Georg Thaller (Agrarwissenschaftler)
deutscher Agrarwissenschaftler
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Georg Thaller (* 1962 in Waging am See, Oberbayern) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler der Tierzucht und Haustiergenetik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.[1]
Leben und Wirken
Thaller legte am Chiemgau-Gymnasium Traunstein in Traunstein die Abiturprüfung ab, studierte nach dem Grundwehrdienst 1982–1988 Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Tierproduktion an der TU München in Freising-Weihenstephan und schloss mit dem Diplom ab. Nach einer mehrmonatigen Reise ins Ausland wurde er wissenschaftlicher Assistent in Weihenstephan und promovierte 1992 bei Leo Dempfle im Fachgebiet Tierzucht und Genetik zum Dr. agr. Später wechselte er im Department of Dairy Science der Virginia State University an das Polytechnic Institut in Blacksburg, USA, und wurde zusammen mit Ina Hoeschele wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Gebiet der Milchwissenschaft. 1995 kehrte Thaller nach Weihenstephan zurück, wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Tierzucht unter Ruedi Fries und habilitierte hier 2005. Im gleichen Jahr erhielt er den Ruf an die CAU Kiel und wurde hier Professor für Tierzucht und Tierhaltung, später geändert für Tierzucht und Haustiergenetik.
Fachliche Schwerpunkte
In den USA befasste sich Thaller mit der methodischen Weiterentwicklung von Kopplungsanalysen und intensiven Nutzung der Molekulargenetik. Dabei ging es um neue Methoden zur Kartierung von Genen für quantitative Merkmale. In Weihenstephan und später in Kiel stellte er die Nutzung molekulargenetischer Informationen für die Tierzucht in den Mittelpunkt. Dabei verstand er es, genomanalytische Laborverfahren mit den neuen Methoden der Populationsgenetik, der quantitativen Genetik und der statistischen Genomik zu verknüpfen und diese Forschungsergebnisse für die praktische Tierzucht anzuwenden. So konnte er bald mit Ruedi Fries ein Hauptgen für die Milchleistungsmerkmale beim Rind markieren und damit weltweit die erste Kartierung einer kausalen Genvariante bei landw. Nutztieren vornehmen. Das unterstützte die inzwischen mögliche genomische Selektion, die von Thaller durch ein großes Verbundforschungsprojekt gefördert und fester Bestandteil der Deutschen Milchrindzucht wurde. Danach ging es um ein weiteres DFG-Verbundprojekt zur Aufklärung der bisher ungünstigen Beziehung von Milchleistung mit Merkmalen von Gesundheit und Fruchtbarkeit.
Publikationen (Auswahl)
- Thaller, G.: Komplexe Segregationsanalyse zum Nachweis von Hauptgenen bei dichotomen Merkmalen am Beispiel der Anomalien des Schweins. Diss. Weihenstephan 1992, 189 S.
- Fries, T. Thaller, G.: (2003): Aktueller Stand und Perspektiven der molekularen Tierzucht. In: Züchtungskunde, 75 (5) 324–335
- Thaller, G. 2009: Genomische Selektion – Stand der Wissenschaft, in Züchtungskunde, 81 (1) 14–22)
- Thaller, G. 2009: Perspektiven der Tierzucht im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis. In: Archiv für Tierzucht, 51 (SUPPL.), 25–38
Mitgliedschaften (Auswahl)
- Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde e.V.
- Gesellschaft der Tierzuchtwissenschaften e.V.
- Genetisch-Statistischer Ausschuss der DGfZ
- Wissenschaftlichen Beirat der „International Association of Future Horse Breeding“ GmbH & Co KG (IAFH)
- Fachausschuss Zuchtwertschätzung Rind (vit w.V. Verden)
- Arbeitsgemeinschaft der Schleswig-Holsteiner Tierzüchter e.V.
- International Biometric Society
- Verband Deutscher Landwirte e.V.
- Deutscher Hochschulverband e.V.
Ehrenamt
- Wissenschaftlicher Leiter der Tierzuchtforschung Bayern e. V.
- Vorsitz der AG Rinderhaltung des Runden Tisches „Tierschutz in der Nutztierhaltung“
- Geschäftsführer der Gesellschaft der Freunde der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät e. V. der CAU Kiel
- Vorsitzender der Dr. Dr. h. c. Karl-Eibl-Stiftung e. V. (Bayern)