Georgenhospital (Berlin)
ehemaliges Krankenhaus in Berlin
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Lage

Das Georgenhospital stand zwischen der damaligen Neuen Königstraße (heute Otto-Braun-Straße) und der Landsberger Straße, den beiden Fernhandelsstraßen, die von Alt-Berlin nach Nordosten führten. Die Adresse vor der Auflösung lautete Georgenkirchplatz 34/35.
Seit den 1960er Jahren befindet sich etwa am früheren Standort das Haus der Statistik, direkt an der Ecke Otto-Braun-Straße und Karl-Marx-Allee. Es sind keine historischen Mauerreste erhalten.
Geschichte
Das St. Georgen-Hospital wurde in einem Brief der Bäckergilde im Jahr 1272 erstmals als Armenhaus erwähnt, ebenso wie erstmals das Heilig-Geist-Spital (das innerhalb der Stadtmauern lag).[1] Später, im Jahr 1278 wurde es als Siechenhaus (domus infirmorum, Krankenaufnahmeort) bezeichnet und 1288 als Aussätzigenhaus (domus leprosorum, für Leprakranke). Georgenhospitäler waren im Mittelalter für auswärtige Arme, Reisende und Kranke sowie für Personen mit ansteckenden Krankheiten eingerichtet worden und bestanden auch in vielen anderen mitteleuropäischen Städten, immer in einiger Entfernung vor den Stadttoren an wichtigen Handelswegen.[2] 1331 wurde erstmals die St. Georgenkapelle, die zum Hospital gehörte, erwähnt.[3] Aus den folgenden Jahrhunderten sind keine weiteren Angaben zu diesem Hospital überliefert. Erst in Karten des 17. Jahrhunderts und in einem Adressbuch von Berlin aus dem Jahr 1799 taucht auch ein Georgenfriedhof auf.[4] Hier gab es auch einen Armesündergrund für die Toten, denen „keine christliche Bestattung zuteil werden durfte“.[5]
Im Jahr 1720 wurde das Hospitalgebäude wegen Baufälligkeit abgetragen und durch einen Neubau, wiederum zur Aufnahme von alten und kranken Menschen, ersetzt.[6][7] „Die Hospitaliten müssen sich mit 250 Rthlr. einkaufen, und bekommen dafür freye Wohnung, Holz, wöchentlich 8 bis 9 Pfund Brod, und mehrere andere Bedürfnisse.“[8]
Am Georgenkirchplatz waren zuvor schon weitere karitative Einrichtungen errichtet worden,[9] wie das Spletthaus[10] für arme Witwen oder 1674 das Dorotheenhospital „für mittellose Fremde“. Diese mussten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch der intensiveren Bebauung im Umfeld des Alexanderplatzes weichen. Das Georgenhospital erhielt 1885 zusammen mit dem Heilig-Geist-Spital einen Neubau im Wedding in der Reinickendorfer Straße, ohne den Namen fortzuführen.[11][12]
Weblinks
- (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- Gesamtansicht des Georgenhospitals auf dem Georgenkirchplatz 33–35, Jahr 1880, in: digitales Fotoarchiv, Nr. Mi-G 750.
