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Generalsanierung Hochleistungsnetz

Infrastrukturvorhaben der DB InfraGO From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Generalsanierung Hochleistungsnetz (zumeist kurz Generalsanierung, inzwischen Korridorsanierung[1]) bezeichnet ein Infrastrukturvorhaben der deutschen Bundesregierung und der DB InfraGO zur umfassenden Erneuerung der bedeutendsten und verkehrsreichsten Eisenbahnverbindungen in Deutschland, die bei der Deutschen Bahn (DB) als Hochleistungskorridor eingeordnet sind. Insgesamt sollen zwischen 2024 und 2035 über 4000 Streckenkilometer während mehrmonatiger Vollsperrungen grundlegend instand gesetzt werden. Auf diese Weise sollen möglichst viele Arbeiten gleichzeitig durchgeführt werden können. Dies bedeutet eine Abkehr vom bisherigen, als ineffizient geltenden Prinzip, viele kleine Projekte über Jahre hinweg unter laufendem Betrieb umzusetzen.

Ausgangssituation und Initiierung

Vorgeschichte

In der ersten Jahreshälfte 2022 sank die monatliche Pünktlichkeit im Personenfernverkehr kontinuierlich von 80,9 % im Januar auf Werte unter 60 % in den Monaten Juni, Juli und August.[2][3][4][5] Bahnintern gilt eine Pünktlichkeit von unter 70 % als rote Linie. Danach setze eine Art Todesspirale ein, die letztendlich zum Festfahren führt, wie der damalige Bahnchef Richard Lutz beschrieb.[6] Gleichzeitig war die Lage im Güterverkehr trotz Krisensitzung des BDI Anfang 2022 unverändert schlecht: Schon 2021 waren 41,6 % der Güterzüge verspätet, auch 2022 waren bis Juni nur 60 % der Güterzüge pünktlich. An die Zielsetzung der Bundesregierung im Rahmen des 2020 veröffentlichten Masterplan Schienenverkehr, bis 2030 den Anteil der Bahn am Warentransport von 18,3 % auf 25 % auszubauen, glaubte beim Schienenverband Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) kaum noch jemand.[7]

Der Produktionsvorstand von DB Cargo, Ralf Kloß, beschrieb die Situation Mitte Mai 2022 in einem DB-Cargo-internen Video: Das Chaos sei inzwischen derartig gewaltig aufgrund von Baumaßnahmen und Störungen, dass es kaum noch zu beherrschen sei. Er habe in seinen 40 Jahren bei DB Cargo eine solche Situation nicht erlebt. Man denke über sehr radikale Maßnahmen nach und habe als erste Notaktionen u. a. für 25–30 % der Annahmestellen einen Stop für Einzelwagenverkehr verhängt.[7][8] An einem Freitag Ende Mai 2022 standen 309 Züge der DB Cargo unfreiwillig.[9] An einem Montag Ende Mai musste DB Cargo 400 Züge im Depot lassen.[9] Viele Unternehmen ließen wegen der Verspätungen und Ausfälle ihre Waren lieber wieder mit dem LKW befördern, weil die Bahn das Lieferaufkommen nicht bewältigen konnte.[10] Immer mehr Speditionen würden von ihren Auftraggebern aufgefordert, die Bahn auf ihren Transportwegen zu streichen, so Frank Huster vom Branchenverband DSLV Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV).[7]

Ursache für die Verspätungen war das Übermaß an Baustellen, das einen reibungslosen Verkehr nicht mehr zuließ.[7] Alleine für den Zeitraum vom 3. Juni bis 28. August 2022 waren 20.712 einzelne Bau- und Reparaturmaßnahmen bei der DB Netz AG aufgeführt.[7] Dabei waren Forderungen nach einer Bündelung der Baumaßnahmen schon zuvor von verschiedenen Seiten geäußert worden.[7][9] Nachdem DB Cargo in einem Telefonat Ende Mai Kunden über ein bevorstehendes „bitteres Jahr“ informiert hatte, entschlossen sich die Kunden, sich an Verkehrsminister Volker Wissing zu wenden.[9]

