Gargano-Purgierdolde

Pflanzenart From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gargano-Purgierdolde (Thapsia garganica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Thapsia innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).[1] Weitere Trivialnamen sind: Thapsie (lateinisch Thapsia)[2], auch Sterzelkraut oder Böskraut.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Gargano-Purgierdolde

Thapsia garganica, Illustration

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Thapsia
Art: Gargano-Purgierdolde
Wissenschaftlicher Name
Thapsia garganica
L.
Schließen

Beschreibung

Habitus

Vegetative Merkmale

Die Gargano-Purgierdolde ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 250 Zentimetern erreicht. Die oberirdischen Pflanzenteile sind mehr oder weniger kahl.[1] Sie gelten als für einige Säugetiere giftig. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind zwei- bis vierfach zum Teil wirtelig gefiedert. Die schmalen Blattabschnitte sind bei einer Länge von 1 bis 6 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 3 Millimetern linealisch, am Rand umgerollt, ganzrandig oder mit ein oder zwei Zähnen.[1]

Generative Merkmale

Der gelbe, doppeldoldigen Blütenstand ist aus je 5 bis 30 Strahlen und Döldchen zusammengesetzt und besitzt meist keine Hülle oder Hüllchen.[1]

Die Früchte sind bei einer Länge von 12 bis 30 Millimetern flach elliptisch, mit 3 bis 7 Millimeter breiten, oben und unten tief eingebuchteten Flügeln.[1]

Die Blütezeit reicht von April bis Juli.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[3]

Vorkommen

Thapsia garganica kommt im Mittelmeerraum in Tunesien, im nördlichen Algerien, nordwestlichen Libyen, auf den Balearen, auf Sardinien, Sizilien, in Italien, Griechenland, auf Kreta und im westlichen Teil der europäischen und asiatischen Türkei vor.[4][5] Thapsia garganica gedeiht auf trockenen Weideflächen, in Olivenhainen und an Wegrändern.[1]

Systematik

Beide Unterarten sind Synonyme für Elaeoselinum garganicum (L.) Gonz.-Toral, Sanna, Nava, Fern.Prieto & Cires Seit 2025 wird sie als Elaeoselinum garganicum (L.) Gonz.-Toral, Sanna, Nava, Fern.Prieto & Cires in die Gattung Elaeoselinum gestellt.

Botanische Geschichte

Die Gattung Thapsia wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 261 und in Genera Plantarum 1754 Edition 5 Seite 244 erstveröffentlicht. Linné übernahm den Namen von Caspar Bauhins Pinax (1623). Die Erstveröffentlichung von Thapsia garganica erfolgte 1767 durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum. Generum Editionis vi et Specierum Editionis II, Seite 57.[6][4][7][5]

Bei manchen Autoren gibt es etwa zwei Unterarten:

  • Thapsia garganica L. subsp. garganica: Sie kommt auf Ibiza, Sardinien, in Italien, Sizilien und Griechenland vor.[4]
  • Thapsia garganica subsp. messanensis (Guss.) Brullo, Guglielmo, Pasta, Pavone & Salmeri: Dieser Endemit kommt nur auf Sizilien vor.[4]

Sonstiges

Die im Mittelalter auch Tapsia genannte möhrenartige Wurzel der Purgierdolde enthält einen scharfen blasenziehenden Milchsaft.[8] Wegen der dadurch bestehenden Gefahr der Hautreizung wurde bereits in der Antike[9] geraten, Purgierdolden (Thapsia gagarnica und „Thapsia silphium“)[10] nur bei Windstille auszugraben, nachdem die nackten Teile der Haut (mit verdichtender flüssiger Wachssalbe) eingesalbt wurden.[11] Aus der Pflanze wurde ein Wirkstoff für die Krebstherapie isoliert, der nach ihr benannt wurde (Thapsigargin).[12]

Einzelnachweise

Weiterführende Literatur

Related Articles

Wikiwand AI