Gerhard Hradil
österreichischer römisch-katholischer Geistlicher und Theologe; Zisterzienser; 66. Abt des Stiftes Heiligenkreuz
From Wikipedia, the free encyclopedia
Gerhard Hradil OCist (* 28. Oktober 1928 in Wien als Karl Hradil; † 12. April 2026 in Heiligenkreuz)[1] war ein österreichischer Priestermönch und der 66. Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz.

Leben

Karl Hradil war der älteste von vier Brüdern aus der Ehe von Josef und Helene Hradil. Er wuchs in Wien/Lainz auf und maturierte 1947 am Humanistischen Gymnasium in Hietzing. Am Hochfest Kreuzerhöhung im Jahr 1947 wurde er in das Noviziat des Stiftes Heiligenkreuz aufgenommen und nahm den Ordensnamen Gerhard an. Nach dem Studium am Heiligenkreuzer Institutum Theologicum empfing er am 23. November 1952 die Priesterweihe durch Theodor Kardinal Innitzer. Er war zunächst Kaplan in der Pfarre Heiligenkreuz und von 1955 bis 1959 Dekanatsjugenseelsorger. Seit 1959 war er Pfarrverweser in Trumau, bis er 1966 als Novizenmeister (bis 1982), Subprior und Spiritual in das Kloster zurückkehrte. Bis 1983 war er außerdem zu verschiedenen Zeiten Klerikerpräfekt, Kantor und Lateinprofessor. 1977 wurde er von Abt Franz Gaumannmüller zum Prior des Stifts ernannt. Von 1982 bis 1989 hatte er das Amt des Dechanten des Dekanates Heiligenkreuz inne.[1]
Am 10. Juni 1983 wurde Hradil zum Abt gewählt. Seine Abtsweihe fand am 10. Juli 1983 durch den Wiener Erzbischof Franz Kardinal König statt. 1984 bis 1989 war Hradil Vorsitzender der diözesanen Ordensoberenkonferenz und 1991 bis 1997 gewählter Präses der Österreichischen Zisterzienserkongregation. 1988 gründete er auf Wunsch des Essener Bischofs Franz Hengsbach das Priorat Stiepel in Bochum. Das Konventkapitel bestimmte 1998 eine Verlängerung seiner Amtszeit, aber er resignierte aus gesundheitlichen Gründen am 11. Februar 1999.
Er wirkte von 1996 bis 1999 als Prior für die neugegründete Komturei Baden-Wiener Neustadt des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Der Großmeister des Ritterordens, Edwin Kardinal O’Brien, promovierte ihn am 21. September 2012 zum Komtur mit Stern (Großoffizier mit Stern).
Hradil diente nach seiner Emeritierung als Magister der Juniores, Spiritual und Exerzitienleiter; mit Erscheinen des Bandes 2011 gab er die Schriftleitung des Heiligenkreuzer Jahrbuches Sancta Crux nach jahrzehntelanger Arbeit in die Verantwortung jüngerer Mitbrüder.
Abt Hradil starb am Weißen Sonntag, den 12. April 2026 im 98. Lebensjahr.[2] Sein Pontifikalrequiem fand am 18. April in der Stiftskirche statt. Zu diesem Anlass waren Angehörigen, Ordensgemeinschaften und Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft anwesend. Er wurde auf dem Stiftsfriedhof bestattet.[3] Er war Ehrenbürger der Gemeinde Heiligenkreuz.[1]
Literatur
- Im Zeichen des Kreuzes. Geist und Leben in unserem Kloster Heiligenkreuz. Heiligenkreuzer Verlag, Heiligenkreuz 1990.
Weblinks
- Literatur von und über Gerhard Hradil im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gerhard Hradil in der Biographia Cisterciensis
- Eintrag zu Gerhard Hradil auf Orden online