Gené

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Gené ([ʒəˈne] ) ist ein Ort und ehemalige französische Gemeinde mit 531 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire. Sie gehörte zum Arrondissement Segré. Die Einwohner werden Genéens und Genéennes genannt.

Schnelle Fakten
Gené
Gené (Frankreich)
Gené (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Pays de la Loire
Département Maine-et-Loire
Arrondissement Segré
Gemeinde Erdre-en-Anjou
Koordinaten 47° 38′ N,  48′ W
Postleitzahl 49220
Ehemaliger INSEE-Code 49148
Eingemeindung 28. Dezember 2015
Status Commune déléguée

Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul
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Der Erlass der Präfektin vom 22. Dezember 2015 legte mit Wirkung zum 28. Dezember 2015 die Eingliederung von Gené als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Vern-d’Anjou, Brain-sur-Longuenée und La Pouëze zur Commune nouvelle Erdre-en-Anjou fest.[1]

Geografie

Karte von Gené

Gené liegt etwa 26 Kilometer nordwestlich von Angers in der Région naturelle des Haut-Anjou, Teil der historischen Provinz des Anjou.

Das Ortsgebiet liegt im Einzugsbereich der Loire und wird entwässert vom zeitweise trockenfallenden Ruisseau du Mas sowie von kleineren, ebenfalls zumeist zeitweise trockenfallenden Bächen. Das Bodenrelief ist flach, zeigt kaum signifikante Erhebungen. Das Ortszentrum liegt auf etwa 43 m. Die Höhen variieren zwischen nur zwischen 36 m und 54 m.

Umgeben wird Gené von zwei Nachbargemeinden und einer Commune déléguée von Erdre-en-Anjou:

Segré-en-Anjou Bleu Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Le Lion-d’Angers
Vern-d’Anjou (Erdre-en-Anjou)

Geschichte

Der Ursprung von Gené liegt sicherlich weit zurück, wie archäologische Funde (Reste von Muscheln, Zähnen und Knochen, zugeschnittener Feuersteinschaber) aus dem Moustérien (30.000 v. Chr.) belegen. Der Ortsname La Ville (ein im alten Kataster von 1810 nördlich des Dorfes erscheinender und heute verschwundener Ortsname) lässt auf eine gallorömische Besiedlung (Villa) schließen.[2]

Die Kanoniker des Kollegiatstifts Saint-Pierre in Angers waren die Lehnsherren und ursprüngliche Pfarrer der Gemeinde. Am Ende des 18. Jahrhunderts gehörte sie zum Bistum Angers, zum Dekanat Craon, zur Élection von Angers und zum Einzugsgebiet der Gabelle von Candé.

Während der Chouannerie, dem bewaffneten Widerstand königstreuer Katholiken gegen die Erste Französische Republik, wurden die Republikaner bei Gené im Juli 1794 in die Flucht geschlagen, zwei Monate später wurden die Chouans zurückgedrängt. Im Mai 1796 wurde das Zentrum von Gené von republikanischen Truppen besetzt.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Gené: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
475
1800
 
487
1806
 
534
1821
 
590
1831
 
526
1836
 
499
1841
 
472
1846
 
504
1851
 
497
1856
 
500
1861
 
503
1866
 
542
1872
 
503
1876
 
534
1881
 
514
1886
 
512
1891
 
502
1896
 
482
1901
 
450
1906
 
424
1911
 
416
1921
 
375
1926
 
371
1931
 
343
1936
 
351
1946
 
328
1954
 
296
1962
 
280
1968
 
305
1975
 
275
1982
 
258
1990
 
262
1999
 
259
2006
 
403
2013
 
455
2020
 
496
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[4] INSEE ab 2006[5][6][7]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der deutliche Bevölkerungsanstieg in den vergangenen Jahrzehnten ist ganz wesentlich auf die Nähe zur Großstadt Angers und die vergleichsweise niedrigen Mieten und Grundstückspreise in Gené zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche Saint-Pierre et Saint-Paul ist ein einschiffiger und mit einem Rippengewölbe versehener Bau des 16. Jahrhunderts mit Ursprüngen aus dem 12. Jahrhundert. Der Westturm ist von einer – im Westen Frankreichs nur selten anzutreffenden – geschwungenen Haube bedeckt.
  • Die älteste Erwähnung des Schlosses Ribou stammt von Cesbron de Villeprouvée, der 1453 Seigneur von Ribou war. Im 17. Jahrhundert war es ein Lehen von Gené mit einem Herrenhaus, „umschlossen und von Mauern und Gräben umgeben, mit hohem und niedrigem Hof, Schanzen und Zugbrücken, Straßen, Ausgängen, Eichenhainen, Gärten“.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes de Maine-et-Loire. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-117-1, S. 705–707.
  • Célestin Port: Dictionnaire historique, géographique et biographique de Maine-et-Loire. Band 2. Paris / Angers 1978 (französisch, online aus:Archives départementales de Maine-et-Loire).
Commons: Gené – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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