Gabriel Demante

französischer Jurist, Hochschullehrer für Römisches Recht From Wikipedia, the free encyclopedia

Auguste Gabriel Demante (* 3. März1821 in Paris; † 24. November1909 in Castelnaudary[1]) war ein französischer Professor für Römisches Recht, zunächst ab 1856 an der Fakultät von Toulouse und ab 1864 an der Pariser Rechtsfakultät (Professeur titulaire de code civil à la Faculté de droit de Paris).[2]

Leben und Arbeit

Wahrscheinlich schloss Demante 1838 seine Gymnasialzeit mit dem Abitur ab. Drei Jahre später bestand er sein erstes, ein Jahr später 1842 sein Zweites Staatsexamen.[3] Gleichzeitig beschäftigte sich Demante mit Literaturwissenschaft, deren Studium er ebenfalls erfolgreich beendete.[4]

Die ersten Jahre war er an der Rechtsfakultät von Toulouse angestellt, von März 1851 bis Dezember 1855 als Professeur suppléant, anschließend für ein Dreivierteljahr als Dozent. Ab September 1856 war dort für mehr als acht Jahre Titularprofessor für Römisches Recht, ab Mitte November 1894 wechselte er nach Paris und war bis August 1891 Professor für Zivilrecht.[5] Zum 1. August 1891 schied er nach über 40 Jahren aus dem Dienst aus, davon die letzten 35 Jahre an einem Staatlichen Lehrstuhl. 1847 folgte die Habilitation.[5]

Privates

Sein Vater war der Jurist, Politiker und Mitglied der Nationalversammlung und der Ehrenlegion, Antoine Marie Demante (1789–1856). Die erste Hochzeit von Auguste Gabriel Demante war am 9. August 1847 in Paris. Seine erste Frau war Sophie Louise Marie Guinard, die 1826 im 10. Arrondissement von Paris geboren wurde. Sie war die Tochter von Étienne Guinard, der als Sekretär an der Académie de Paris arbeitete. Aus dieser Ehe kamen die beiden Töchter Célestine und Sophie. Die Familie von Sophie Guinard war ersten Grades mit der Familie Demante verbunden.

Nach der Scheidung dieser ersten Ehe heiratete Demante am 18. Mai 1853 in Toulouse ein zweites Mal. Jeanne Marie Georgette Driget, 1828 in Carcassonne geboren, war die Tochter von Martial Driget, dem Besitzer eines lokalen Unternehmens. Aus dieser zweiten Ehe gingen vier Kinder hervor. Beide Ehen waren bestimmt von einflussreichen Pariser oder Toulouser Familien.

Würdigung und Veröffentlichungen

Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden 1887 mit einer Ehrendoktorwürde der Universität Montpellier, Ehrenprofessor an der Rechtsfakultät von Paris und Ehrenmitglied in der Société des études historiques.

Die ausführliche Darstellung der Grundsätze der Registrierung in Form eines Kommentars zum Gesetz vom 22. Frimaire des Jahres VII («Exposition raisonnée des principes de l’enregistrement, en forme de commentaire de la loi du 22 frimaire an VII»), Paris, 1857 gilt als sein Hauptwerk. Die viermal nachgedruckte Schrift galt bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als maßgebliche Referenz im französischen Steuerrecht- und Registerrecht.[4]

In seiner Pariser Zeit veröffentlichte er zahlreiche einflussreiche Werke, darunter Mémoire sur les institutions romaines (1859), Études de paléographie médiévale (1862) sowie mehrbändige Kommentare zum französischen Zivilgesetzbuch, die bis weit ins späte 19. Jahrhundert hinein als Standardreferenzen dienten.

  • Revue de droit français et étranger (Zeitschrift für französisches und ausländisches Recht):
    • „Etude sur la réhabilitation des condamnés pour crimes et délits d’après le gouvernement provisoire du 18 avril 1848“ (Studie über die Rehabilitierung von wegen Verbrechen und Vergehen Verurteilten nach der provisorischen Regierung vom 18. April 1848), 1849, S. 928;
    • „Les précaires ecclésiastiques dans leur rapport avec les sources du droit romain“ (Die kirchlichen Prekäre in ihrer Beziehung zu den Quellen des römischen Rechts), 1860.
  • Revue critique de législation et de jurisprudence (Kritische Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtsprechung):
    • „Das Gesetz und die Rechtsprechung in Bezug auf verschleierte Schenkungen“, 1855;
    • „Die Stellung, die das Gesetz vom 24. Mai 1825 nicht zugelassenen religiösen Vereinigungen von Frauen einräumt“, 1858;
    • „Définition légale de la qualité de citoyen, explication de l’article 7 du Code Napoléon“ (Gesetzliche Definition der Staatsbürgerschaft, Erläuterung von Artikel 7 des Code Napoléon), 1869.
  • Bibliothèque de l’Ecole des chartes:
    • „Histoire de la publication des livres de Pierre du Puy sur les libertés de l’Eglise gallicane“ (Geschichte der Veröffentlichung der Bücher von Pierre du Puy über die Freiheiten der gallikanischen Kirche), 1844;
    • „Nachruf auf M. Pardessus, sein Leben und seine Werke“, 1854;
    • „Beobachtungen zu den Befreiungsurkunden des Kartulars von Notre-Dame de Paris“, 1854;
    • „Beobachtungen zur Formulierung „car tel est notre plaisir“ in der französischen Kanzlei“, 1893.
  • Sammlung der Académie de législation de Toulouse:
    • „Etude historique sur les gens de condition mainmortable en France au XVIIIè siècle“ (Historische Studie über Leibeigene in Frankreich im 18. Jahrhundert), 1893;
    • „Etude sur la théorie de l’occupation, du rôle de cette notion dans la controverse de la propriété foncière“ (Studie über die Theorie der Besetzung und die Rolle dieses Begriffs in der Kontroverse um Grundbesitz), 1864.
  • Verzeichnis der Registrierung: „Zur Berechnung des verfügbaren Anteils im Fall von Artikel 845 des Code Napoléon“, 1863.[6]

Einzelnachweise

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