Ankündigung der Generalsanierung

Am 22. Juni 2022 machte Verkehrsminister Volker Wissing die Sanierung des Bahnnetzes zur Chefsache.[11][12][13] In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bahnchef Richard Lutz[14] kündigte er eine grundlegende Sanierung des Schienennetzes an. Die Arbeiten sollen 2024 starten und 2030 in ein Hochleistungsnetz münden. Die Klimaziele der Regierung seien mit dem aktuellen Zustand der Bahn nicht zu schaffen. Die Infrastruktur der Bahn sei jahrelang vernachlässigt und durch Unterfinanzierung und politische Versäumnisse an ihre absolute Grenze gebracht worden. Die Nutzungsintensität auf dem Schienennetz hat sich seit der Bahnreform 1994 bis 2021 um mehr als 60 Prozent erhöht. Laut Bahnchef Lutz waren 2010 rund 47.000 Personen- und Güterzüge unterwegs, im Jahr 2022 sind es rund 51.000 und für 2030 werden gut 59.000 Züge erwartet.[11]

Das hochbelastete Netz, rund 3500 km lang und damit rund 10 % des Gesamtnetzes, sei bereits ohne Baumaßnahmen zu 125 % ausgelastet.[11] Um die Einschränkungen für Güter- und Personenverkehr zu minimieren, sollen alle geplanten Maßnahmen radikal gebündelt werden,[12] um die Streckenabschnitte anschließend für mehrere Jahre frei von Baustellen zu halten. Außerdem sollen bei Bauarbeiten nicht nur die bestehenden Mängel beseitigt, sondern auch Zusatzmaßnahmen vorgenommen werden und die betroffenen Strecken damit auf einen erstklassigen Ausstattungsstandard kommen. Zudem solle mehr auf kundenfreundliches Bauen gesetzt werden und zu diesem Zweck hochverdichtete und kapazitätsschonende Bauverfahren genutzt werden.

Pilot Riedbahn

Im September 2022, drei Monate nach Bekanntgabe des Generalsanierungskonzeptes, kündigte die Bahn an, die Riedbahn (Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt am Main) als erste generalzusanieren. Am 15. Juli 2024 sollte die Strecke vollgesperrt werden und innerhalb von 5 Monaten alle Anlagen und Bahnhöfe erneuert werden. Bereits zuvor sollten die geplanten Umleitungsstrecken für den Personen- und Güterverkehr technisch vorbereitet und ausgerüstet werden. Als erwartete Kosten wurden rund 500 Millionen € genannt.[15] Die Sanierung der Riedbahn wurde auch als Pilotprojekt auf dem Weg zum Hochleistungsnetz bezeichnet.[16] Das Gelingen des Projekts Riedbahn-Generalsanierung sollte zur Blaupause für die Ertüchtigung weiterer Hochleistungskorridore werden.[17] Im Rahmen der Sanierungen sollten auch kleine kapazitätssteigernde Maßnahmen wie zusätzliche Überleitstellen, Weichen und Blockverdichtungen umgesetzt werden. Streckenausrüstungen mit dem European Train Control System waren ebenfalls vorgesehen.[18] Ziel der Generalsanierung war es, den Zugverkehr pünktlicher zu machen und die Voraussetzungen zu schaffen, um die verkehrspolitischen Ziele im Personen- und Güterverkehr zu erreichen.[19]

Im Rahmen der Vollsperrung wurden u. a. 117 km Gleise, 140 km Lärmschutzwände sowie die Leit- und Sicherungstechnik erneuert.[20] Ferner wurden drei neue Überleitstellen und einzelne Geschwindigkeitserhöhungen umgesetzt. Zu dem Vorhaben zählte auch die Westliche Einführung der Riedbahn, der Abschnitt Biblis–Worms, der Abschnitt zwischen Hofheim und Bürstadt der Nibelungenbahn sowie Verbindungskurven im Bereich des Bahnhofs Groß Gerau-Dornberg.[21] Am 14. Dezember 2024 wurde die sanierte Strecke wieder für den Verkehr freigegeben.[22][23]

Nicht in Betrieb gingen zunächst mehrere Nebenäste, mehrere nicht durchgehende Hauptgleise, mehrere Bahnübergänge und die Zugbeeinflussung per European Train Control System (ETCS).[24] ETCS ging größtenteils am 30. April 2026 in Betrieb, in Teilbereichen steht die Inbetriebnahme weiter aus.

