Georg-Bitter-Straße
Straße in Bremen zwischen den Stadtteilen Östliche Vorstadt und Hemelingen
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Die Georg-Bitter-Straße ist eine Straße in Bremen. Sie bildet die Grenze zwischen dem Stadtteil Östliche Vorstadt, Ortsteil Peterswerder und dem Stadtteil Hemelingen, Ortsteil Hastedt. Sie führt in Süd-Nord-Richtung von der Hastedter Brückenstraße und Karl-Carstens-Brücke zur Bennigsenstraße.
| Georg-Bitter-Straße | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Ort | Bremen | |
| Ortsteil | Östliche Vorstadt und Hemelingen | |
| Angelegt | um 1882 | |
| Neugestaltet | 2001 | |
| Querstraßen | Osterdeich, Hastedter Osterdeich, Poelzigstr., Suhrfeldstr., Hamburger Str., Auf der Hohwisch, Treviranusstr., Hermine-Berthold Str., Bei den Drei Pfählen, Hastedter Heerstr. | |
| Nutzergruppen | Autos, Straßenbahn, Fahrräder und Fußgänger | |
| Technische Daten | ||
| Straßengestaltung | zweispurige Straße | |
| Länge | 800 Meter | |
Die Querstraßen und Anschlussstraßen wurden u. a. benannt als Hasteder Brückenstraße als Zufahrt zur Weserbrücke, Osterdeich und Hastedter Osterdeich nach dem östlichen Weserdeich von 1881, Poelzigstraße nach dem Architekten, Suhrfeldstraße nach einer örtlichen Flurbezeichnung, Hamburger Straße von 1881, Auf der Hohwisch nach der Flur Hohwisch = hohe Wiese, Treviranusstraße nach dem Arzt und Naturforscher Gottfried Reinhold Treviranus, Hermine-Berthold Straße nach der Politikerin (SPD) und Widerstandskämpferin, Bei den Drei Pfählen nach den Pfählen an der alten Landesgrenze zwischen dem bremischen Vorort Pagenthorn und Hastedt, das zum Kurfürstentum Hannover gehörte, Hastedter Heerstraße von 1812, Bennigsenstraße nach dem liberalen Politiker Rudolf von Bennigsen.
Von der Karl-Carstens-Brücke kommend fahren hier im Nahverkehr in Bremen die Buslinie 22 (Kattenturm – Karl-Carstens-Brücke – Bei den Drei Pfählen – Universität) bis zur Hamburger Straße sowie von da auch zeitweise die Straßenbahn Linie 2 bis zu Bei den Drei Pfählen.
Geschichte
Das Gebiet der heutigen Straße lag ursprünglich im Dorf Hastedt und war oft überschwemmt. 1871 wurde der Bau neuer Straßen reglementiert. Sie mussten jetzt zehn Meter breit sein, gepflastert werden und Bürgersteige besitzen.[1] Das führte dazu, dass im Dorf erst einmal keine neuen Straßen mehr gebaut wurden und alles so blieb, wie es war, denn für bestehende Straßen galt die Vorschrift nicht. Doch in den 1870er Jahren wurde in diesem Gebiet unter Alexander Schröder eine Hauptverkehrsstraße geplant und erhielt den Namen Hastedter Ring. Dieser sollte mit dem „Schwachhauser Ring“, dem „Utbremer Ring“ und dem „Waller Ring“ (die alle heute noch diese Namen tragen) eine weitere Umfahrung zur Entlastung der Bremer Innenstadt bilden. Allerdings wurde dieser Plan nur teilweise umgesetzt. Seit 1890 ist das Gebiet durch den Osterdeich geschützt.
Zunächst wurde 1894 am Osterdeich das Ausflugslokal Weserlust eröffnet. 1904 legte der Botaniker Georg Bitter (1873–1927) daneben den Botanischen Garten an. Nach seinem Tod wurde 1928 der am Botanischen Garten entlang führende Hastedter Ring nach ihm benannt. Doch gab es an der Straße bis zum Zweiten Weltkrieg nur ein einziges Haus.
Die Focke-Wulf-Siedlung entstand 1938 im östlichen Bereich Auf der Hohwisch / Georg-Bitter-Straße und war ursprünglich für Arbeiter der Focke-Wulf-Flugzeugwerke gedacht. Beim Bau wurde in jedes Haus zwei Luftschutzkeller eingebaut.[2]
1937 wurde der Botanische Garten neben den Rhododendron-Park verlegt. Das Ausflugslokal wurde 1938 geschlossen, von der Wehrmacht beschlagnahmt und im Zweiten Weltkrieg für die Unterbringung von Fremdarbeitern genutzt.[3] 1939 kam Hemelingen zu Bremen, 1951 wurden die Bremer Stadtteile neu eingeteilt. Hastedt verlor sein Gebiet westlich der Georg-Bitter-Straße, diese wurde dadurch zur Stadtteilgrenze.
