Game Boy Gallery

Computerspiel aus dem Jahr 1995 From Wikipedia, the free encyclopedia

Game Boy Gallery ist eine Videospielsammlung, die von Nintendo R&D1 und Tose entwickelt und 1995 für Game Boy nur in den PAL-Regionen Europa und Australien veröffentlicht wurde.

EntwicklerJapanJapan Nintendo R&D1
JapanJapan Tose
VeröffentlichungEuropa 27. April 1995
AustralienAustralien 1995
Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Game Boy Gallery
Entwickler JapanJapan Nintendo R&D1
JapanJapan Tose
Publisher JapanJapan Nintendo
Veröffentlichung Europa 27. April 1995
AustralienAustralien 1995
Plattform Game Boy
Medium Steckmodul
Sprache Englisch
Schließen

Die Sammlung enthält die fünf Spiele Ball, Vermin, Flagman, Manhole und Cement Factory, welche ursprünglich von 1980 bis 1983 für Nintendos Game & Watch erschienen sind. Letzteres wurde ursprünglich als Mario's Cement Factory veröffentlicht, doch für diese Umsetzung wurde der Videospielcharakter Mario durch eine generische Spielfigur ersetzt und somit auch der Titel des Spiels angepasst.

Es ist der Vorgänger von Game & Watch Gallery (1997), Game & Watch Gallery 2 (1997), Game & Watch Gallery 3 (1999), Game & Watch Gallery Advance (2002), Game & Watch Collection (2006) und Game & Watch Collection 2 (2008).

Gameplay

In den fünf enthaltenen Spielen kann zwischen den Modi A und B gewählt werden, welche sich wie auf dem originalen Game & Watch beim Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Auch kann bei jedem Spiel zwischen zwei Musikstücken gewählt werden: Ein Soundtrack, welcher sich originaltreu an die Sounds vom Game & Watch orientiert und ein Soundtrack, welcher die Soundmöglichkeiten des Game Boy besser ausschöpft. In jedem Spiel wird die erreichte Höchstpunktzahl gespeichert und angezeigt. Andere „Modern“-Varianten, sammelbare Sterne oder Freispielbares wie in den Nachfolgern ab Game & Watch Gallery (1997) gibt es hier noch nicht.

Das originale Game & Watch Ball, welches auf Game Boy Gallery spielbar ist.
  • Ball

Erstveröffentlichung für Game & Watch am 28. April 1980. Das erste jemals erschienene Game-&-Watch-Spiel. Man steuert eine jonglierende Spielfigur, dessen beide Arme nach links und rechts bewegt werden können. Zwei Bälle fliegen langsam in die Luft und müssen so oft wie möglich aufgefangen werden, indem man die Hände an die richtigen Stellen gesteuert hat. Für jedes Jonglieren gibt es Punkte und das Spiel endet, wenn zu oft Bälle nicht aufgefangen werden konnten.

  • Vermin

Erstveröffentlichung für Game & Watch am 10. Juli 1980. Man steuert eine Spielfigur mit je einem Hammer in jeder Hand. Auf der unteren Bildhälfte graben sich Maulwürfe sichtbar an die Oberfläche und es gilt, die Hämmer beim Erscheinen der Maulwürfe über eine der vier möglichen Positionen lediglich nach links und rechts zu bewegen, wodurch die Spielfigur automatisch zuschlägt und der Maulwurf dadurch verschwindet. Für jeden getroffenen Maulwurf gibt es einen Punkt und wenn zu viele Maulwürfe nicht erwischt wurden, endet das Spiel.

  • Flagman

Erstveröffentlichung für Game & Watch am 5. Juni 1980. Eine Spielfigur zeigt die Zahlen 1, 2, 3 und 4 in zufälliger Reihenfolge und im Anschluss muss man auf Knopfdruck die entsprechenden Zahlen wiederholen. Daraufhin wiederholt die Spielfigur die vorherige Zahlenkombination und verlängert sie jeweils um eine Ziffer, was es erneut zu wiederholen gilt, womit der Gameplayloop bei einer erfolgreichen Eingabe immer um eine Ziffer länger wird. Für jede erfolgreiche Wiederholung gibt es einen Punkt und das Spiel endet bei einem einzigen Fehler.

