Jüdisches Museum Galizien

Jüdisches Museum in Krakau From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Jüdische Museum Galizien (polnisch Żydowskie Muzeum Galicja); befindet sich in der Ulica Dajwór in Kazimierz, dem historischen Jüdischen Viertel von Krakau in Polen.

Schnelle Fakten Daten ...
Jüdisches Museum Galizien
Muzeum Żydowskie Galicia
Daten
Ort Kraków
Ulica Dajwór 18 Welt-Icon
Eröffnung 2004
Website
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Geschichte

Das Museum wurde im April 2004 vom britischen Foto-Journalisten Chris Schwarz gegründet, um an die reichhaltige Jüdische Kultur und Geschichte der Juden im polnischen Galizien vor dem Holocaust zu erinnern. Nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 2007 wurde Kate Craddy neue Direktorin, gefolgt von Jakub Nowakowski im Jahr 2010.[1][2]

Das Museum zeigt die jüdische Vergangenheit und Gegenwart Polens aus einem zeitgenössischen Blickwinkel. Neben den Dauerausstellungen Traces of Memory und Eine unvollendete Erinnerung: Das jüdische Erbe und der Holocaust in Ostgalizien[3] werden temporäre Sonder- und Wanderausstellungen mit Bezug zu Fotografie und Zeitgenössischer Kunst gezeigt wie z. B. die Fotoausstellung Rettung, Erlösung und Erneuerung – 100 Jahre “The Joint” in Polen.[4] Jährlich besichtigen etwa 30.000 Besucher das Museum (im Jahr 2012 waren es 30.126) mit steigender Tendenz.[5]

Ausstellungen

Dauerausstellung: Spuren der Erinnerung

Das Herzstück des Museums ist die Dauerausstellung Traces of Memory (Spuren der Erinnerung). Es ist eine besondere Sammlung von Fotografien des britischen Fotografen Chris Schwarz, die einen Einblick in die Kultur und Kulturgeschichte des jüdischen Lebens und dessen Zerstörung im polnischen Galizien gibt. Die Ausstellung wurde mit Hilfe von Jonathan Webber (Emeritus, UNESCO-Professor für Jüdische und Interreligiöse Studien an der University of Birmingham, UK; Professor an dem Institut für Europäische Studien an der Jagiellonen-Universität, Krakau, Polen) erarbeitet. Webber verfasste u. a. die Begleittexte zur Ausstellung. Die Ausstellung fügt die Rudimente jüdischen Lebens in Galizien zu einem Bild einer Region zusammen, die einmal ein Zentrum Jüdischer Kultur und -Lebens war, und präsentiert diese. Sie ist ein Lamento an die zerstörte jüdische Zivilisation, die einmal in dieser Region und im ganzen Land blühte, sie erinnert an die Orte der Vernichtung und erkennt Versuche der Mahnwache an diese Gräueltaten an.[5]

Sonderausstellungen

Das Jüdische Museum Galiziens verfügt über die Räumlichkeiten mehrere Sonderausstellungen gleichzeitig neben der Dauerausstellung zu beherbergen. Die Ausstellungen umfassen ein Spektrum von Moderner Kunst mit jüdischer Thematik, bis hin zu Sachausstellungen und Fotoausstellungen, zum Beispiel über Israel in den 1930er Jahren. Es finden sowohl Ausstellungen statt, die vom Museum selber erarbeitet und zusammengestellt sind, als auch von außerhalb. Das Museum ist ebenfalls ein Anlaufort für internationale und nationale Wanderausstellungen.[5]

Sonderausstellungen des Museums waren u. a.:

  • Soshana – Collector of Worlds (Soshana – Eine Weltensammlerin). Die Ausstellung präsentierte die Werke der jüdisch-österreichischen Künstlerin Soshana (geb. 1927 in Wien). Nachdem Soshana international Anerkennung gefunden hatte, war dies die erste Ausstellung ihrer Werke in Polen.[6]
  • Im Jahr 2006 wurde die Ausstellung Polish Heroes (Polnische Helden) zum Thema Gerechte unter den Völkern gemeinsam mit dem Auschwitz Jewish Center in Oświęcim konzipiert.[7] Diese ist inzwischen in 6-facher Ausführung in Polen, England und Nordamerika zu sehen.

Aktivitäten

Klezmer Konzert (2009)

Es werden Ausflüge und Führungen nach Auschwitz/Birkenau, Treffen mit Überlebenden und Gerechten unter den Völkern sowie Führungen durch Kazimierz, das historische Jüdische Viertel Krakaus, organisiert. Das Museum bietet viele Projekte für Schulgruppen. Es finden kulturelle Veranstaltungen im Museum statt, wie ein Treffen mit dem örtlichen Rabbi (Gelehrter)|Rabbi, Konzerte oder Buchlesungen. Außerdem zelebriert die progressive Jüdische Gemeinde Krakaus Beit Kraków fast jeden Freitagabend im Museum ihren Gottesdienst.[8][5]

Einzelnachweise

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