Garschella-Formation
Lithostratigraphische Einheit
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Garschella-Formation ist eine lithostratigraphische Einheit des Helvetikums am Nordrand der Alpen in der Schweiz, im Allgäu und Vorarlberg. Sie datiert vom frühen Aptium bis ins frühe Cenomanium[1] und ist benannt nach dem Garschella-Plateau am Südwestende des Voralptales im Kanton St Gallen (östlich Chäserrugg).[2]

Beschreibung
Die Garschella-Formation besteht aus Glaukonit- und apatitführenden Sandsteinen, Kalksteinen, Mergeln und Phosphoritlagen. Ihre Dicke variiert zwischen 0,05 und 120 Metern. Sie liegt auf der Schrattenkalk-Formation auf, in deren obersten Teil parallele Einfüllungen aus Glaukonit-Sandsteinen beobachtet werden können. Der Übergang von der Garschella-Formation zum Seewer Kalk geschieht meist durch eine scharfe Transgression.[1]
Das Typusprofil liegt in den Churfirsten am Südrand des Garschella-Plateaus in Schneetolen am Nordhang des Tristencholben (743100 / 223775) auf 1050 m ü. M.[2]
Unterteilung
Schweiz
In der Schweiz wird die Garschella-Formation in Selun-Member, Brisi-Member und Grünten-Member unterteilt:
Selun-Member
Das Selun-Member bildete sich vom späten Aptium bis zum frühen Cenomanium.[2] Es führt hauptsächlich glaukonitische Sandsteine, Kalksteine und Kalkknollen, als auch einzelne Phosphoritlagen. Die Obergrenze liegt dort, wo vermehrt Mikrite des Seewer Kalks vorkommen. Sie ist bis zu 45 m mächtig.[3]
Brisi-Member
Das Brisi-Member bildete sich ebenfalls im späten Aprium aus und führt glaukonitreichen, tonigen Sandstein als auch biodetritischen Kalk.[4] An der Basis befindet sich meistens die sehr variable Luitere-Schicht aus Phosphorit, darüber folgen diverse detritische Ablagerungen wie Sandsteine und Brekzien. Nach oben ist die erosive Grenze zum Selun-Member.[2]
Grünten-Member
Das basale Member der Garschella-Formation entstand im frühen Aptium. Es besteht aus einer mergeligen Basis, die aufgeht in Crinoiden-Bryozoen-Kalk. In einem Aufschluss in Rawil gibt es zwei Phosphorit-Horizonte. Der alte, aber mehrdeutige Begriff für das Member ist „obere Orbitalinaschichten“.[5] Die Untergrenze zum Schrattenkalk ist je nach Region unterschiedlich ausgestaltet.[2]
Die Typlokalität für das Grünten-Member ist am Schinberg, Kanton Nidwalden nordöstlich Brisen (678425 / 196599). Aufschlüsse sind selten. Sie finden sich unter anderem in Vercors, bei Rawil, am Brienzer Rothorn, am Sarnersee, im Engelbergertal, am Fronalpstock, im Innerthal und Wägital, bei Grünten und am Mittagsspitz.[5]