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Gefiederte Glia von Fañanas

Zellen in Kleinhirnrinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Die gefiederten Glia von Fañanas (auch Fañanas-Zellen) sind satellitäre Gliazellen, die in der Rinde (Stratum purkinjense[1], Stratum moleculare[2]) des Kleinhirns anzutreffen sind.

Die Fañanas-Zellen lassen sich nur mit einer speziellen Gold-Sublimat-Methode histologisch darstellen.[3]

Histologie

Die Zellen liegen verstreut in allen Ebenen des Stratum moleculare, gehäuft aber im unteren Drittel.[4] Vereinzelt liegen die Zellkörper schon im Stratum purkinjese. Ihre Zytoplasmaausläufer enthalten keine glialen Filamente oder saures Gliafaserprotein.[2] Sie stehen den Ausläufern der epithelialen Golgi-Zellen gegenüber, den Bergmann-Glia, die als Purkinje-Zell-Fortsätze die zweite wichtige Gliazellpopulation der Kleinhirnrinde bilden.[5] Manche Autoren schreiben den Fañanas-Zellen eine enge Verwandtschaft zu den epithelialen Golgi-Zellen zu,[4] andere sehen sie als Subtyp an.[5]

Man unterteilt die Fañanas-Zellen nach ihrer Morphologie in

  • einfiedrig
  • zweifiedrig
  • mehrfach gefiedert

Fañanas-Zellen sind in der Regel nicht an der gliösen Grenzmembran (Membrana limitans gliae), im Gegensatz zu den Bergmann-Glia, beteiligt.

In einer 2018 veröffentlichten Studie wurden zwei immunhistochemische Antikörper (gegen Kv2.2 Kalium-Kanäle und gegen Calsenilin KChIP3) als potentielle Marker für Fañanas Zellen entdeckt.[6]

Geschichte

Die gefiederten Zellen von Fañanas wurden 1916 von Jorge Ramón y Cajal Fañanás, einem Sohn Ramón y Cajals entdeckt.[3] In der heutigen Zeit sind sie aufgrund ihrer ungeklärten klinischen Bewandtnis größtenteils in Vergessenheit geraten. Eine eindeutige Funktion konnte diesen Zellen ebenfalls nicht zugeordnet werden.

Klinik

Die Fañanas-Zellen sind nur selten Bestandteil klinischer Studien und labormedizinischer Untersuchungen.

Im Zusammenhang mit der Creuztfeldt-Jakob-Erkrankung wurde dieser Gliazelltyp jedoch neben Bergmann-Glia, Mikroglia und Astrozyten auf Veränderungen untersucht. In diesem Zusammenhang fiel bei Fañanas-Zellen, Bergmann-Glia und den Mikroglia eine Expression von Vimentin auf, während nur eine geringe Menge an reaktiven Astrozyten Vimentin-positiv waren. Diese Erkenntnis unterstützt allerdings nur die These, dass vor allem die Astroglia eine zentrale Rolle bei der CJD spielen, während der Einfluss Fañanas-Glia scheinbar nicht tragend ist.[7]

Einzelnachweise

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