George Murphy

US-amerikanischer Schauspieler und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

George Lloyd Murphy (* 4. Juli 1902 in New Haven, Connecticut; † 3. Mai 1992 in Palm Beach, Florida) war ein US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler sowie Politiker der Republikanischen Partei. Er vertrat von 1965 bis 1971 den Bundesstaat Kalifornien im US-Senat.

George Murphy

Biografie

Frühes Leben

George Murphy, Sohn katholischer irischer Einwanderer, absolvierte die Yale University und arbeitete, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, zunächst als Werkzeugmacher für Ford, später im Bergbau und als Immobilienmakler und zuletzt als Tänzer in verschiedenen Diskotheken.

Sein Vater war der US-amerikanische Leichtathletiktrainer Mike Murphy.[1]

Schauspieler

Mitte der 1920er Jahre zog Murphy nach New York, wo er ab 1927 am Broadway auf der Bühne stand. Hier lernte er auch seine erste Frau Juliette Henkel kennen, die er bereits 1926 heiratete. Mit ihr bekam er zwei Kinder, Sohn Dennis und Tochter Melissa.

Nach seinem Abschied von der Theaterbühne zog Murphy mit seiner Familie 1935 nach Hollywood, wo er bereits ab 1934 in Spielfilmen zu sehen war. In den ersten Jahren war er an der Seite von Künstlern wie Shirley Temple, Eleanor Powell oder Judy Garland besonders häufig in Musicalkomödien zu sehen, in denen er oft Tanzeinlagen absolvierte.[2] Nach dem Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieges trat er vermehrt in Kriegs- und Propagandafilmen zur Stärkung der Moral der US-Truppen und der Heimatfront auf. Bis Ende der 1950er Jahre trat Murphy in rund 50 Spielfilmen sowie einigen Fernsehserien auf, wenngleich er nie zu einem großen Hollywood-Star avancierte.

1944 bis 1946 übernahm Murphy die Präsidentschaft der Screen Actors Guild (sein Nachfolger in dieser Position sollte der befreundete Ronald Reagan werden); zudem war er von 1958 bis 1961 Vizepräsident der Filmproduktionsgesellschaft Desilu. 1951 erhielt er für seine Verdienste in der Filmindustrie einen Ehrenoscar, in erster Linie für sein Engagement innerhalb der Filmindustrie.

Politische Karriere

Ende der 1950er Jahre begann sich Murphy vermehrt politisch zu betätigen. Er wurde Parteimitglied der Republikaner und war dreimal, 1952, 1956 und 1960, Unterhaltungschef bei der Fernsehübertragung der Amtseinführung der US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower und John F. Kennedy.

Anfang der 1960er Jahre übernahm Murphy den Parteivorsitz der Republikaner des US-Bundesstaats Kalifornien und wurde 1964 zum US-Senator gewählt. Er besiegte dabei den amtierenden Senator Pierre Salinger entgegen dem allgemeinen Trend der Wahlen von 1964. Er verblieb eine sechsjährige Amtszeit im Senat, bevor er im Januar 1971 ausschied. Murphy war somit der erste Schauspieler, der eine politische Karriere verfolgte, und galt für seine Parteikollegen Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger als Vorbild. Reagan selbst bezeichnete Murphy stets als seinen „Johannes den Täufer“.

Während seiner Amtszeit erkrankte Murphy an Speiseröhrenkrebs, weshalb ihm durch eine Operation der Kehlkopf entfernt werden musste. Dies war ein Grund, weshalb er die Wahl 1970 gegen John V. Tunney verlor und aus dem US-Senat ausschied.[3] Infolge der Operation fiel ihm für den Rest seines Lebens das Sprechen schwer; er konnte nur mehr in leisem Ton mit seiner Umwelt kommunizieren.

Späteres Leben

George Murphy zog sich ins Privatleben zurück, das er mit seiner zweiten Frau Betty Blandi teilte. Er verließ Kalifornien und zog nach Palm Beach, wo er zwei Monate vor seinem 90. Geburtstag an Leukämie starb.

Candy Desk

1968 begann Murphy die Tradition des Candy Desk, indem er seinen Senatskollegen erlaubte, sich an den in seinem Tisch im Sitzungssaal gelagerten Süßigkeiten zu bedienen.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

George Lloyd Murphy ist ein Stern am Hollywood Walk of Fame gewidmet.

Commons: George Murphy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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