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Gabriele Kaczmarczyk

deutsche Medizinerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Gabriele Kaczmarczyk (* 1939) ist eine deutsche Medizinerin, Fachärztin für Anästhesiologie und ehemalige Professorin an der Berliner Charité.[1] Sie gilt als Vordenkerin der Gleichstellung und der Gendermedizin in der deutschen Universitätsmedizin.[2]

Leben

Die Berlinerin Kaczmarczyk war an der Charité lange im Fakultätsrat vertreten und als Frauenbeauftragte tätig.[3] Sie wirkte dort von 1983 bis 2004 als Professorin und blieb der Hochschule anschließend als Gastprofessorin verbunden.[1] Ebenfalls aus diesem Umfeld heraus übernahm sie acht Jahre lang das Amt der Vizepräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und arbeitete später in beratender Funktion für den Verband weiter.[3] 2023 zeichnete der Deutsche Ärztinnenbund sie mit dem Preis Mutige Löwin aus.[1]

Wirken

Im Jahr 2005 gründete Kaczmarczyk an der Charité den internationalen Studiengang Health and Society: International Gender Studies Berlin.[1] Sie gehörte zudem zum Team der 2012 gestarteten Initiative Pro Quote Medizin, die zunächst 30 Prozent Frauen in Chefsesseln bis 2017 und danach 50 Prozent auf allen Hierarchieebenen forderte.[4] In der Debatte um Frauenquoten argumentierte sie, gemischte Teams arbeiteten besser, und kritisierte männliche Netzwerke in Publikationen und Berufungsverfahren.[5] Zugleich setzte sie sich für eine verbindliche Verankerung geschlechtersensibler Medizin in Studium und Ausbildung ein, weil entsprechende Inhalte an vielen Fakultäten nur punktuell vermittelt würden.[6][7] Sie kritisierte zudem, dass in Labor- und Arzneimittelforschung noch immer zu häufig männliche Tiere, männliche Probanden und nicht getrennt ausgewertete Daten den Standard bilden.[8] Mit Erhebungen wie Medical Women on Top dokumentierte sie wiederholt die Unterrepräsentanz von Frauen in Leitungsfunktionen der Universitätsmedizin; für 2024 bezifferte sie den Frauenanteil an Oberarztstellen auf 41 Prozent, während Frauen in Klinikdirektionen nur 14 Prozent erreichten.[9] Diese Entwicklung wurde als fortbestehende „gläserne Decke“ bewertet.[10]

Einzelnachweise

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