George Armitage (Filmemacher)
US-amerikanischer Filmemacher
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George Brendan Armitage (* 13. Dezember 1942 in Hartford, Connecticut; † 15. Februar 2025 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmemacher.[1][2][3][4]
Leben
Armitage wurde 1942 in Hartford im US-Bundesstaat Connecticut geboren und hatte einen älteren Bruder; er war der Onkel von Wendy Thorlakson. Seine Mutter war Schriftstellerin und wollte in die Filmbranche einsteigen, weshalb die Familie 1956, als er dreizehn Jahre alt war, nach Beverly Hills zog.[5][6][7] Später sagte er dazu: „Was für ein Kulturschock. Ich bin immer noch benommen. In Connecticut gab es keinen einzigen Hot Rod. Hier rasten die Leute die Straße rauf und runter, bauten ihre eigenen Autos – es war ein Teenager-Paradies, die Jugendlichen hatten das Sagen.“[8]
Nach seiner Schulzeit studierte er an der University of California, Los Angeles, die Hauptfächer Wirtschaft und Politikwissenschaft, bevor zur Filmschule wechselte. Während er auf die Ausstellung einer Immobilienlizenz wartete, begann er 1965 seine Karriere in der Filmbranche im Postraum von 20th Century Fox, noch während er am College war.[8]
Armitage war von 1962 bis zu seinem Tod mit seiner Ehefrau Sharon verheiratet – insgesamt 63 Jahre. Sie hatten einen Sohn namens Brent, der ebenfalls Drehbuchautor und Produzent wurde, sowie zwei Enkelkinder. Er starb im Alter von 82 Jahren in Playa del Rey, einem Stadtteil von Los Angeles. Seine sterblichen Überreste wurden eingeäschert.[5][9]
Karriere
Armitage wurde 1966 Associate Producer der Fernsehserie Peyton Place, nach eigenen Aussagen „hauptsächlich, um mit den jungen Darstellern zu arbeiten und ihnen beim Nachsynchronisieren ihrer Dialoge zu helfen“.[10] Seine Zeit bei Fox beschreibt Armitage als „unglaubliche Erfahrung […] Ich ging von Produzent zu Produzent über das ganze Gelände und stellte Ideen vor, entwickelte Serien, schrieb ein paar Sachen fürs Fernsehen und begann etwa zu dieser Zeit, Drehbücher zu verfassen.“[8] Er erinnerte sich: „Die Gegenkulturbewegung hatte begonnen, und die Leute, die Fox leiteten – besonders in der Fernsehabteilung – waren diese etwa 30-jährigen Hipster, so eine Art Jazz-Typen. Plötzlich war ich jemand, mit 20 oder 21 Jahren, der ihnen erklären konnte, was vor sich ging, und ich wurde auf dem Gelände sehr wertvoll.“[6] Er arbeitete auch als Associate Producer bei Judd for the Defense, entwickelte eine Fernsehserie und versuchte, einen Fernsehfilm zu koproduzieren – beides kam jedoch nicht über das Drehbuchstadium hinaus.[11]
Bei Fox lernte Armitage die Brüder Roger und Gene Corman kennen, die dort gerade Chicago-Massaker produzierten. Er erinnerte sich: „Die Kantine war ein Ort namens Gold Room, wo die Produzenten hingingen. Die waren alle irgendwie eingemottet, hatten aber noch genug Energie, um auf die Fernsehleute herabzusehen, die gerade Zwölf Uhr mittags, Verschollen zwischen fremden Welten, Batman machten. Die Filmproduzenten saßen auf der anderen Seite des Raums, getrennt von den Fernsehleuten. Dadurch hatten die Fernsehleute niemanden mehr, auf den sie herabschauen konnten – also taten sie das bei Roger Corman […] und das hat mich wirklich geärgert, denn ich war ein Fan von ihm. Also begann ich, ihn am Set zu besuchen, erzählte ihm von dem Konflikt, und das hat ihm gefallen.“[8]