1957 wurde westlich der Straße die Bremer Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle nach Plänen von Max Säume gebaut. In diesem Bereich siedelten sich zahlreiche Autohäuser und Kfz-Betriebe sowie der TÜV ein ADAC-Büro an.
Seit 1939 liegen in Seitenlage der Straße im Abschnitt von Hamburger Straße bis Bei den Drei Pfählen Gleise der Bremer Straßenbahn. Von 1963 bis 1975 wurde die eingleisige Strecke planmäßig von der Linie 10 befahren. Diese fuhr vom Steintor kommend wie die Linie 2 bis zur Haltestelle Bennigsenstraße und danach durch die Straße bis zur Endstelle Georg-Bitter-Straße. Die Rückfahrt erfolgte über Hamburger Straße wie die Linie 3. 1975 wurde die Linie 10 nach Sebaldsbrück verlängert, dadurch wurde die Strecke wieder zur Betriebsstrecke. Etwa um 2000 wurde die Strecke doppelgleisig ausgebaut mit Weichen in alle Richtungen, seitdem sind Umleitungen in alle Richtungen möglich.
links: Georg-Bitter-Straße
unten: Auf der Hohwisch
oben: Hastedter Heerstraße
Für den Autoverkehr hatte die Straße lange Zeit nur eine geringe Bedeutung, sondern bot nur eine Verbindung zu weiteren Nebenstraßen, zu Kfz-Werkstätten und weiteren Betrieben. Sie war sogar an zwei Stellen unterbrochen, nur per Fahrrad durchgehend befahrbar und wurde daher auch entsprechend vernachlässigt. Beim Bau der umgangssprachlich so genannten „Erdbeerbrücke“ 1971 über die Weser nach Habenhausen, bis 1999 offiziell Werderbrücke, seitdem Karl-Carstens-Brücke, wurde sie nicht für den Autoverkehr angeschlossen. Gegen entsprechende Pläne gab es immer wieder Proteste.[4][5]
Erst um das Jahr 2000 wurde die Georg-Bitter-Straße ausgebaut und als geradlinige Verlängerung des Autoverkehrs von der Brücke zur Hauptverkehrsstraße. Dabei wurde als Ausgleich Straßenbegleitgrün mit zahlreichen Bäumen angelegt.[6]
Gebäude und Anlagen
Die Gebäude an der Straße tragen zumeist die Hausnummern der Quer- oder Nachbarstraßen.
Westseite:
- Osterdeich 151: 2-gesch. Autohaus mit Glasfassade[7]
- Poelzigstraße 34–42: 4-gesch. verputzte Wohnhäuser einer größeren Wohnsiedlung, davor eine kleine Grünanlage
- Hamburger Straße 270 bis Treviranusstraße (Sackgasse): 4- und 5-gesch. verputzte größere Wohnhausanlage
- Nr. 19: 4- und 5-gesch. größere Wohnhausanlage, Gastronomie an der Ecke zur Hermine-Berthold Str.
- Nr. 21–23: 2-gesch. ehemaliges Autohaus mit Glasfassade
- Nr. 24: 2-gesch. ehemaliges Autohaus, seit 2022 leerstehend bzw. als Sporthalle genutzt
- Nr. 25/27: 5-gesch. verklinkertes Wohn- und Geschäftshaus (ehemalige Filiale der Sparkasse Bremen) von um 2017
- Bei den Drei Pfählen 83 bis 91: 3- und 4-gesch. verputzte Wohnhäuser
Ostseite:
- Hochbunker Georg-Bitter-Straße
- Zwischen Suhrfeldstraße und Auf der Hohwisch: Zwei Reihen 2-gesch. Reihenhäuser mit Garagen und mittiger Zufahrtsstraße
- Detmolder Str. 2 bis 24: 2-gesch. verputzte Wohnhäuser mit Walmdächern einer größeren Wohnsiedlung, von hier nur für Fußgänger und Radfahrer zu erreichen.
- Hastedter Heerstraße 1: 1-gesch. Autohaus und dahinter
- Hastedter Heerstraße 7: Dieses große Gebäude ist das einzige erhaltene Bauernhaus des Dorfes Hastedt, seit 1912 wird es als Tischlerei genutzt.
Weblinks
Literatur
- Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X (Erstausgabe: 2002, Ergänzungsband A–Z. 2008, ISBN 978-3-86108-986-5).
- Monika Porsch: Bremer Straßenlexikon, Gesamtausgabe. Schünemann, Bremen 2003, ISBN 3-7961-1850-X.
- Angelika Timm, Anne Dünzelmann: Hastedt – Ein Dorf wird zum Stadtteil. Herausgeber: Nachbarschaft Hastedt e. V., Bremen. Projektleiter: Wilhelm D. Rathjen (1990)
