Gedenkstätte Ernst Thälmann

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Die Gedenkstätte Ernst Thälmann in Hamburg ist dem ehemaligen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und Opfer des Nationalsozialismus Ernst Thälmann gewidmet. Sie befindet sich in einem Eckhaus am Ernst-Thälmann-Platz/Tarpenbekstraße 66 im Hamburger Stadtteil Eppendorf. In dessen zweiten Stock befand sich die ehemalige Wohnung von Thälmann und seiner Familie.

Gedenkstätte Ernst Thälmann, September 2020
Vitrine mit Abzeichen, Schalmei und Uniform des Roten Frontkämpferbundes

Geschichte

Die Gedenkstätte wurde zum Leben Ernst Thälmanns sowie politischer Weggefährten in der Ladenzeile des ehemaligen Wohnhauses seiner Familie eingerichtet und am 18. August 1969 eröffnet. Zur Gedenkstätte gehören neben den Ausstellungsräumen ebenso eine Bibliothek und ein Archiv.

Die Initiative ging von einstigen Weggefährten Thälmanns aus. Ihnen ging es einerseits gegen die Überhöhung und Glorifizierung Thälmanns als Antifaschist in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) einerseits, andererseits gegen das Vergessen und Verschweigen in der Bundesrepublik Deutschland.[1] Es flossen hierfür auch Gelder aus der DDR. Der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Iljitsch Breschnew besuchte die Gedenkstätte im nicht-offiziellen Teil seines Staatsbesuches am 7. Mai 1978.

Die Gedenkstätte befindet sich bis heute in privater Trägerschaft eines Kuratoriums, welches seine Arbeit im Ehrenamt ausführt. Die Einrichtung ist ausschließlich spendenfinanziert. 2022 wurde im Hamburger Senat seitens der AfD-Fraktion eine kleine Anfrage eingebracht, ob es sich bei dem „Kuratorium Gedenkstätte Ernst Thälmann Hamburg“ um eine verfassungsfeindliche Vereinigung handelt, was im Wesentlichen bejaht wurde, weil die Gedenkstätte „seitens des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) Hamburg der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) Hamburg zugerechnet“ wird,[2] die durch diesem als linksextremistisch eingestuft ist.

Die Ausstellung

In einer Dauerausstellung werden Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung und des Arbeiterwiderstands präsentiert. Den Kern der Ausstellung bilden das Wirken Ernst Thälmanns als Vorsitzender der KPD, seine verschiedenen Haftstationen nach seiner Inhaftierung durch die Gestapo infolge von Denunziation in Berlin, Hannover und Bautzen und schließlich seine Ermordung im KZ Buchenwald. Weitere Objekte wie Fotos und persönliche Fotos und viele persönliche Gegenstände als Exponate beziehen zumeist seine kommunistischen Kampfgenossen im Widerstand, die von Nationalsozialisten verfolgt oder ermordet wurden, in das Gedenken ein. Dieses Material besteht aus Schrift- und Bilddokumenten, zeitgenössischen Zeitungen, Zeitschriften, Plakaten, Fahnen, Abzeichen, einer Uniform des Roten Frontkämpferbundes und Ähnlichem. Es befindet sich darin auch Mobiliar aus Thälmanns Nachlass, insbesondere der Schreibtisch Thälmanns. Die Ausstellung umfasst in 32 Vitrinen und auf 34 Tafeln insgesamt mehr als 500 Exponate.

Bibliothek

Die Gedenkstätte bietet freien Zugang zu einer 1982 eröffneten Bibliothek, die Dokumente und Materialien zur Biographie Thälmanns sowie Literatur der Geschichte der Arbeiterbewegung, des antifaschistischen Widerstands, der Weimarer Republik und der Frauenbewegung beinhaltet. Darüber hinaus verfügt die Bibliothek über Erst- und Originalausgaben von Karl Marx, Friedrich Engels, Rosa Luxemburg und weiteren Autoren der Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts.[3]

Ernst-Thälmann-Platz

Gedenktafel am Wohnhaus in Hamburg
Stolpersteine Tarpenbekstraße 66

Als weitere Gelegenheit zu seinem Gedenken wurde der Platz vor dem Haus im April 1985 in „Ernst-Thälmann-Platz“ umbenannt.[4] Wie der Norddeutsche Rundfunk bemerkte ist die Gedenkstätte in der Öffentlichkeit kaum bekannt.[5] Zur äußeren Gestaltung der Gedenkstätte gehört neben dem Eingang ein schwarzes Relief des sowie eine steinerne Gedenktafel für Thälmann.

Vor der Gedenkstätte an der Tarpenbekstraße 66 befinden sich im Boden eingelassene Stolpersteine für Ernst Thälmann und Walter Krützfeldt. Krützfeldt wohnte in der Tarpenbekstraße 62.[6] Ein weiterer Stolperstein für Thälmann in Hamburg befindet sich für ihn als im Nationalsozialismus ermordeten Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft vor dem Rathaus.

Literatur

  • 20 Jahre Gedenkstätte Ernst Thälmann : Ausstellung, Bibliothek, Archiv, Gedenkstätte Ernst Thälmann, Hamburg 1989.

Einzelnachweise

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