GRASS GIS

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GRASS GIS ist eine hybride, modular aufgebaute Geoinformationssystem-Software mit raster- und vektororientierten Funktionen. GRASS steht für Geographic Resources Analysis Support System, GIS für Geographical Information System.

Schnelle Fakten Basisdaten ...
GRASS GIS
Logo
Screenshot
Graphische Benutzeroberfläche von GRASS GIS 6 (wxPython)
Basisdaten
Entwickler GRASS Development Team
Erscheinungsjahr 1983[1]
Aktuelle Version 8.5.0[2]
(8. Mai 2026)
Betriebssystem Mac-Betriebssystem[3], Microsoft Windows[3], Linux[3]
Programmier­sprache C[4], C++, Python[4]
Kategorie Geoinformationssystem
Lizenz GPL (Freie Software)
deutschsprachig ja
grass.osgeo.org
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Es steht unter der GNU General Public License und ist damit eine frei verfügbare Software. Das System bietet Raster- und topologische Vektordatenfunktionalität, 3D-Raster-Voxelbearbeitung, Bildverarbeitung, Visualisierungsmöglichkeiten und den Im- und Export verschiedener GIS-Datenformate. Als portable Software läuft es auf verschiedenen Betriebssystemen mit einer graphischen Benutzeroberfläche sowie optional per Kommandozeile.

Entwicklungsgeschichte von GRASS

Ab den 1970er Jahren begannen Behörden in den USA damit, geographische Daten digital zu speichern und zu bearbeiten. Ab Mitte der 80er Jahre wurden von verschiedenen Firmen geographische Informationssysteme mit immer nutzerspezifischeren Lösungen entwickelt. Ziel war es dabei, „...eine umfassende Sammlung von Werkzeugen für die Erfassung, Speicherung, Bereitstellung im Bedarfsfall, Transformation und Darstellung raumbezogener Daten der realen Welt im Rahmen spezieller Anwendungen“ bereitzustellen. Auch GRASS wurde in diesem Zusammenhang ab 1982 von einer Anzahl US-amerikanischer Regierungsbehörden entwickelt. Die Tatsache, dass dies durch Steuermittel finanziert wurde, führte aufgrund der amerikanischen Rechtsprechung zu der (kosten)freien Nutzbarkeit dieses Programms.

Im July 1991 erfolgte die erste Veröffentlichung der GRASS-Version 4.0 im Internet. Die kritische Phase des GRASS-GIS-Projekts lag zwischen 1995 und 1999: Das US-Militär (USA-CERL) stellte 1995 die Entwicklung offiziell ein. Im Jahr 1997 gründete sich das GRASS-Development-Team an der Baylor University, Waco (Texas), und gab im November 1997 die Version 4.2 heraus. Ohne zentrale Steuerung drohte das Projekt jedoch zu scheitern, bis Markus Neteler im Jahr 1998 an der Universität Hannover damit begann, ein neues internationales Team zu formieren.[5] Mit den Jahren wuchs das GRASS-Entwicklungsteam zu einem multinationalen Team heran, das sich aus Entwicklern an zahlreichen Standorten zusammensetzt und seitdem den Quellcode, die Releases und die Dokumentation verwaltet. Im Oktober 1999 wurde GRASS in der Version 5.0 erstmals unter der GNU General Public License (GPL 2+) veröffentlicht. Im Dezember desselben Jahres wurde nach Jahren der manuellen Verwaltung die Quellcodeverwaltung in das erste zentralisierte Quellcode-Repository (Concurrent Versioning System, CVS) verlagert. Nach der Gründung der Open Source Geospatial Foundation (OSGeo) erfolgte im Jahr 2006 die Umstellung des CVS-Repositories auf Apache Subversion (SVN) zur Quellcodeverwaltung sowie die Einführung von Trac als Fehler- und Feature-Tracker. Seit Dezember 2019 wird der Quellcode auf GitHub verwaltet. Um für jede Version einen eindeutigen und dauerhaften digitalen Identifikator (Digital Object Identifier, DOI) bereitzustellen, werden GRASS-Releases auch automatisiert auf Zenodo veröffentlicht. Dies ist unter anderem für die wissenschaftliche Zitierbarkeit von Bedeutung.

Ursprünglich richtete sich GRASS eher an der Raster- und Bildverarbeitung aus und war vom Leistungsumfang her mit ArcInfo vergleichbar, das sich bislang eher an der Vektorverarbeitung orientierte. GRASS hat sich inzwischen zu einem leistungsfähigen GIS entwickelt.

Aufgrund des modularen Aufbaus (GRASS GIS ist eine unixtypische Sammlung vieler kleiner Programme) lassen sich einzelne Elemente einfach mit eigenen Applikationen unter einer Benutzeroberfläche verbinden. Eine Python-Schnittstelle ermöglicht die einfache Entwicklung weiterer Funktionalitäten.[6] Weiterhin gibt es eine Integration für Jupyter Notebooks.[7]

Versionen

Schon ab Version 5.2 waren umfangreiche Bio-Statische Applikationen in GRASS integriert. Mit der Version GRASS 7 wurde ein neues topologisches Vektormodell eingeführt. Momentan liegt GRASS in der stabilen Version 8 mit erweiterter Funktionalität (Zeitreihenanalyse, Python-API, neue Benutzeroberfläche) vor. Die Entwicklung wird von den USA aus von der Open Source Geospatial Foundation koordiniert, zuvor auch von Italien und Deutschland aus, während sich die Baylor University seit dem Jahr 2000 gänzlich aus der Entwicklung zurückgezogen hatte.[8]

Aufgrund der langen Entwicklungsgeschichte des Projekts existieren zwei Software-Repositories:[9]

  • "grass-legacy" für den historischen Source Code der GRASS GIS-Versionen 3.2, 4.x, 5.x, 6.x (1987–2016)
  • "grass" für den aktuellen Source Code der GRASS GIS-Versionen 7.x, 8.x (2016–heute)

GRASS-Anwender-Vereinigung

Im Jahr 2000 wurde die GRASS-Anwender-Vereinigung e. V. (GAV) gegründet, woraus im September 2008 der Verein FOSSGIS hervorgegangen ist. Der FOSSGIS vertritt die Open Source Geospatial Foundation (OSGeo) im deutschsprachigen Raum.[10]

Literatur

Commons: GRASS GIS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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