Gerard C. Smith

US-amerikanischer Regierungsbeamter, Rechtsanwalt und Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerard Coad Smith (* 4. Mai 1913 in New York City; † 4. Juli 1994 in Easton, Maryland) war ein US-amerikanischer Regierungsbeamter, Rechtsanwalt und Diplomat, der unter anderem von 1953 bis 1957 im Außenministerium Director of Policy Planning und zwischen 1969 und 1973 Direktor der Arms Control and Disarmament Agency (ACDA) war. 1981 wurde ihm die Presidential Medal of Freedom verliehen, neben der gleichrangigen Congressional Gold Medal eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.

Gerard C. Smith (1970)

Leben

Gerard Coad Smith war der Sohn des Rechtsanwalts John Thomas Smith (1879–1947),[1] der auch Chef-Rechtsberater von General Motors war, und absolvierte zunächst ein grundständiges Studium am Yale College und schloss dieses 1935 mit einem Bachelor of Arts (B.A.) ab. Ein darauf folgendes Studium der Rechtswissenschaften an der Yale Law School beendete er 1938 mit Bachelor of Laws (LL.B.) und nahm im Anschluss eine Tätigkeit als Rechtsanwalt in New York City auf. Während des Zweiten Weltkrieges war er als Beschaffungsoffizier der US Navy für das US-Marineministerium (US Department of the Navy) in Washington, D.C. tätig. Nach einer weiteren Tätigkeit als Rechtsanwalt wurde er 1950 Sonderassistent von Thomas E. Murray,[2] einem Mitglied der Atomenergiekommission (US Atomic Energy Commission). Daraufhin war er von 1954 bis 1957 Sonderassistent von Außenminister John Foster Dulles[3] für Atomfragen.

Als Nachfolger von Robert R. Bowie[4] wurde Smith am 6. September 1957 zum Direktor für politische Planung (Director of Policy Planning) im Außenministerium ernannt. Er bekleidete dieses Amt als Direktor des Stabes für politische Planung im Range eines Assistant Secretary of State bis zum 20. Januar 1961, woraufhin George C. McGhee[5] ihn ablöste.[6] In dieser Position war er für die Entwicklung von Strategien zu einer Vielzahl internationaler Angelegenheiten verantwortlich, von denen viele sensible Bereiche der Ost-West-Beziehungen im Kalten Krieg betrafen. Während dieser Zeit schlug er die Einrichtung einer direkten Kommunikationsverbindung zwischen der Sowjetunion und den USA vor.

Smith mit Präsident Richard Nixon, Außenminister William P. Rogers und Henry Kissinger am 15. März 1969.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Außenministerium 1961 war Bowie als Berater für verschiedene Organisationen tätig und gründete sein eigenes Magazin „Interplay“, das eine internationalistische Perspektive vertrat. Während der Präsidentschaften von John F. Kennedy[7] und Lyndon B. Johnson[8] arbeitete er zudem als Sonderberater des US-Außenministeriums für die Multilaterale Streitkraft MLF (Multilateral Force), ein gescheitertes Vorhaben zur Aufstellung einer Militärmacht in Westeuropa. Am 7. Februar 1969 wurde er als Nachfolger von William Chapman Foster[9] zum Direktor der Agentur für Rüstungskontrolle und Abrüstung ACDA (Arms Control and Disarmament Agency) ernannt und bekleidete die Funktion während der Präsidentschaft von Richard Nixon[10] bis zum 4. Januar 1973, woraufhin Fred Iklé[11] ihn ablöste.[12] Er leitete das US-amerikanische Verhandlungsteam während der SALT-Verhandlungen (Strategic Arms Limitation Talks) mit der Sowjetunion, die zum ABM-Vertrag (Antiballistic Missile Treaty) von 1972 führten. Daraufhin war er von 1973 bis zu seiner Ablösung durch David Rockefeller[13] 1977 nordamerikanischer Vorsitzender der Trilateralen Kommission.[14] 1972 wurde er Partner der Washingtoner Anwaltskanzlei „Wilmer, Cutler und Pickering“.

Daraufhin übernahm Smith am 14. Juli 1977 von Gerald F. Tape[15] die Funktion als Vertreter bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien und behielt diese bis zum 10. November 1980, woraufhin Richard T. Kennedy[16] diese Position übernahm.[17] Gleichzeitig war er zwischen dem 14. Juli 1977 und dem 10. November 1980 als sogenannter „Ambassador at Large“ US-Sonderbeauftragter für die Nichtverbreitung von Kernwaffen.[18][19] 1981 wurde ihm die Presidential Medal of Freedom verliehen, neben der gleichrangigen Congressional Gold Medal eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.

Veröffentlichungen

  • Doubletalk. The story of the first strategic arms limitation talks, Doubleday, Garden City 1980, 1985, ISBN 0-3851-1444-3
  • Trilateral security... D defense & arms control policies in the 1980: Report of the Trilateral Task Force on Security & Arms Control to the Trilateral Commission, Trilateral Commission, New York 1983
  • Gerard Smith on arms control, University Press of America, Lanham 1987, ISBN 0-8191-6450-X
  • Disarming diplomat. The memoirs of Gerard C. Smith, arms control negotiator, Madison Books, Lanham 1996, ISBN 978-1-56833-0-624
in deutscher Sprache:
  • Ein Rahmenentwurf für die Kontrolle der Kernwaffen, Mitautoren Paul C. Warnke, John B. Rhinelander, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, 1983

Literatur

  • Henry Owen, John Thomas Smith II (Herausgeber): Gerard C. Smith. A career in progress, University Press of America, Lanham 1989, ISBN 978-0-81917-4-444
  • John Thomas Smith II (Herausgeber): Cars, energy, nuclear diplomacy and the law a reflective memoir of three generations, Rowman and Littlefield Publishers, Inc, Lanham 2012, ISBN 978-1-44222-0-119
Commons: Gerard C. Smith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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