Gerhard Schoder

deutscher Kommunalpolitiker (Bündnis 90/Die Grünen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerhard Schoder (* 1981 in Neuburg an der Donau) ist ein deutscher Kommunalpolitiker (Bündnis 90/Die Grünen). Durch seinen Sieg in der Stichwahl am 22. März 2026 ist er designierter Oberbürgermeister der oberbayerischen Kreisstadt Neuburg an der Donau.[1][2]

Lebenslauf

Gerhard Schoder wuchs in Neuburg an der Donau auf. Nach dem Abitur am Descartes-Gymnasium im Jahr 2000 leistete er Zivildienst, bevor er ein Studium der Informatik an der Universität Ulm aufnahm, das er 2006 mit dem Diplom abschloss.[3]

Berufliche Stationen führten Schoder unter anderem in die Vereinigten Staaten. In New York City war er an der Entwicklung eines IT-Systems im Umfeld der Federal Reserve beteiligt. Anschließend arbeitete er in Washington, D.C. an einem Projekt für das US-Finanzministerium, bei dem Software zur Auswertung wirtschaftlicher Daten entwickelt wurde.[3]

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war Schoder in der Privatwirtschaft tätig, unter anderem in leitender Funktion mit Prokura in München. Später machte er sich als Unternehmensberater selbständig und berät Unternehmen, insbesondere aus der Automobilindustrie und deren Zulieferumfeld.[3]

Schoder lebt in Neuburg an der Donau und ist verheiratet sowie Vater von vier Kindern.[3]

Politische Laufbahn

Schoder war über mehr als zehn Jahre Mitglied der Christlich-Sozialen Union (CSU) und trat 2018 aus der Partei aus. Im Jahr 2019 schloss er sich Bündnis 90/Die Grünen an. Bei der Kommunalwahl 2020 kandidierte er für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Neuburg an der Donau. Im ersten Wahlgang erreichte er 22,4 % der Stimmen und zog in die Stichwahl ein. In dieser unterlag er dem Amtsinhaber Bernhard Gmehling (CSU) mit 41,2 % der Stimmen.[4][5]

Seit 2020 ist Schoder Mitglied des Stadtrats von Neuburg an der Donau sowie Kreisrat im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Im Stadtrat gehört er der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen an, deren Vorsitz er innehat, und ist Referent für Innovation und Digitales sowie Mitglied im Ältestenrat. Im Kreistag ist er Mitglied im Bauausschuss und im Umweltausschuss.[6]

Juni 2025 nominierten SPD und Grüne Schoder gemeinsam als ihren Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt. Dieser Vorschlag wurde von der stimmberechtigten Basis der Parteien mit 100% Zustimmung angenommen.[7][8]

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2026 trat Schoder erneut an. Im ersten Wahlgang erreichte er mit 38,4 % die Mehrheit der Stimmen und zog in die Stichwahl ein. Noch am selben Abend sprach sich unterlegene Wähler Initiative Neuburg-Donau (WIND)-Kandidatin Franziska Hildebrandt öffentlich für Gerhard Schoder in der Stichwahl aus[9]. Der ebenfalls unterlegene FDP-Kandidat und geschäftsführende Landrat Peter von der Grün sprach sich vor dem Stichwahltag ebenfalls für Schoder aus.[10] Die Freien Wähler Neuburg und deren unterlegener Kandidat Florian Herold hielten sich nach der Wahl neutral, sprachen sich aber kurz vor dem Wahlstichtag ebenfalls wie die Neuburger AfD für Matthias Enghuber (CSU) aus[11].

In der Stichwahl setzte Schoder sich mit 58,8 % der Stimmen gegen den Matthias Enghuber durch und wurde zum Oberbürgermeister der Stadt Neuburg an der Donau gewählt.[1] Die Partei Bündnis 90/ Die Grünen ist somit durch das Nachrücken von Lena Rein aus der grünen Liste die zweitgrößte Fraktion im Neuburger Stadtrat.

Siehe auch

Einzelnachweise

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