Georg Polikeit

deutscher Journalist und Politiker der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Georg Polikeit (* Juni 1929 in Stockach[1]; † 9. Juni 2026) war ein deutscher Journalist, Funktionär der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und Chefredakteur der Parteizeitung Unsere Zeit (UZ).

Erstes UZ-Pressefest 1974 in Düsseldorf mit dem Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der Bundesrepublik Michael Kohl (1. Reihe sitzend 1. v. r.) und Georg Polikeit (stehend 1. v. r.)
Unterschrift Georg Polikeit

Leben

Polikeit wurde als Schüler mit 16 Jahren Mitglied der KPD.[2] Ende 1948 absolvierte er bei der kommunistischen Tageszeitung Unser Tag in Offenburg/Südbaden eine Ausbildung zum Journalisten.

Ab 1951 war er Chefredakteur des illegal erscheinenden westdeutschen FDJ-Organs Junges Deutschland, weil die FDJ ab 1952 verboten worden war. 1956 war er Vertreter der westdeutschen FDJ in Budapest beim „Weltbund der Demokratischen Jugend“ (WBDJ) und Redakteur für dessen Zeitschrift Weltjugend. Er hat an der Vorbereitung der Weltjugendfestspiele in Warschau und Moskau und auch in Wien aktiv mitgewirkt. Nach Rückkehr in die Bundesrepublik hat er einen Jugendinformationsdienst, das Junge Wort, herausgegeben. Er hat auch für andere den Kommunisten nahestehende Zeitungen wie die antifaschistische Die Tat, im Ruhrgebiet Tatsachen, in Frankfurt am Main Der Frankfurter Bote oder in Hamburg Blinkfüer sowie auch für die Deutsche Volkszeitung geschrieben. Er war verantwortlicher Redakteur der Bonner Korrespondenz, eines Informationsdienstes aus Zeiten der KPD über Bundestag und westdeutscher Regierung aus Bonn. Er hat 1968 die Gründung der DKP mit vorbereitet und war bis zur Tätigkeit für die Parteizeitung Unsere Zeit Pressesprecher der DKP.[3] Er war von 1972 bis 1988 Chefredakteur des DKP-Zentralorgans Unsere Zeit (UZ).[4] 1986 wurde er wegen eines Berichts über die Rolle von Franz Josef Strauß in der Nazizeit von einem Anwalt von Strauß angezeigt und wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt, obwohl Strauß in seiner Zeugenaussage die meisten berichteten Fakten zugab.[5]

Im April 1986 löste sein erster Kommentar zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl eine Kontroverse in der DKP aus.[6][7] Im Streit zwischen der Mehrheit des Parteivorstands und dem sogenannten Erneuererflügel von 1987 bis 1989 vertrat er stets die Positionen der Vorstandsmehrheit um Herbert Mies.

Er war mit Renate Polikeit (1932–2025) verheiratet und lebte in Wuppertal.

Georg Polikeit starb am 9. Juni 2026 kurz vor seinem 97. Geburtstag.[8][9]

Publikationen

  • Wo Moskau weit im Westen liegt: Ein Reisebericht über Sibirien und den sowjetischen Orient. Weltkreis, Jugenheim/Bergstraße 1964
  • Die sogenannte DDR: Zahlen, Daten, Realitäten. Eine Landeskunde über den anderen Teil Deutschlands. Weltkreis, Jugenheim/Bergstr. 1966
  • EU 2004: Sozialabbau + Weltmachtkurs. Institut für Sozial-Ökologische Wirtschaftsforschung München e.V., 2004

Einzelnachweise

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