Weitere Entwicklung

Insgesamt sollen zwischen 2024 und 2030 über 4000 Streckenkilometer während mehrmonatiger Vollsperrungen grundlegend instand gesetzt werden,[25] um als Hochleistungskorridore wirken zu können.[26][27] Auf diese Weise sollen möglichst viele Arbeiten gleichzeitig durchgeführt werden können. Dies bedeutet eine Abkehr vom bisherigen, als ineffizient geltenden Prinzip, viele kleine Projekte über Jahre hinweg unter laufendem Betrieb umzusetzen.[28] Bis 2027 sollen 1500 Streckenkilometer generalsaniert werden.[29] Im Juni 2025 kündigte die DB InfraGO an, den Zeitplan für die Generalsanierungen zu überarbeiten und die Maßnahmen auf einen längeren Zeitraum zu strecken.[30] Im Rahmen eines „Branchendialogs“ sollte ein Vorschlag für eine Streckung bis 2035 erarbeitet werden.[31] Nach den Erfahrungen bei der Generalsanierung der Riedbahn wurde entschieden, auf der Strecke Berlin–Hamburg keine Doppelausrüstung mit Punktförmiger Zugbeeinflussung (PZB) und dem European Train Control System (ETCS) vorzunehmen. Stattdessen werden zunächst weiterhin PZB und LZB zum Einsatz kommen.[32][33] Die perspektivisch notwendige Aufrüstung auf ETCS soll dann in den frühen 2030er Jahren erfolgen.[32] Ebenso sollen weniger Weichen und Ausweichstellen als ursprünglich vorgesehen eingeplant werden[33], so dass nur zwischen 10 und 15 % der Anlagen erneuert würden.[34]

Nach Abschluss einer Generalsanierung soll fünf Jahre Baufreiheit gewährleistet werden.[35]

Ausgewählte Streckenkorridore

Folgende Strecken sollen Bestandteil der Generalsanierung sein:

