Georg Epprecht
Schweizer Elektroingenieur und Hochschullehrer
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Georg Walter Epprecht (* 6. August 1921 in St. Gallen, heimatberechtigt in Zürich; † 20. Juni 2000)[1] war ein Schweizer Elektroingenieur und Hochschullehrer.[2]

Leben
Epprecht absolvierte die Schulen in Zürich und erlangte dort 1940 die Matura des Typus C. Von 1940 bis 1946 studierte er Elektrotechnik an der ETH Zürich mit zweijährigem Unterbruch wegen eines Militärdienstes. Er erhielt 1946 das Diplom als Elektroingenieur ETH. Anschliessend konnte er dank eines Austauschprogramms am California Institute of Technology in Pasadena ein Zusatzstudium 1948 mit dem Master of Science abschliessen. Ab 1949 arbeitete er an der Forschungs- und Versuchsanstalt der Schweizer PTT in Bern, wo er seine Doktorarbeit durchführen konnte. In der Folge wurde er 1953 bei Ernst Baumann mit der Arbeit Rauschspannungen am Kupfer-Kohle-Gleitkontakt promoviert.[1]
Von 1957 bis 1959 war Epprecht Privatdozent für Elektrotechnik an der ETH Zürich. 1960 wurde er dort zum ausserordentlichen Professor ernannt. 1964 erfolgte seine Beförderung zum Ordinarius an der Abteilung für Elektrotechnik.[2]
Schaffen
Epprecht gründete 1960 das Mikrowellenlabor als Teil des Instituts für Hochfrequenztechnik von Fritz Borgnis der ETH Zürich, welches 25 Jahre später zusammen mit Heinrich Baggenstos zum Institut für Feldtheorie und Höchstfrequenztechnik erweitert wurde.[3] Mehrere Doktoranden wurden durch Epprecht als Referent oder Co-Referent betreut.[4]
Er führte Elektronisches Lernen anstelle von Vorlesungen in Technischer Elektrizitätslehre ein bevor dazu später Computer eingesetzt wurden. Er verwendete dazu Tonbandgeräte und daran gekoppelte Diaprojektoren.[3] Sein Doktorand Heinrich Häberlin entwickelte ab 1973 bis 1978 das computer-gestützte, audiovisuelle Lehrsystem PLANETH.[5][6]
Epprecht machte 1968 zusammen mit Max Waldmeier der Eidgenössischen Sternwarte in Zürich einen erfolgreichen Antrag an den Schweizerischen Nationalfonds, um ein digitales Radio-Spektrometer im Mikrowellenlaboratorium zu entwickeln. Es dauerte jedoch bis 1974, um diese Zielsetzung mit dem Ikarus-Spektrometer zu erreichen.[7]
Epprecht wurde 1987 emeritiert. Eine Würdigung seiner Tätigkeiten erfolgte durch seinen Kollegen Heinrich Baggenstos.[8] Epprechts Nachfolger auf diesem Fachgebiet wurde Werner Bächtold.
Veröffentlichungen
- Allgemeine aktive, passive und nichtreziproke Vierpole: Eine Einführung in neuere Probleme der Vierpoltheorie in der Mikrowellentechnik. Habilitationsschrift ETH Zürich, 1957
- Technische Elektrizitätslehre. Verlag des Akademischen Maschinen-Ingenieur-Vereins an der ETH, 1964
- E. Schanda (Hrsg.): Altes und Neues aus der Technik der elektromagnetischen Wellen In: Theorie der elektromagnetischen Wellen. Birkhäuser Basel, 1. Ausgabe 1969, S. 9–17. ISBN 978-3-0348-6975-1
- Ingenieure, gut und billig: Ansprache zum ETH-Tag 1982 In: Schweizer Ingenieur und Architekt, Dezember 1982, S. 1097–1100
- Student an einer guten Schule. Abschiedsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 27. Januar 1988.