Das originale Game & Watch Manhole, welches auf Game Boy Gallery spielbar ist.
  • Manhole

Erstveröffentlichung für Game & Watch am 29. Januar 1981. Auf zwei Brücken, auf welchen Fußgänger entlanglaufen, bestehen jeweils zwei Lücken. Es kann immer nur eine der insgesamt vier Lücken ausgewählt sein, die für diesen Moment passierbar gemacht wird, um den Fußgängern die Überquerung zu ermöglichen. Jede Überquerung bringt einen Punkt und das Spiel endet, wenn zu viele Fußgänger in den Abgrund gefallen sind.

  • Cement Factory

Erstveröffentlichung für Game & Watch am 16. Juni 1983 als Mario's Cement Factory mit Mario in der titelgebenden Hauptrolle, der hier jedoch durch eine generische Spielfigur ersetzt wurde. Auf einem Stahlträgergerüst steuert man die Spielfigur über feste und teils bewegliche Plattformen. Darüber füllen sich Behälter mit Zement und wenn sich diese gefüllt über einer Klappe befinden, muss die Spielfigur im richtigen Zeitpunkt einen Hebel betätigen, damit der Zement in die darüberliegende Schüssel gekippt wird. Dies wird über drei Etagen wiederholt, ehe der Zement in einem Auto auf der untersten Ebene gelangt. Mit den beweglichen Plattformen kann man die Etage wechseln, aber auch herunterfallen und sich verletzen. Zudem befinden sich Schüsseln und Autos auf beiden Seiten der Fabrik. Jedes erfolgreiche Weiterleiten des Zements gibt einen Punkt und das Spiel endet, wenn die Spielfigur zu oft stürzte oder Hebel zum falschen Zeitpunkt betätigt wurden.

Veröffentlichung

Am 27. April 1995 erschien Game Boy Gallery in Europa, die Veröffentlichung in Australien ist nicht genauer als das Kalenderjahr 1995 dokumentiert. In Japan oder Nordamerika erschien dieses Spiel nicht und es folgten später auch keine Neuveröffentlichungen auf neueren Systemen.

Das Spiel gilt als der Vorreiter zum Spiel Game & Watch Gallery, welches 1997 zunächst in Japan unter dem Namen ゲームボーイギャラリー(, Hepburn: Gēmu Bōi Gyararii) erschienen ist, was sich ebenfalls in Game Boy Gallery übersetzen lässt, was zu Verwechslungen führen kann. In Nordamerika und Europa trägt der Nachfolger daher den Namen Game & Watch Gallery und beinhaltet neben originaltreuen, klassischen Varianten der enthaltenen Spiele auch moderne Spielweisen mit Charakteren des Super-Mario-Franchise. In Australien wurde dieses Spiel unter dem Namen Game Boy Gallery 2 veröffentlicht und dessen Nachfolger sind dort daher bei der Nummerierung immer eine Ziffer voraus.

Rezeption

Weitere Informationen Wertungsspiegel, Publikation ...
Wertungsspiegel
PublikationWertung
CVG19/100[1]
GamesMaster10 %[2]
Mega Fun17 %[3]
TotalNote 4-[4]
Video Games78 %[5]
Consoles Plus85 %[6]
Schließen

Die Wertungen der Fachpresse zu Game Boy Gallery ging teils extrem auseinander. Während manche Videospielmagazine realistische Wertungen vergaben, welche sich auch in etwa mit denen der Nachfolger decken, ließen sich andere zu absurd niedrigen Wertungen hinreißen. In britischen Magazin GamesMaster beispielsweise stand ausschließlich „I can't believe any of this. Even the lads on Amstrad Action were laughing at me.“ als Fließtext bei einer Wertung von 10 %.[2]

