Gebrüder Kulenkampff
Handelshaus mit Sitz in Bremen
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Geschichte
1801 gründete Caspar Gottlieb Kulenkampff (1769–1838) die Firma Kulenkampff & Kroog. 1806 folgte die Umwandlung zum Handelshaus Gebrüder Kulenkampff, das von Caspar Gottlieb und seinem Bruder Peter Andreas Kulenkampff geführt wurde. Zunächst war die Firma ein allgemeines inländisches Warengeschäft mit Sitz in der Martinistraße Nr. 25. Ab 1915 wurde mit Teakholz, Rum, Häuten und Rohtabak gehandelt. 1827 erweiterte sich das Geschäftsfeld durch eine nordamerikanische Filiale und eine Reederei. 1830 fuhr das erste eigene Segelschiff für das Unternehmen. Es folgte ein bedeutsamer Aufschwung. 1835 wurde der Sohn von Caspar Gottlieb Kulenkampff, der spätere Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft Gustav Kulenkampff, Teilhaber der Firma. Zu dieser Zeit war der Handel mit Baumwolle und Tabak vorrangig. 1848 wurde der Firmensitz zur Domsheide Nr. 3 verlegt (Haus Kulenkampff).
1869 wurde August G. Nebelthau Teilhaber der Firma. Er knüpfte Verbindungen zu Frankreich, Italien und Spanien. Der Tabakhandel dominierte zunehmend die Firma, die mit anderen Firmen durch ihre Teilhaber mehr und mehr verknüpft war. Niederlassungen in Nord-, Mittel- und Südamerika wurden eingerichtet. Nebelthau konnte sich erfolgreich gegen das von Bismarck geplante Tabakmonopol durchsetzen[1] und Bremen blieb der bedeutendste Standort für den deutschen Tabakhandel. Zwischen 1830 und 1921 bereederten die Gebrüder Kulenkampff insgesamt 16 Segelschiffe. So wurde zum Beispiel die Bark Admiral Brommy von Gebrüder Kulenkampff bereedert. Die Schiffe transportierten Auswanderer und brachten auf dem Rückweg Baumwolle und Tabak.[2]
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden alte Geschäftsverbindungen wieder aufgenommen. August Nebelthau, ein Enkel von August G. Nebelthau, wurde 1924 geschäftsführender Teilhaber.
Mit dem Zweiten Weltkrieg brach das Tabakgeschäft ein. 1948 wurde der Handel wieder aufgenommen; Arnold Duckwitz und Werner L. Bischoff wurden Teilhaber. 1952 zog die Firma zum Altenwall Nr. 21/23 um und dann Nr. 17/18. Es entstanden Tochterfirmen nun auch im Orient in Afrika und Fernost. Das Unternehmen wurde ab den 1950er Jahren unter anderem Gesellschafter der Deutsch-Indonesischen Tabakshandelsgesellschaft, der Firmen C. A. Bautz und Kaussel & Beckröge.[3] 1958 traten die Söhne Jürgen Duckwitz (1930–1992) und Friedrich August Nebelthau (1931–2005) sowie später Friedrich Edzard (1920–2004) und 1980 Manfred Bischoff (1915–2012) als persönlich haftende Gesellschafter ein. Auch mit technischen Anlagen (Ersatzteile, Zubehör) wurde seit 1955 gehandelt mit Büros in New York, London und Montreal. Aufbereitungsanlagen für den Tabak entstanden weltweit. In der Stammfirma, die in den 1970er Jahren rund 100 Mitarbeiter hatte und zeitweise als Aktiengesellschaft geführt wurde, und den Tochterunternehmen waren um 1980 bis zu 800 Mitarbeiter und 6.000 bis 7.000 Saisonarbeiter beschäftigt.
1990 wurde die Tabakabteilung mit ihren 15 Niederlassungen von der US-amerikanischen Universial Leaf Tobacco Company, Richmond übernommen, die eine Tochter der Universal Corporation ist – im Tabakhandel das größte Handelsunternehmen der Welt. Gebrüder Kulenkampff behielt seinen Namen und hatte 1990 einen Gruppenumsatz von 380 Mio. DM.[4] 2006 zog die Firma Gebrüder Kulenkampff GmbH in das Contrescarpe-Center.
Literatur
- Georg Bessell: Gebrüder Kulenkampff 1806–1956. Geschichte eines Bremer Handelshauses. Privatdruck Bremen 1956.
- Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
Weblinks
- Informationen bei Northdata