Galápagos-Pinguin
Art der Gattung Brillenpinguine (Spheniscus)
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Der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus) ist eine von vier Arten der Gattung der Brillenpinguine (Spheniscus). Er kommt weltweit nur auf den, zu Ecuador gehörenden, Galápagos-Inseln vor.
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Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus) | ||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Spheniscus mendiculus | ||||||||||
| Sundevall, 1871 |
Galápagos-Pinguine sind vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten wird die Pinguinart, seit 2000, unter dem Gefährungstatus EN (englisch endangered) geführt, was in der deutschen Liste der Kategorie 'stark gefährdet' entspricht.[1]
In der letzten IUCN-Einschätzung, aus dem Jahr 2020, wurde der Gesamtbestand mit rund 1.200 geschlechtsreifen Galápagos-Pinguinen angegeben[1], während die Charles Darwin Foundation den Bestand (ebenfalls 2020) auf rund 1.940 Individuen schätzte.[2]
Weil die Art nicht gut in Gefangenschaft zurechtkommt, wird sie generell nicht in Zoos gehalten.[3]
Verbreitung und Habitat

Die Verbreitung des Galápagos-Pinguins ist auf die Galápagos-Inseln beschränkt, wobei rund 95 Prozent aller Brutpaare entweder auf der Hauptinsel Isabela und der ihr vorgelagerten Insel Fernandina Kolonien gebildet haben. Die restlichen Tiere befinden sich auf Santiago, Floreana und einigen vorgelagerten Inseln.[4]
Da die Galápagos-Inseln auf dem Äquator liegen, sind die Galápagos-Pinguine der Insel Isabela die einzigen Pinguine, die auch auf der nördlichen Hemisphäre brüten.[5]
Die kleinen Pinguine sind in Höhenlagen von bis zu 40 Metern anzutreffen.[1]
Beschreibung
Galápagos-Pinguine werden zwischen 48 und 53 Zentimeter groß und wiegen zwischen 1,4 und 2,9 Kilogramm.[6] Die Männchen sind dabei etwas größer und schwerer. Ihr Höchstgewicht erreichzen beide Geschlechter unmittelbar vor der Mauser.
Das Rückengefieder ist dunkel und das Bauchgefieder ist weiß und kann dunkle Flecken haben. Wie alle Brillenpinguine haben auch Galápagos-Pinguin eine auffällige Gefiederzeichnung am Kopf. Ein helles Band beginnt über dem Auge und verläuft bogenförmig bis zum Schnabelansatz. Hufeisenförmig um den Bauch herum zieht sich ebenfalls ein heller Streifen.[7] Allerdings ist bei ihm diese Zeichnung weniger deutlich als bei den anderen Arten ausgeprägt.

Der Schnabel ist schwarz und an der Unterseite zieht sich ein weißes Band bis zur Schnabelspitze. Am Schnabelansatz haben die Tiere federlose Hautflecke, die wegen der starken Durchblutung rosa gefärbt sind. Diese dienen dem Wärmeaustausch und verhindern so, dass die Tiere überhitzen.[7] Es wird vermutet, dass die Hautflecke zudem bei der Identifizierung des Brutpartners eine Rolle spielen, da Galápagos-Pinguine keine der für andere Pinguinarten typischen Begrüßungsrituale erkennen lassen.
Das Gefieder der Küken ist hellgrau und kann rund um die Augen etwas aufhellen. Werden die Küken älter, bildet sich ein grauweißes Junggefieder aus, das keine Streifen hat. Nach der ersten Mauser erhalten die Jungen ihr Erwachsenengefieder.
Lebensweise
Ernährung
Die Hauptnahrung der Galápagos-Pinguine ist Fisch, den sie bis zu 15 Metern Tiefe erbeuten. Die Pinguine können bis zu 90 Sekunden unter Wasser bleiben und ernähren sich hauptsächlich von Kleinfischen aus der Ordnung der Heringsartigen (Clupeiformes) wie Sardinen und Sardellen.[1]
Bei der Jagd im Verbund treiben sie die Beutefische in Buchten getrieben, um sie leichter zu erbeuten. Im freien Wasser umkreisen die Pinguine ihre Beute, um sie zu so genannten Fischsäulen zu verdichten, was ebenfass den Jagdterfolg erhöht.
Fortpflanzung