Weitere Informationen Projekt (Strecke), Länge ...
Projekt (Strecke)[36]LängeBeginn[37]Ende[37]ursprünglicher Zeitplan[38]VorgehenKosten­schätzung
Mannheim Waldhof–Zeppelinheim („Riedbahn“)074 km15. Juli 202414. Dez. 2024 (feierliche, eingeschränkte Wiederinbetriebnahme)
30. April 2026 (Zielzustand weitestgehend erreicht)
2. Halbjahr 2024Vollsperrung[36]. Zielzustand wurde zunächst nicht erreicht, Strecke lief mit gegenüber dem vorigen Zustand reduzierter zulässiger Geschwindigkeit und mit gegenüber dem geplanten Zustand verminderter Kapazität. Am 30. April 2026 wurde das dazu notwendige ETCS auf einem Großteil der Strecke in Betrieb genommen.1,5 Mrd. €[39]
Emmerich–Oberhausen073 km15. Feb. 202517. Mai 20261. Halbjahr 2025Abwechselnd Vollsperrungen (167 Tage lang) und eingleisige Sperrungen im Abschnitt Wesel–Friedrichsfeld (396 Tage lang)[40][41][36]600 Mio. €[42]
Berlin–Hamburg278 km1. Aug. 202515. Mai 2026 (nur Nordabschnitt)
14. Juni 2026 (auf ganzer Länge, mit Einschränkungen)
2. Halbjahr 2025Die für den 30. April 2026 geplante Wiederinbetriebnahme wurde am 16. Februar 2026 abgesagt.[43] Am 11. März 2026[44] wurde eine mehrstufige Inbetriebnahme bekanntgegeben. Seit 15. Mai läuft Zugverkehr im Nordabschnitt zwischen Hamburg und Hagenow, seit 14. Juni 2026 ist die gesamte Strecke wieder eingeschränkt befahrbar.2,7 Mrd. €[45]
Hagen–Wuppertal und Wuppertal–Köln065 km6. Feb. 202610. Juli 2026 (eingeschränkt)[46]1. Halbjahr 2026800 Mio. €[47]
Regensburg–Nürnberg Reichswald088 km6. Feb. 202631. Juli 2026[48]1. Halbjahr 2026Die für den 10. Juli 2026 geplante Wiedereröffnung wurde am 7. Juli 2026 abgesagt und um drei Wochen verschoben.[49]1,376 Mrd. €[50]
Obertraubling–Passau115 km14. Juni 202612. Dez. 20262. Halbjahr 20261,3 Mrd. €[51]
Troisdorf–Koblenz (Rechte Rheinstrecke)089 km10. Juli 202612. Dez. 20262. Halbjahr 20261,6 Mrd. €[52]
Koblenz–Wiesbaden (Rechte Rheinstrecke)093 km
Lehrte–Berlin227 km2. Okt. 202610. Dez. 20271. Halbjahr 2027Diverse Teil- und Vollsperrungen von Schnellfahrstrecke und Stammbahn sind zwischen 31. Mai 2025 und 11. Dezember 2027 geplant.[53]
Rosenheim–Salzburg061 km7. Feb. 20279. Juli 20272. Halbjahr 2027Beginn wurde vom 5. auf 7. Februar 2027 verschoben[54]
Bremerhaven–Bremen092 km9. Juli 202710. Dez. 20272. Halbjahr 2027
Hanau–Fulda081 km16. Aug. 20274. Feb. 2028Wurde nachträglich aufgenommen
Hagen–Hamm054 km21. Jan. 202823. Juni 20281. Halbjahr 2028
München–Rosenheim055 km21. Jan. 202823. Juni 20281. Halbjahr 2027Soll laut Aussagen des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter nicht als Generalsanierung, sondern in anderer Form durchgeführt werden, beispielsweise in mehreren Etappen.[55] Vorgesehen sind inzwischen eine achtwöchige Sperrung im Frühjahr 2028 und eine bis zu 16-wöchige Sperrung im ersten Halbjahr 2031.[56]
Hürth-Kalscheuren–Koblenz084 km4. Feb. 20287. Juli 20281. Halbjahr 2028
Koblenz–Mainz092 km4. Feb. 20287. Juli 20281. Halbjahr 2028
Lübeck–Hamburg061 km23. Juni 20288. Dez. 20282. Halbjahr 2027
Würzburg–Treuchtlingen170 km5. Jan. 202922. Juni 20291. Halbjahr 2030
Hamburg–Hannover189 km5. Jan. 202922. Juni 20291. Halbjahr 2029
Forbach–Saarbrücken, Saarbrücken–Ludwigshafen133 km22. Juni 20297. Dez. 20292. Halbjahr 2029
Köln–Aachen077 km22. Juni 20297. Dez. 20292. Halbjahr 2029
Stuttgart–Ulm090 km11. Jan. 203028. Juni 20302. Halbjahr 2029
Magdeburg–Stendal059 km11. Jan. 203028. Juni 20302. Halbjahr 2028
Uelzen–Stendal107 km28. Juni 203013. Dez. 20302. Halbjahr 2028
Frankfurt (Main)–Heidelberg092 km28. Juni 203013. Dez. 20301. Halbjahr 2027
Mannheim–Karlsruhe075 km10. Jan. 203127. Juni 20312. Halbjahr 2030
Lehrte–Groß Gleidingen037 km10. Jan. 203127. Juni 20311. Halbjahr 2029
Bremen–Hamburg-Harburg181 km27. Juni 203112. Dez. 20311. Halbjahr 2028
Würzburg–Nürnberg095 km27. Juni 203112. Dez. 20311. Halbjahr 2028
Bebra–Fulda069 km9. Jan. 203225. Juni 20322. Halbjahr 2028
Bebra–Erfurt111 km9. Jan. 203225. Juni 20322. Halbjahr 2029
Münster–Recklinghausen Süd060 km25. Juni 203210. Dez. 20322. Halbjahr 2030
Weddel–Magdeburg078 km25. Juni 203210. Dez. 20321. Halbjahr 2030
Bremen–Osnabrück117 km7. Jan. 203324. Juni 20331. Halbjahr 2030
Osnabrück–Münster050 km7. Jan. 203324. Juni 20331. Halbjahr 2030
Hamm–Dortmund und Dortmund–Duisburg und Duisburg–Köln156 km24. Juni 20339. Dez. 20332. Halbjahr 2027
Bremen/Rotenburg–Wunstorf129 km6. Jan. 203423. Juni 20342. Halbjahr 2029
Kassel–Friedberg130 km23. Juni 20348. Dez. 20341. Halbjahr 2030
Ulm–Augsburg092 km23. Juni 20348. Dez. 20342. Halbjahr 2030
Minden–Wunstorf042 km5. Jan. 203522. Juni 20352. Halbjahr 2030
Nordstemmen–Göttingen081 km22. Juni 20357. Dez. 20352. Halbjahr 2028
Flensburg–Neumünster und Neumünster–Hamburg176 km11. Jan. 203627. Juni 2036Wurde nachträglich aufgenommen
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  • Projekt abgeschlossen
  • Projekt im Bau
  • Projekt bisher nicht begonnen
  • Kritik

