George Adolphus Storey

Britischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

George Adolphus Storey (* 7. Januar 1834 in London; † 29. Juli 1919 ebenda) war ein britischer Maler, Zeichner, Illustrator, Kunstpädagoge und Schriftsteller.[1]

George Adolphus Storey nach einer Fotografie von Fradelle (1888)

Leben

George Storey erhielt von 1848 bis 1849 Privatunterricht in Mathematik in Paris, wo er parallel dazu Malunterricht bei Jean Louis Dulong bekam. Auf Betreiben seines Lehrers erhielt er die Erlaubnis, im Louvre unter Dulongs Anleitung Werke von Pierre Paul Prud’hon und Anne Louis Girodet zu kopieren. 1850 kehrte er nach London zurück, wo er 1851 den Maler Charles Robert Leslie kennenlernte. In dessen Haus schloss er Freundschaft mit dessen Sohn George Dunlop Leslie und lernte zahlreiche weitere bekannte Künstler kennen, darunter Edwin Landseer und George Cruikshank. Nach einer kurzen Tätigkeit in einem Architekturbüro besuchte er die Kunstschule von James Mathews Leigh und studierte ab 1854 an den Royal Academy Schools in London. Von 1862 bis 1863 unternahm er eine Studienreise nach Spanien. 1876 wurde er außerordentliches Mitglied der Royal Academy, ab 1914 dann vollberechtigtes Mitglied. Von 1900 bis 1919 wirkte er als Dozent für Perspektive an der Royal Academy, ab 1914 im Rang eines Professors.[1]

Werk

George Adolphus Storey – Grandmamma's Christmas Visitors (Großmutters Weihnachtsbesuch, 1873). Sheffield Museums Trust

George Storey fertigte sein erstes Ölgemälde im Alter von etwa elf Jahren. Bereits zwei Jahre vor Beginn seiner akademischen Ausbildung lieferte er Beiträge zur Royal Academy in London. Seine frühen Arbeiten, überwiegend Genreszenen und Porträts in Öl und Aquarell, stehen unter dem starken Einfluss der Präraffaeliten. Einige wenige Gemälde mit religiösen Motiven zeugen von seiner Bewunderung für das Werk Raffael. Obwohl seine Arbeiten allgemein große Anerkennung fanden, waren sie kommerziell zunächst wenig erfolgreich. Um neue Impulse zu gewinnen, reiste er nach Madrid und Toledo, wo er unter anderem Werke von Diego Velázquez studierte, zahlreiche Skizzen anfertigte und mehrere Porträtaufträge übernahm. Nach seiner Rückkehr nach London wandte er sich für eine Zeit lang historischen bzw. historisierenden Sujets zu. Diese Gattung war damals in Mode und wurde auch von seinen Malerfreunden bevorzugt, die später als St John's Wood Clique bekannt wurden. Anschließend kehrte er zur Genre- und Porträtmalerei zurück, nunmehr in einer eher konventionellen Ausführung, wie sie etwa in dem Gemälde Viola (Öl auf Leinwand, 1914) zu sehen ist. Daneben schuf er Landschaften und Stillleben sowie gelegentlich detailreiche Illustrationen gesellschaftlicher Ereignisse für Zeitschriften wie The Illustrated London News.[2]

George Storey stellte von 1852 bis 1904 regelmäßig bei der Summer Exhibition der Royal Academy sowie von 1852 bis 1919 bei der New Water-Colour Society bzw. dem Royal Institute of Painters in Water-Colours aus. Seine Werke befinden sich unter anderem im Glasgow Museums Resource Centre, in der Kunsthalle Hamburg, in der Walker Art Gallery in Liverpool, in der Sammlung der Royal Academy, in der Tate in London, in den Fine Arts Museums of San Francisco und in den Museen Sheffield.[1]

Als Schriftsteller veröffentlichte George Storey mehrere Werke, darunter Homely ballads and old-fashioned poems (London, 1879), Sketches from memory (London, 1899) sowie das kunstpädagogisch bedeutsame Lehrbuch The theory and practice of perspective (Oxford, 1910).[2]

Literatur

  • Christopher Wood, The Dictionary of Victorian Artists, Antique Collectors’ Club, Woodbridge 1978.
  • Edward Morris, Victorian & Edwardian Paintings in the Walker Art Gallery and at Sudley House, HMSO, London 1996.
  • George Adolphus Storey, Sketches from Memory, Chatto & Windus, London 1899.
  • George Adolphus Storey, The Theory and Practice of Perspective, Clarendon Press, Oxford 1910.
  • James Dafforne, The Works of George Adolphus Storey, in: The Art Journal, New Series, Bd. 14, Virtue & Co., London 1875, S. 173–176.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 13: Sommer – Valverane. Paris, 2006.
  • Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.

Einzelnachweise

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