George Yoshida

US-amerikanischer Musiker, Musikpädagoge und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

George Yoshida (* 9. April 1922 in Seattle, Washington; † 13. Mai 2014 in Berkeley, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Musiker, Musikpädagoge und Autor.[1] Er gehörte der zweiten Generation japanischer Einwanderer (Nisei) an und dokumentierte die Rolle japanischstämmiger Musikerinnen und Musiker in den Vereinigten Staaten, insbesondere in den 1930er Jahren und während der Zeit der Zwangsinternierung im Zweiten Weltkrieg.[2]

Leben

George Yoshida wuchs mit zwei jüngeren Schwestern in einer Wohnung über der Japanese Congregational Church im International District von Seattle auf. Seine Großmutter spielte Shamisen, seine Mutter war Kirchenorganistin und sein Vater, der als Gemüsehändler arbeitete und sich ehrenamtlich in der Kirche engagierte, hatte eine Vorliebe für Chormusik. 1936 zog die Familie nach Los Angeles, wo George Yoshida die Schulen im Stadtteil Boyle Heights besuchte und seine musikalischen Aktivitäten intensivierte. Er spielte unter anderem im Drum-and-Bugle-Corps eines japanisch-amerikanischen Pfadfindertrupps sowie Baritonsaxophon im Schulorchester. Er interessierte sich für Swing- und Jazzmusik, darunter für Werke von Tommy Dorsey, Benny Goodman und Count Basie.[1]

Nach der Zwangsumsiedlung aufgrund der Executive Order 9066 während des Zweiten Weltkriegs kam George Yoshida in das Poston War Relocation Center in Arizona. Dort spielte er Saxophon in der Lagerband Music Makers. 1943 wurde er aus dem Lager entlassen und ging nach Chicago, wo er zum Militärdienst eingezogen wurde. In Chicago spielte er in einer Nisei-Tanzband und später, während seiner Ausbildung an der Military Intelligence Service Language School in Fort Snelling, in einer Formation namens Eager Beavers. In dieser Zeit heiratete er Helen Furuyama.[1]

Nach Kriegsende ließ sich George Yoshida mit seiner Familie in der San Francisco Bay Area nieder. Nach seinem Pädagogikstudium arbeitete er 35 Jahre lang beim Berkeley Unified School District, davon 15 Jahre als Lehrer an der Washington Elementary School. Parallel dazu war er weiterhin musikalisch aktiv. Er spielte in der Lehrer-Swingband, trat der Musicians Union Local 669 in San Francisco bei und gründete mit einem ehemaligen Lagerkameraden das Quartett Sentimental Journey, mit dem er unter anderem in Chinatown und bei Veranstaltungen der Japanese American Citizens League”auftrat.[1]

Später engagierte sich George Yoshida in den Erwachsenen- und Seniorenbildungsprogrammen des Schulbezirks von Berkeley. Er unterrichtete Tai Chi und leitete Kurse zu altersspezifischen Themen. Im Jahr 1989 gründete er zusammen mit Mark Izu das 17-köpfige J-Town Jazz Ensemble, das Klassiker der 1940er-Jahre aufführte. Gemeinsam mit Izu und Anthony Brown beteiligte er sich an dem multimedialen Projekt Big Bands Behind Barbed Wire, das die Geschichte der Musik in den Internierungslagern thematisierte. Ein Schwerpunkt seines Lebenswerks war die Dokumentation japanisch-amerikanischer Musiker. Als Leiter des Nikkei Music History Project der National Japanese American Historical Society erforschte er die Geschichte von Issei- und Nisei-Musikern der 1930er- bis 1950er-Jahre. Aus diesem Projekt entstand sein 1997 veröffentlichtes Buch Reminiscing in Swing Time: Japanese Americans and American Popular Music, 1925–1960, das zahlreiche Porträts von Musikerpersönlichkeiten und Ensembles enthält, von denen viele auf eigenen Interviews basieren.[1][2]

George Yoshida starb 2014 im Alter von 92 Jahren. Er hinterließ vier Kinder und ein umfangreiches Werk zur musikalischen Geschichte der japanisch-amerikanischen Gemeinschaft.[1][2]

Literatur

  • Susan Miyo Asai: Sounding Our Way Home: Japanese American Musicking and the Politics of Identity. University of Mississippi Press, 2024.
  • Deborah Anne Wong: Speak It Louder: Asian Americans Making Music.  New York and London: Routledge, 2004.
  • George Yoshida: i. San Francisco, California: National Japanese American Historical Society, 1997.

Medien

  • The Asian American Jazz Orchestra with San Jose Taiko: Big Bands Behind Barbed Wire. Narrated by George Yoshida. AsianImprov Records. 1998.
  • Don't Lose Your Soul, DVD/Dokumentarfilm. Regie: Jim Choi und Chihiro Wimbush. San Francisco, Kalifornien: Jim Choi Independent Production, 2012.

Einzelnachweise

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