Armitage verließ Fox im Jahr 1967, um sich auf Kinofilme zu konzentrieren. Er schrieb ein Drehbuch mit dem Titel Carrot Butts über zum Leben erwachende Zeichentrickfiguren. Die Cormans mochten es, konnten aber keine Finanzierung sichern. Roger schlug stattdessen einen Film vor, in dem „alle über 30 sterben“, woraufhin Armitage Gas-s-s-s (auch: Gas! –Or– It Became Necessary to Destroy the World in Order to Save It.) schrieb,[8][12] was Corman so beeindruckte, dass er Armitage das Schreiben und die Regie von Private Duty Nurses überließ und von dessen Produktionsfirma New World Pictures produziert wurde.[13] Corman sicherte sich auch die Option auf Armitages Drehbuch Coming Together.[14]
1972 schrieb und inszenierte Armitage den Film Hit Man, der in John Cribbs’ Reihe Obscure Genius gewürdigt wurde.[15] 1975 sagte er in einem Interview: „Ich versuche, die Hollywood-Sportarten zu verfolgen, um zu sehen, wer gewinnt. Es scheint nicht das beste System zu sein, um Filme zu machen, die sowohl interessant als auch kommerziell sind, aber es ist das einzige, das funktioniert – zumindest für mich. Ich denke, es muss andere Wege geben, aber ich kenne sie nicht. Es ist alles neu für mich, selbst nach zehn Jahren. Natürlich würde ich mir mehr Mut und Fantasie wünschen. Das ist etwas, wonach man Ausschau halten sollte.“[10]
1976 führte er bei Vigilante Force mit Kris Kristofferson Regie. Der Film war kein großer Erfolg und Armitages Karriere geriet daraufhin – abgesehen vom Film Hot Rod – in die sogenannte „Entwicklungshölle“ (englisch development hell).[16]
In den 1980er-Jahren schrieb Armitage hauptsächlich Drehbücher, die jedoch nie verfilmt wurden.[8] 1990 schrieb und inszenierte er den Film Miami Blues.[17] 1997 führte er bei Ein Mann – ein Mord Regie,[18] bei dem sein Sohn als Associate Producer mitwirkte.[19] 2001 gründete er gemeinsam mit diesem die Drehbuchentwicklungsberatung StudioNotes.[19]
Sein letzter Film war 2004 der Film Hawaii Crime Story mit Owen Wilson in der Hauptrolle, eine Neuverfilmung von The Big Bounce, das laut Armitage stark darunter litt, dass der ursprüngliche Schnitt mit NC-17 bewertet wurde und man sich stattdessen für eine PG-Freigabe entschied, indem man den Film umschnitt und die ursprüngliche R-Freigabe aufgab.[8][7] Im deutschen Sprachraum wurde Armitage unter anderem von Klaus Miedel synchronisiert in seiner Rolle als Oberst Wolff in Manfred von Richthofen – Der Rote Baron.
Auszeichnungen
- 1996: Nominierung würde den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Writing for a Miniseries or a Special“ für The Late Shift – Spätvorstellung, zusammen mit Bill Carter
- 2015: German Independence Honorary Award des Internationalen Filmfests in Oldenburg für sein Lebenswerk
Filmografie (Auswahl)
Drehbuchautor
- 1970: G.A.S.S. Oder – Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten
- 1971: Private Duty Nurses
- 1971: Monty Nash (Fernsehserie; eine Folge)
- 1972: Night Call Nurses
- 1972: Hit Man – Todsicher
- 1975: Darktown Strutters
- 1976: Vigilante Force – Das Gesetz sind wir
- 1979: Hot Rod (Fernsehfilm)
- 1990: Blue Heat – Einsame Zeit für Helden
- 1990: Miami Blues
- 1995: The Late Shift – Spätvorstellung (Fernsehfilm)
Produzent
- 1967: Peyton Place (Fernsehserie; 63 Folgen)
- 1970: G.A.S.S. Oder – Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten
- 1971: Private Duty Nurses
- 2004: Hawaii Crime Story
Regisseur
- 1971: Private Duty Nurses
- 1972: Hit Man – Todsicher
- 1976: Vigilante Force – Das Gesetz sind wir
- 1979: Hot Rod (Fernsehfilm)
- 1990: Miami Blues
- 1997: Ein Mann – ein Mord
- 2004: Hawaii Crime Story
Schauspieler
- 1970: G.A.S.S. Oder – Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten
- 1971: Manfred von Richthofen – Der Rote Baron
- 1974: Das Zuchthaus der verlorenen Mädchen