„Da Nintendo im Augenblick ja jeden Affen, Klempner oder ähnliches aufs Gnadenloseste recycelt, findet man nicht nur den grünen Punkt auf der Packung der Game Boy Gallery, nein, fünf LCD-Leichen, teilweise 14 Jahre alt, wurden exhumiert und umgebettet. Es muß doch ein Heidenspaß sein, wenn man gerade Donkey Kong oder Link's Awakening gezockt hat, diese schimmeligen Kameraden auf eine Partie "Fang den Ball" oder "Hau den Maulwurf" einzu-"laden". Eure Aufgabe besteht eigentlich nur darin, Eure Spielfigur über drei, maximal vier Positionen auf dem Schirm zu dirigieren, damit sie lustige Flaggen hissen, einen Mischer bedienen oder Löcher stopfen. Die Grafik suchte schon in den Achtzigern ihresgleichen und der Sound bietet nichts, was ein zünftiger Tschibo-Wecker nicht auch kann. Vielleicht hat Nintendo noch ein paar der Spielkarten aus dem letzten Jahrhundert für eine Fortsetzung dieses nekrophilen Reigens?“

Götz Schmiedehausen: Mega Fun 03/1995[3]

„Anfang der 80er Jahre schon ließ Nintendo die Daddlerherzen mit seinen Game-&Watch-Spielen höher schlagen – kleine tragbare ‚Videospiel-Konsolen‘ für unterwegs! Na ja, Viedeospiel ist vielleicht etwas geschmeichelt, denn auf so einem Gerät lief normalerweise nur ein einziges Spiel, da die Anzeigetechnik damals noch nicht so ausgereift war und daher auf dem Display der Großteil der Spielfläche gezeichnet war und nur wenige LCD-Balken oder -Punkte für Bewegung sorgten. Entsprechend simpel war meist auch das Gameplay dieser ‚Reaktionstests‘, mit heutigen Spielen können sie natürlich nicht mehr mithalten. Dennoch hat es sich Nintendo nicht nehmen lassen, gleich fünf dieser Oldies in ein Modul zu packen und die alten Zeiten nochmals aufleben zu lassen. Für Videospiel-Veteranen bietet das Modul noch einen Hauch Nostalgie, Daddlern von heute dürfte trotz SuperGame-Boy-Unterstützung wohl eher das Gesicht einschlafen.“

Michael Anton: TOTAL! 05/1995[4]

„In den späten 80ern geisterte ein mysteriöser Pieps-Virus durch alle Schulanstalten des Landes. Der Wirt des Übels war schnell lokalisiert: Nintendo überschwemmte den Markt mit den Vorläufern der Videospiele, die "Game& Watch"-Minis waren geboren. Simple Reaktionstests wie z.B. Bälle jonglieren oder Maulwurf-Fangen war damals das höchste der Gefühle. Nintendo erinnert sich nun an seine Pionierzeit und ließ es sich nicht nehmen, ein GB-Modul mit fünf der LCD-Oldies zu veröffentlichen. Natürlich können diese Games nicht mehr mit den heutigen Produktionen mithalten. Trotzdem hält GB-Gallery den einen oder anderen Profi-Zocker bei der Stange.“

Wolfgang Schaedle: Video Games 06/1995[5]

Retrospektiv werden diese stark auseinanderklaffenden Wertungen darin begründet, dass in einer Zeit wie dem Jahr 1995, in dem für viele Journalisten und Magazinredakteure ein besonders hoher Wert auf neue technische Fortschritte und grafische Sprünge gelegt wurde, die sich zu dieser Zeit ständig rasant wieder überflügelten, ein technisch bewusst unterwältigendes Spiel wie Game Boy Gallery nicht hauptsächlich am tatsächlichen Spielspaß oder Inhalt gemessen wurde und manche Redakteure dies reflektiert bewerten konnten, andere hingegen zu negativer Übertreibung neigten. Da dies schon damals von Videospielmagazinlesern in Bezug auf Game Boy Gallery übertrieben wirkte und Diskussionen in Leserbriefen nach sich zog, blieben solche unrealistischen Wertungen bei den Nachfolgern wie Game & Watch Gallery (1997) komplett aus.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI