Gerhard Markwald

deutscher Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerhard Markwald (* 12. März 1925 in Heydebreck; † 20. März 1990[1]) war ein deutscher Bildhauer.

Leben und Werk

Markwald wurde nach dem Abschluss der Volksschule 1939 zum Reichsarbeitsdienst einberufen und nahm dann als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Seine Familie kam in der Folge des Krieges aus Schlesien in die Sowjetische Besatzungszone, wohin Markwald nach der Entlassung aus der Gefangenschaft ebenfalls ging. Er arbeitete von 1946 bis 1949 als Maurer und studierte von 1950 bei Siegfried Tschierschky an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar und anschließend bis 1953 bei Eugen Hoffmann an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ab 1953 war er im Kreis Bitterfeld, wohl in Raguhn, als freischaffender Künstler tätig.[2] Markwald schuf als Auftragswerke eine bedeutende Anzahl von Plastiken für den öffentlichen Raum, darunter Arbeiterdarstellungen im typischen Stil des Sozialistischen Realismus der 1950er/1960er Jahre, außer in Bitterfeld u. a. in Aschersleben, Berlin, Cottbus, Dresden, Dessau, Ilmenau und Wittenberg.

Neben seiner künstlerischen Arbeit leitete er ab 1955 den Plastik-Zirkel im VEB Filmfabrik Wolfen, „dem Werkzeugmacher, Chemiefacharbeiter, Angestellte und Hausfrauen angehörten“ und dessen Teilnehmer „zu einer für das bildnerische Volksschaffen beachtlichen künstlerischen Reife“ gelangten.[3]

Markwald war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Markwald verließ später zeitweise die DDR. Der Zeitpunkt konnte bisher nicht bestimmt werden, da die Angaben einander widersprechen.

Ehrungen

Weitere Werkbeispiele

  • Frieden für unsere Äcker (um 1953, Vorarbeit für eine Plastikgruppe, Gips, Höhe 170 cm; auf der Dritten Deutsche Kunstausstellung)
  • ABF-Studentin; auch Bauernstudentin (um 1960, Sandstein, Höhe 2,40 m; vor dem Haupteingang des Gebäudes der damaligen Arbeiter- und Bauernfakultät Dresden)[5]
  • Chemiearbeiterin (1964; Bitterfeld-Wolfen, vor dem Rathaus in Wolfen)[6][7]
  • Schulisches Leben (1966; Figurengruppe, Kunststein, 1,10 × 4,10 m; Wolfen-Nord, Straße der Chemiearbeiter, Freifläche vor neu erbauter damaliger Oberschule[8])[9]
  • Singende Kinder (um 1969; Dreiergruppe; Bitterfeld-Wolfen, OT Wolfen, Puschkinstr. 3)[10]
  • Bergarbeiter (um 1960, Zweifigurengruppe; Betonguss; heute in Holzweißig)[11]
  • Bodenturnerin (vor 1974, Bronze, Höhe 16 cm)
  • Margot (vor 1974, Terrakotta, Höhe 18 cm)
  • Extratour (vor 1974, Terrakotta, Höhe 26 cm)
  • Wandbild (1977–1978, mit Bernhard Franke; Keramikwandbild mit fünf Medaillons; Bitterfeld-Wolfen, OT Bitterfeld, Markt 1)[12]
  • Brunnen (geschaffen 1968–1969, aufgestellt 1978, mit Bernhard Franke; Bitterfeld-Wolfen, OT Wolfen)[13]
  • Brunnen (1987, mit Eberhard Rolle; Dreiergruppe auf Brunnensäule; Bitterfeld-Wolfen, OT Greppin, Lindenplatz)[14]

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

  • 1953: Dresden, Dritte Deutsche Kunstausstellung
  • 1965: Frankfurt/Oder, Rathaus („Kunstpreisträger des FDGB“)
  • 1969: Halle, Bezirkskunstausstellung
  • 1973: Dessau-Mosigkau, Orangerie („Bildhauer des Bezirks Halle“)

Literatur

  • Markwald, Gerhard. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. 250 (Textarchiv – Internet Archive Leseprobe).
  • Markwald, Gerhard. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 572/573.
  • Kunstpreisträger des FDGB: Ausstellung, 7. Arbeiterfestspiele. Frankfurt/Oder 1965, S. 202.
Commons: Gerhard Markwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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