
- Rebecca Hutson
- Darren McCaffrey
- Mercy Muroki
- Neil Oliver
- Alex Phillips
- Jacob Rees-Mogg
- Balvinder Sidhu
- Alastair Stewart
- Rachel Sweeney
- Dan Wootton
- Rosie Wright
Ehemalige Moderatoren und Reporter
- Conchur Dowds
- Kirsty Gallacher
- Amelia Harper
- Kevin Larkin
- Simon McCoy
- Andrew Neil
- Anna Riley
- Hanisha Sethi
Kritik
Im März 2026 kritisierten mehr als 100 christliche Kirchenvertreter, darunter der frühere Erzbischof von Canterbury Rowan Williams und zwei amtierende Bischöfe, den Miteigentümer Paul Marshall wegen der Klimaberichterstattung von GB News und wegen eigener Äußerungen zum Klimawandel.[4] Die Unterzeichner verwiesen dabei auf eine Untersuchung, nach der GB News im Zeitraum unmittelbar vor und nach der britischen Unterhauswahl 2024 insgesamt 953 Angriffe auf Klimawissenschaft und Klimapolitik ausgestrahlt habe.[4] Marshall erklärte, er sei nicht in die redaktionellen Entscheidungen von GB News eingebunden; der Sender wies die Vorwürfe zurück und verwies auf seine Rolle als unabhängiger, von Ofcom regulierter Rundfunkveranstalter.[4]
Sanktionen
Im Mai 2024 wurde bekannt, dass das britische Office of Communications (Ofcom) gesetzliche Sanktionen gegen GB News prüfte. Hintergrund war eine Sendung aus dem Februar 2024, in welcher Premierminister Rishi Sunak seine politischen Ansichten teilte, ohne dass diese vom Sender eingeordnet wurden. Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen wurde GB News ein Verstoß gegen die Neutralitätsregeln vorgeworfen.[14] Im Oktober 2024 verhängte Ofcom diesbezüglich eine Geldstrafe von 100.000 Pfund gegen GB News.[15][16]
Im Februar 2025 war GB News in einer Klage vor dem High Court erfolgreich. Ofcom hatte entschieden, dass auch eine von dem konservativen Politiker Jacob Rees-Mogg moderierte Sendung gegen das Neutralitätsgebot verstoßen hatte; der High Court hob die Entscheidung von Ofcom auf. Ofcom stellte im folgenden Monat sechs weitere Neutralitätsuntersuchungen bezüglich GB News und anderer britischer Sender ein, bei denen es ebenfalls um den Einsatz von Politikern als Moderatoren ging und hob außerdem drei frühere Entscheidungen gegen Sendungen von GB News auf, die von der konservativen Abgeordneten Esther McVey und ihrem Ehemann, dem ehemaligen Abgeordneten Philip Davies, moderiert wurden.[17]
