Gerhard Stäblein
deutscher Geograph und Polarforscher
From Wikipedia, the free encyclopedia
Gerhard Stäblein (* 2. April 1939 in Landau in der Pfalz; † 30. Oktober 1993) war ein deutscher Geograph und Polarforscher.
Leben und Wirken
Gerhard Stäblein stammt aus der Familie eines Studienrats für die Fächer Chemie, Biologie und Geographie.[1] Nach dem Abitur 1959 in Landau studierte Gerhard Stäblein Mathematik, Physik und Geographie an den Universitäten Tübingen, Berlin und Würzburg. Nach dem Staatsexamen für den höheren Schuldienst 1965 promovierte er im Bereich der Geomorphologie 1968 mit dem Thema Reliefgenerationen der Vorderpfalz. Geomorphologische Untersuchungen im Oberrheingraben zwischen Rhein und Pfälzer Wald an der Universität Würzburg bei Julius Büdel zum Dr. rer. nat.[2]
Nach zwei Jahren habilitierte er sich 1970 für Geographie mit der Arbeit Grobsediment-Analyse als Arbeitsmethode der genetischen Geomorphologie und wurde im gleichen Jahr als Hochschullehrer (Professor) an der Universität Marburg berufen.[3] Im Jahr 1975 übernahm Stäblein eine ordentliche Professur für Physische Geographie an der Berliner Freien Universität. Im Jahre 1986 folgte er einem Ruf auf einen Lehrstuhl an der Universität Bremen. Stäblein nahm an mehreren Forschungsexpeditionen teil und arbeitete vor allem im Bereich der Polarforschung (Arktis und Antarktis).
Über das Privatleben von Gerhard Stäblein ist in der Öffentlichkeit nichts bekannt. Mit dem bekannten Theologen Christian Stäblein ist er nicht verwandt.
Ehrungen
Der Stäbleinsee auf der Antarktischen Halbinsel ist nach Gerhard Stäblein benannt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- (mit Oskar Reinwarth): Die Kryosphäre. Das Eis der Erde und seine Untersuchung (= Würzburger geographische Arbeiten, Bd. 36). Geographisches Institut der Universität Würzburg 1972.
- (Hrsg.): Geomorphologische Detailaufnahme. Inst. f. Physische Geographie d. Freien Univ. Berlin, Berlin 1978.[4]
- (Hrsg.): Grundvorstellungen und Entwicklungen der Geomorphologie (= Zeitschrift für Geomorphologie, Supplement, Bd. 50). Borntraeger, Berlin/Stuttgart 1984, ISBN 3-443-21050-3.
- Periglaziale Mesoreliefformen und morphoklimatische Bedingungen im südlichen Jameson-Land, Ost-Grönland (= Ergebnisse der Ostgrönland-Expedition 1980 der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Bd. 2). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, ISBN 3-525-82115-8.
- (Hrsg.): Beiträge zur geowissenschaftlichen Spitzbergen-Expedition 1990 (SPE 90) "Stofftransporte Land-Meer in polaren Geosystemen". Universität Bremen 1991, ISBN 3-88722-267-9.
- (Hrsg.): Glacial and polar geomorphology (= Geomorphology and geoecology, Bd. 8). Borntraeger, Berlin/Stuttgart 1992, ISBN 3-443-21086-4.
- (mit Jürgen Ehlers u. Belinde Stieve): Sturmfluten und ihre Spuren in unbedeichten Salzmarschen des Wattenmeeres. Universität Bremen 1994, ISBN 3-88722-327-6.
Weblinks
- Gerhard Stäblein. In: Viktor Carl: Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten. 3. überarb. Aufl. Hennig, Edenkoben 2004, S. 845, ISBN 3-9804668-5-X (mit biografischen Daten u. Foto)
- Wolf-Dieter Blümel: In memmoriam Gerhard Stäblein, Physiogeograph und Polarforscher. In: Polarforschung, Bd. 62 (1992, ersch. 1994), H. 2/3, S. 145f. (PDF); ausführlicher Lebenslauf und Werdegang.