    Es wird kritisiert, dass die Kosten für eine solch kurzfristige Generalsanierung bereits bei den ersten Projekten die kalkulierten Kosten übersteigen und sie somit viel teurer sei als die normale Sanierung in langfristig geplanten Zeiträumen. So seien die geplanten Kosten für die Sanierung der Riedbahn Mitte 2024 noch vor Baubeginn von 7,1 auf 18,6 Millionen Euro pro Kilometer gestiegen. Außerdem wird befürchtet, dass das übrige Netz außerhalb der geplanten Korridore weiterhin in marodem Zustand bleibt.[57]

    Die CDU/CSU kritisiert, dass Bauwerke wie Brücken, für deren Sanierung ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren notwendig sei, nicht in die Generalsanierung einbezogen würden und daher die Strecken in einigen Jahren erneut angegangen werden müssten. Sie kündigte im Februar 2025 an, eine neue Bundesregierung mit Unionsbeteiligung würde bei jede der „geplanten Sanierungen einzeln anschauen und entscheiden, was nötig und sinnvoll ist“.[58] Der 2025 ins Amt gekommene Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange setzte später eine Umbenennung der „Generalsanierung“ in „Korridorsanierung“ durch.[1]

    Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Agilis sieht sich durch die im Jahr 2026 für „Generalsanierungen“ geplante Vollsperrungen (zwischen Nürnberg und Regensburg, Obertraubling und Passau sowie Einschränkungen auf weiteren Strecken) in seiner Existenz bedroht und hat Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingelegt. Es zweifelt insbesondere die Alternativlosigkeit der Vollsperrungen an. Die geplanten Maßnahmen – die Erneuerung von 80 Gleiskilometern, 40 Weichen und 60 Kilometern Oberleitung sowie die Schaffung zusätzlicher Weichen und eine Bahndammsanierung – könnten auch in abwechselnden eingleisigen Sperrungen erledigt werden.[59] Die Beschlusskammer 10 der Bundesnetzagentur wies eine Beschwerde des Unternehmens mit Beschluss vom 7. Februar 2025 als unbegründet zurück.[60] Das Unternehmen bedauerte die Entscheidung, in der die Wirtschaftlichkeit der Generalsanierung keine Rolle gespielt habe. Es verwies u. a. auch darauf, dass die Kosten bei der Generalsanierung der Riedbahn „aus dem Ruder“ gelaufen seien und eine Nutzen-Kosten-Analyse ausstehe.[61]

    Einzelnachweise

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