Gerhard Joseph Karsch
deutscher Maler und Inspektor der Gemäldegalerie Düsseldorf
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Gerhard Joseph Karsch (* 1661 in Münster, Hochstift Münster;[1] † Oktober 1753 in Düsseldorf, Herzogtum Jülich-Berg) war ein deutscher Maler und Inspektor der Gemäldegalerie Düsseldorf.
Leben

Karsch war ab 1690 in den Diensten des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz und ab 1716 in den Diensten des Kurfürsten Karl III. Philipp von der Pfalz in Düsseldorf tätig. Auf Kosten seines Dienstherrn reiste er im Jahr 1700 zu einem Studienaufenthalt nach Rom.[2] Er blieb hier bis Sommer 1703 und malte für seinen Gönner unter Anleitung Benedetto Lutis einen Jonas auf dem Meer und einen Adonis.
Aus Italien zurückgekehrt, wurde er mit der Aufsicht über die kurfürstliche Gemäldesammlung beauftragt. Auch schuf er um 1711 für Wände und Plafond des Treppenhauses der ab etwa 1705 errichteten Düsseldorfer Gemäldegalerie monochrome mythologische Darstellungen.[3] Erst unter Kurfürst Karl III. Philipp mit dem Titel eines Hofkammerrats zum Kustos und Konservator der kurfürstlichen Schatzkammer und zum Inspektor der etwa 1711 eingerichteten Düsseldorfer Gemäldegalerie ernannt, verfasste er nach dem Tod des Kurfürsten Johann Wilhelm (1716) bis zum Jahr 1719 den ersten Katalog der Galerie.[4] In diesem Werk zählte er 341 Gemälde auf, die auf fünf Räume der Galerie verteilt waren. Der Schwerpunkt der von ihm verwalteten Sammlung lag auf dem Œuvre von Peter Paul Rubens. Die Düsseldorfer Rubenssammlung war neben der Rubenssammlung des spanischen Königs die größte und bedeutendste ihrer Zeit.
Das Historische Museum Düsseldorf nahm sechs seiner mythologischen Gemälde in die Sammlung auf. Drei seiner Gemälde gelangten in den Besitz des Wallraf-Richartz-Museums Köln (Simson und Delila, Magdalena und Sitzendes Weib, dem ein Mann Trauben reicht).
1712 heiratete er Maria Jacobe Habliz, die zwei Söhne und eine Tochter gebar. Seine Tochter Anna Isabella heiratete den aus Tirol gebürtigen Elfenbeinschnitzer Ignatius Elhafen (eigentlich Elhoffer, 1658–1715). Seinen sechsjährigen Sohn Joseph Wilhelm (1715/16–1755), der ebenfalls ein Maler wurde, ließ er 1722[5] zu seinem Nachfolger als Galerieinspektor berufen.[6] Karsch wurde am 29. Oktober 1753 in der Düsseldorfer Kreuzherrenkirche begraben.[7] Bald nach dem Tod seines Sohns wurde 1756 unter Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Bayern als nächster Düsseldorfer Galerieleiter Lambert Krahe berufen.
Literatur
- Karsch, Gerhard Joseph. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 19: Ingouville–Kauffungen. E. A. Seemann, Leipzig 1926, S. 571 (biblos.pk.edu.pl).