Gegenabhängigkeit

From Wikipedia, the free encyclopedia

Gegenabhängigkeit bezeichnet in der Psychologie eine Form von subjektiv psychischer Abhängigkeit: Aus dem Bedürfnis eines Individuums, einer Gruppe oder auch einer sozialen Bewegung resultiert die abhängige Gegenreaktion – wie beispielsweise Trotz, Rebellion,[1] parentifizierte Anmaßung etc.

Nach dem gruppendynamischen Modell der rangdynamischen Positionen (Schindler 1957) steht in Gruppen häufig das Mitglied, das die Omega-Position einnimmt, in Gegenabhängigkeit zur Alpha-Position. Eine Unterphase der Gegenabhängigkeit entsteht zuweilen nach einer Phase der Abhängigkeit.[2]

Gegenabhängigkeit (Kodependenz) in der Psychotherapie

In sozialen Beziehungen ist der Gegenabhängige (Kodependente) häufig Gegenspieler bzw. komplementärer Partner des Co-Abhängigen.[3] Psychisch Kranke, die in ihrem Therapeuten die gegenabhängige Rolle der „kritischen Eltern“ suchen, erwarten damit Gegenübertragung durch den jeweiligen Therapeuten.[4] Übernimmt der Therapeut oder der Sozialarbeiter die gegenabhängige Position („bessere Eltern“),[5] wirkt dies kontraproduktiv gegenüber Hilfesuchenden (Vgl. Reparenting).[6]

Siehe auch

  • Interdependenz (gegenseitige Abhängigkeit – „Zwischenabhängigkeit“)

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI