Gabriel Zuchtriegel

deutscher Klassischer Archäologe und Museumsleiter From Wikipedia, the free encyclopedia

Gabriel Zuchtriegel (* 24. Juni 1981 in Weingarten/Württemberg)[1] ist ein deutsch-italienischer[2] Klassischer Archäologe. Er ist seit 2021 Generaldirektor des Archäologischen Parks Pompeji.

Gabriel Zuchtriegel im Februar 2025 in Pompeji (Foto: S. Vacca)

Werdegang

Gabriel Zuchtriegel studierte von 2001 bis 2006 an der Humboldt-Universität zu Berlin Klassische Archäologie sowie die Nebenfächer Ur- und Frühgeschichte und Altgriechisch mit dem Magisterabschluss. Als Assistent bei Dieter Mertens und Martin Bentz nahm er an Ausgrabungen in Selinunt (Sizilien) teil. 2010 wurde er an der Universität Bonn bei Bentz mit einer Dissertation über eisenzeitliche und archaische Funde aus der Ausgrabung eines Heiligtums in Gabii (Latium) promoviert. Zuchtriegel erhielt 2010/2011 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Gefördert mit einem Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung leitete er von 2012 bis 2015 die Ausgrabungen der griechischen Kolonien Siris und Herakleia in Lukanien (heutige Region Basilikata) und arbeitete in dieser Zeit an der Università degli Studi della Basilicata, wo er 2014–2015 auch als Dozent (professore a contratto) lehrte.[3]

Das italienische Kulturministerium berief Zuchtriegel 2015 zum Direktor des Parco Archeologico di Paestum e Velia und des dazugehörigen Museums, sein Vertrag wurde 2019 um ein weiteres Mandat von vier Jahren verlängert.[4] Seit 2019 lehrt er außerdem als Dozent im Studiengang Archäologie und Kulturen des antiken Mittelmeerraums der Scuola Superiore Meridionale in Neapel, einer Graduiertenschule (Scuola superiore universitaria) an der Universität Neapel Federico II.[3] Im Juli 2020 nahm er zusätzlich zur deutschen die italienische Staatsbürgerschaft an. Mitte Februar 2021 wurde er als Nachfolger von Massimo Osanna zum Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji berufen und trat sein Amt zum 1. April 2021 an.[5] 2025 wurde sein Vertrag für vier weitere Jahre verlängert.[6]

Seit 2021 ist Zuchtriegel ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.[7]

Veröffentlichungen

  • Gabii I: Das Santuario Orientale im Zeitalter der Urbanisierung. Eisenzeitliche und archaische Funde der Ausgrabungen 1976/77. Osanna Editore, Venosa 2012, ISBN 978-88-8167-300-1 (zugleich Dissertation 2010 Universität Bonn).
  • Colonization and Subalternity in Classical Greece. Experience of the Nonelite Population. Cambridge University Press, Cambridge 2018, ISBN 978-1-108-41903-1.
  • Vom Zauber des Untergangs. Was Pompeji über uns erzählt. Propyläen, Berlin 2023, ISBN 978-3-549-10048-6 (italienische Übersetzung 2023; englische Übersetzung von Jamie Bulloch unter dem Titel The Buried City: Unearthing the Real Pompeii. University of Chicago Press, Chicago 2025, ISBN 978-0-226-83961-5).
  • The Making of the Doric Temple. Architecture, Religion, and Social Change in Archaic Greece. Cambridge University Press, Cambridge 2023, ISBN 978-1-00-926010-7.
  • Pompei. La città incantata. Feltrinelli, Rom 2023, ISBN 9788807493522.
  • Pompejis letzter Sommer. Als die Götter die Welt verließen. Propyläen, Berlin 2025, ISBN 978-3-549-11000-3.
Herausgeber
  • mit Angelo Meriani: La Tomba del Tuffatore. Rito, arte e poesia a Paestum e nel Mediterraneo d’epoca tardo-arcaica. Atti del convegno internazionale, Paestum, 4-6 ottobre 2018. Edizioni ETS, Pisa 2020, ISBN 978-88-467-5912-2.
  • mit Maria Luisa Catoni: Arte e sensualità nelle case di pompei. Artem, Napoli 2022, ISBN 978-88-569-0867-1.

Audios

Einzelnachweise

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