Georg Trautnitz

deutscher Ökonom From Wikipedia, the free encyclopedia

Georg Trautnitz (* 1970er Jahre) ist ein deutscher Ökonom.

Beruflicher Werdegang

Nach Abitur und Grundwehrdienst studierte Georg Trautnitz ab 1994 Europäische Wirtschaft an den Universitäten Bamberg und Lyon (1999 Diplom-Volkswirt und European Master of Business Sciences (EMBSc)). 2000 wurde er in die Graduiertenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung aufgenommen. Von 2004 bis 2006 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre (BWL), insbesondere Internationales Management, an der Universität Bamberg. Nach der Promotion über Normative Grundlagen der Wirtschaftsethik 2006 war er wissenschaftlicher Assistent am selben Lehrstuhl. Von 2012 bis 2014 übernahm er die Lehrstuhlvertretung am Lehrstuhl für Organisation, Personal und Unternehmensführung an der Universität Mainz. Dann kehrte er als Akademischer Oberrat an den Lehrstuhl für Internationales Management an der Universität Bamberg zurück, wo er 2016 das Habilitationsverfahren abschloss. 2016 wurde er auf den Lehrstuhl für BWL, insbesondere Unternehmensführung, Organisation und Corporate Social Responsibility, an der Andrássy-Universität berufen. Von 2016 bis 2018 baute er als Studiengangsleiter den neu gegründeten Studiengang „Management and Leadership“ auf. 2017 wurde er zum Prorektor für Lehre und Studierende gewählt und blieb bis Ende 2021 im Amt. Ebenfalls 2017 wurde er zum Vorsitzenden der „Wissenschaftlichen Kommission Wissenschaftstheorie und Ethik in der Wirtschaftswissenschaft“ im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre gewählt und 2019 und 2021 in diesem Amt bestätigt.[1]

Forschungsinteressen und Wissenschaftliche Positionen

Seine wissenschaftlichen Publikationen sind im Bereich der Grundlagen der Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie der organisatorischen Umsetzung von Unternehmensethik angesiedelt. Sein wissenschaftlicher Ansatz zur Unternehmensethik beruht auf transzendentalphilosophischen Überlegungen zur Ethik im Anschluss an Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte. Auf dieser Grundlage argumentiert Trautnitz für eine systematische Trennung von Moralität und Rechtlichkeit und weist dem Recht eine konstitutive Funktion (in normativer und faktischer Hinsicht) für Wirtschaft als systemisches Geschehen zu. Damit kann der grundsätzliche Primat der Ethik auch in allen wirtschaftlichen Bezügen aufrechterhalten werden, ohne das Problem der normativen Steuerung von Wirtschaft in ethische (Peter Ulrich) oder ökonomische (Karl Homann) Diskurse zu verlagern.[2]

Schriften (Auswahl)

  • Normative Grundlagen der Wirtschaftsethik. Ein Beitrag zur Bestimmung ihres Ausgangsparadigmas. Berlin 2008, ISBN 978-3-428-12360-5.
  • Kapitalismus oder Solidarität? Zur Bedeutung der Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft angesichts der aktuellen Infragestellung marktwirtschaftlicher Funktionsprinzipien, in: Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (Journal for Business, Economics and Ethics), Jg. 11, H. 3, 2010, S. 262–278.
  • mit Stefan Eckert (Hg.): Internationales Management und die Grundlagen des globalisierten Kapitalismus. Wiesbaden 2016, ISBN 3-658-09598-9.
  • Die normative Qualität unternehmensethischer Maßnahmen – Konzeptionelle Grundüberlegungen und Ansätze zur empirischen Überprüfung, in: Herberger, T. (Hrsg.): Transformation in den Wirtschaftswissenschaften, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2021, S. 67–92.
  • Die Gleichursprünglichkeit von Individualität und Kollektivität – Über die Grenzen des methodischen Individualismus in Ethik und Ökonomik, in: Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik, Jg. 24, Heft 2, 2023, pp. 198–219.

Einzelnachweise

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