Galápagos-Pinguine sind Höhlenbrüter, die zur Brut auf schattige, geschützte Plätze in Wassernähe angewiesen sind. Da Bäume jedoch selten sind, werden vulkanische Spalten und Lavaröhren benutzt, die meist etwa einen Meter tief sind und bis zu 27 Meter lang sein können. Wo geeignete Bruthöhlen fehlen, nehmen die Tiere auch gern vom Menschen ins Lavastein geschlagenee Nischen an, von denen Naturschutzbiologen über 100 künstlich angelegt haben. Galapagos-Pinguine kehren immer wieder zu ihrem angestemmten Nistplatz zurück und halten sich das ganzjährig auf (oder nahe von) ihrer Brutinsel auf.[3]
Der Brutzyklus der Pinguine ist unregelmäßig und hängt, unter anderem von der Wassertemperatur und dem Nahrungsangebot ab. Es kann dabei vorkommen, dass Brutpaare bis zu dreimal im Jahr brüten. Bei ausreichendem Nahrungsangebot fressen sich die Pinguine daher das notwendige Polster an und beginnen mit der Brut.
Das Gelege besteht aus einem oder zwei Eiern, die im Abstand von zwei bis vier Tagen gelegt werden. Die Paare brüten 38 bis 42 Tage lang, bis die Jungen zeitversetzt schlüpfen. Während der ersten 30 Tage bleibt immer ein erwachsenes Tier am Nest, um ein Überhitzen der Küken zu verhindern, die ihre Körpertemperatur noch nicht selbständig zu regulieren können.[6]
Die Altvögel jagen während der Brutzeit in Entfernungen von bis zu 24 Kilometern vom Nest, während Pinguine, die kein Nest betreuuen, sich bis zu 64 Kilometer von der Kolonie entfernen.[1]
Die Küken sind im Alter von acht bis neun Monaten flügge, lassen sich aber gelegentlich auch danach noch von ihren Eltern füttern.[3]
In der Phase, in der nur ein Elterntier auf Jagd geht, kann die Konkurrenz zwischen den Küken in Kombination mit Nahrungsknappheit dazu führen, dass nur das stärkste Küken überlebt (in der Regel das Erstgeborene).
Natürliche Feinde

Galápagos-Pinguine haben – anders als die antarktischen Arten – nicht nur Feinde im Wasser, sondern auch an Land. Die auf den Galápagos-Inseln heimischen Sumpfohreulen (Asio flammeus) und der Galápagosbussard (Buteo galapagoensi) machen gelegentlich Jagd auf Pinguine. Im Wasser zählen verschiedene Arten von Requiemhaien, der Orca (Orcinus orca), der Galápagos-Seelöwe (Zalophus wollebaecki) sowie der Galápagos-Seebär (Arctocephalus galapagoensis) zu ihren Fressfeinden. Küken und Eier sind zusätzlich durch einheimische Schlangen und die Rote Klippenkrabbe (Grapsus grapsus) gefährdet.
Eingeschleppte Tierarten als Feinde
Zusätzliche Gefahren stellen Tierarten dar, die vom Menschen auf das Insel-Archipel eingeschleppt wurden. Die Kolonien werden durch diverse Neobiota dezimiert, zu denen Hunde, Katzen und Ratten zählen, die nicht nur Eier und Küken fressen, sondern teilweise auch ausgewachsene Tiere.[3] Die Anwesenheit von Katzen reduziert nicht nur den Bruterfolg (um bis zu 49 Prozent), sondern hat darüber hinaus dazu geführt, dass der Erreger Toxoplasma gondii (seit 2013) auch die Pinguine infiziert hat.[1]
Ebenfalls durch den Menschen gelangten in den 1980er Jahren Stechmücken (Culex quinquefasciatus) auf die Galápagos-Inseln, die sowohl Malaria, als auch Varianten des Nildfiebers übertragen, deren Auswirkungen auf die Pingiune noch nicht abschließend geklärt sind.[1]
Bestandsentwicklung und Gefährdungsfaktoren
Im Jahr 2025 wurde der geschätzte Bestand der Galápagos-Pinguine mit 1.500 bis 4.700 Tiere angegeben.[3]
Die Angaben zur Populationsentwicklung lassen auf eine gewaltige Abnahme der kleinen Pinguine zwischen 1971 (als einige Quellen noch auf 10.000 Tiere kamen) und 1983 (wo teilweise Angaben von unter 1.000 Tieren gemacht wurden) schließen. Dabei spielten sowohl der Vulkanausbruch des Sierra Negra (1979) als auch die Ausprägung des El-Niño (insbesondere in den Jahren 1971–1972 und 1982–1983), durch den sich das Nahrungsangebot dramatisch reduzierte eine entscheidende Rolle.[7][8]
Da Phänomene wie El-Niño durch den Klimawandel verstärkt werden, gehen Forscher davon aus, dass dies sich ungünstig auf die Widerstandsfähigkeit der Pinguine gegen Krankheiten, sowie ihre Reproduktionsrate, auswirken wird.[8]
Zusätzlich wirken sich die Folgen menschlicher Aktivitäten negativ auf die Lebensbedingungen und den Bestand der Galápagos-Pinguine aus; zunehmende Verschmutzung der Ozeane (insbesondere Ölverschmutzung), Fischerei, Schifffahrt und Tourismus.[1][7]
Weblinks
- Spheniscus mendiculus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 29. Dezember 2009.
- Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus) auf eBird.org
- Beschreibung der Art bei www.pinguine.net