Gemniemhat
altägyptischer Beamter
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Gemniemhat (auch kurz nur Gemni) war ein hoher altägyptischer Beamter am Ende der Ersten Zwischenzeit oder am Beginn des Mittleren Reiches (ca. 2000 v. Chr.). Er ist nur von seinem Grab (HMK 30)[2] in Sakkara (neben der Teti-Pyramide) bekannt, das sich unberaubt fand.[3] Gemniemhat trug unter anderem die Titel „Königlicher Siegler“, „Einziger Freund“, „Hausvorsteher“ und „Vorsteher der Doppelscheune“. Er war auch „Phylenleiter“ an der Pyramide von Teti und an der Pyramide von König Merikare und damit zuständig für den Totenkult dieser Könige.
| Gemniemhat in Hieroglyphen | |||||
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Gemniemhat (Gemni em hat) Gmnj-m-ḥ3t Gemni ist an der Spitze[1] | |||||
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Imi-ra-per Jmj-r3-pr Hausvorsteher | |||||
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Imi-ra-schenuti Jmj-r3-šnwtj Vorsteher der Doppelscheune | |||||
Ny Carlsberg Glyptotek (Inventarnummer: ÆIN 1616) | |||||
Das Grab

Sein Grab bestand aus einer einfachen Mastaba, die keine Innenräume hatte und mit einer Scheintür dekoriert war. Auf ihr befanden sich neben der Opferformel vor allem die Titel des Gemniemhat.[4] Am unteren Ende ist Gemniemhat sechsmal dargestellt, viermal als junger Mann mit langer Perücke, breiten Schultern und schlank, zweimal als alter Mann mit kurzem Haar und fülliger Gestalt.
Neben der Mastaba gab es einen Schacht, der in die unterirdische Grabkammer führt. Hier standen die zwei ineinander gestellten Särge des Gemniemhat, die vor allem auf den Innenseiten reich dekoriert sind. Der äußere Sarg war durch die Feuchtigkeit im Grab angegriffen und fiel anschließend in Stücke. Zuvor konnten die Ausgräber noch Fotos anfertigen. Der innere Sarg, aus Zedernholz, ist jedoch hervorragend erhalten geblieben. Auf dem Sargdeckel und -boden sind Auszüge aus den Pyramidentexten angebracht worden. Der Name des Königs ist durch den des Gemniemhat ersetzt worden. Die Texte auf dem Sargdeckel beschreiben, dass Gemniemhat die Krone Unterägyptens und die Zepter Ägyptens erhält. Dadurch erreicht er den gleichen Status wie ein verstorbener König. Die Texte am Boden versichern: „O Osiris Gemni, nicht tot bist du davongegangen, sondern lebendig bist du davongegangen. Setze dich auf den Thron des Osiris ..., Osiris Gemni.“[5] Die ursprünglich nur für den König im Jenseits vorgesehene Göttlichkeit wird nun auch von Privatpersonen in Anspruch genommen. Die Leiche war mit einer Mumienmaske geschmückt. Es fanden sich Schmuck und ein Satz von Stäben, eine Kopfstütze, zwei Holzmodelle von Sandalen und Bögen (Waffen). Neben dem Sarg stand ein Kanopenkasten. Auf dem Sarg fanden sich Modellfiguren. Sie zeigen Gemniemhat, aber auch Werkstätten, wie eine Bäckerei, eine Brauerei, einen Getreidespeicher, Spinnen und Weben, sowie Schreiner, Schmiede und Töpfe. Ferner gab es einige Bootsmodelle und zwei weibliche Opfergabenträger und etwas Keramik.
Alle Objekte im Grab sind speziell für die Grabausstattung angefertigt worden.
Die Bestattung wurde 1921 bei Grabungen unter der Leitung von Cecil M. Firth entdeckt. Ein Großteil der Grabausstattung befindet sich heute in der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen.
Datierung
Die Datierung des Gemniemhat wird in ägyptologischen Literatur kontrovers diskutiert. In der Ausgrabungspublikation wurde das Grab in die 1. Zwischenzeit datiert. Dies fand lange Zeit keinen Widerspruch, da Gemniemhat auch am Pyramidentempel von Merikare, einem der letzten Herrscher der 1. Zwischenzeit tätig war. Wolfgang Schenkel schlug dagegen eine Datierung an den Beginn der 12. Dynastie vor.[6] Er führte vor allem paläographische Gründe der Sargaufschriften an. Andere spätere Untersuchungen datierten das Grab, vor allem wegen des Kultes an der Pyramide des Merikare, weiterhin in die späte 1. Zwischenzeit.[7][8]
Literatur
- Cecil Mallaby Firth, Battiscombe G. Gunn: Teti Pyramid Cemeteries. (= Excavations at Saqqara.). Band 1: Text. Imprimerie de l'Institut français d'archéologie orientale, Kairo 1926, S. 52–54, 187, 227–231, 267–269 und Band 2: Plates. Imprimerie de l'Institut français d'archéologie orientale, Kairo 1926, Tafel 22–31.
- Mogens Jørgensen: Catalogue, Egypt I (3000–1550 B.C.), Ny Carlsberg Glyptotek. Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen 1996, ISBN 87-7452-202-7, S. 124–151.
- Mogens Jørgensen (Hrsg.): Gravskatte fra det gamle Ægypten / Tomb Treasures from Ancient Egypt. Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen 2002, ISBN 87-7452-261-2, S. 69–109
