Germaine Acogny
senegalisch-französische Tänzerin und Choreografin
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Germaine Acogny (geboren 28. Mai 1944 in Porto-Novo, Benin) ist eine senegalisch-französische Tänzerin und Choreografin.[1][2]
Germaine Acogny verbindet traditionelle westafrikanische Tänze mit zeitgenössischen westlichen Tanzformen im Rahmen einer Pädagogik, die auf einer aktiven Spiritualität basiert. Das Magazin Jeune Afrique zählte sie 2014 zu den 50 einflussreichsten afrikanischen Persönlichkeiten weltweit.[3]
Leben
Germaine Acogny ist die Tochter von Togoun Servais Acogny, einem senegalischen Kolonialbeamten und Autor der Récits d’Aloopho, dem sie in ihrem Stück À un endroit au début Tribut zollt.[4][5] Im Jahr 1948 zog die Familie von Benin in den Senegal.[6]
Germaine Acogny absolvierte in Dakar eine Ausbildung zur Sportlehrerin und entdeckte 1962 an der Sportschule Simon-Siégel in Paris den klassischen Tanz für sich.[6] 1968 gründete sie in Dakar ihre erste Tanzschule.[7][8]
Zwischen 1977 und 1982 war Germaine Acogny künstlerische Leiterin der von Maurice Béjart und Léopold Sédar Senghor in Dakar gegründeten Schule Mudra Afrique.[9] 1980 veröffentlichte sie ihr Buch La Danse africaine, das in drei Sprachen erschien.[7] Nach der Schließung von Mudra Afrique unterrichtete sie in L’Isle-Jourdain, in der Nähe von Toulouse, zog dann mit der Compagnie von Maurice Béjart nach Brüssel und organisierte internationale Workshops für afrikanischen Tanz.[10] 1985 gründete sie zusammen mit ihrem Ehemann Helmut Vogt das „Studio-École Ballet-Théâtre du 3e Monde“ in Toulouse.[11]
1995 beschloss Germaine Acogny, in den Senegal zurückzukehren, und gründete 1998 den Verein Jant-Bi / l'École des Sables für traditionelle und zeitgenössische afrikanische Tänze und veranstalte Workshops für afrikanische Tänzer und Choreographen.[8] 1997 wurde sie zur künstlerischen Leiterin der Tanzabteilung von „Afrique en Création“ in Paris und der „Rencontres chorégraphiques de danse africaine contemporaine“ ernannt, eine Funktion, die sie bis September 2000 ausübte. Der Bau der École des Sables wurde im Juni 2004 abgeschlossen.[8]
Im Jahr 2014 schuf der Choreograf Olivier Dubois ein Solo für Germaine Acogny Mon élue noire – Sacre #2 zur Originalmusik von Le sacre du printemps.[12]
Im Jahr 2025 konzipierte Germaine Acogny für das Pariser Théâtre des Champs-Élysées ein Solo mit dem Titel Joséphine, das Josephine Baker gewidmet ist, und inszenierte Le Sacre du printemps in der Fassung von Pina Bausch mit ihren Tänzern der École des Sables.[13]
Im Jahr 2025 erschien der Kino-Dokumentarfilm Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes von Greta-Marie Becker. Der Film zeichnet ein Porträt von Germaine Acogny und wirft einen Blick zurück auf ihre mehr als 50-jährige Karriere als Tänzerin und Tanzlehrerin.[14]
Choreografien (Auswahl)
- 1987: Sahel (Solo)[7][8]
- 1994: Yewa, Eau sublime[10]
- 2004: Fagaala, (Choreografie zusammen mit Kota Yamasaki; dem Völkermord in Ruanda gewidmet)[15]
- 2007: Les Écailles de la mémoire mit Jawole Willa Jo Zollar
- 2007: Waxtaan (kritischer Blick auf die Macht)[7]
- 2016: À un endroit au début, Inszenierung Mikaël Serre[16][17]
- 2022: Common Ground(s) gefolgt vom Sacre du Printemps von Pina Bausch[18]
- 2023: Dialaw Project, Inszenierung Mikaël Serre[19]
- 2025: Joséphine[13]
Veröffentlichungen
- Danse africaine, Weingarten, 1980
- Danse africaine: = Afrikanischer Tanz. 4. Auflage. Kunstverl. Weingarten, Weingarten 1994, ISBN 978-3-8170-4005-6.
Preise und Auszeichnungen
- 2007: Bessie Award (Contemporary Dance and Performance Award, New York) mit Kota Yamasaki für Fagaala[20]
- 2009: Commandeur des französischen Ordre des Arts et des Lettres
- 2014: Aufnahme in die Liste der 50 einflussreichsten afrikanischen Persönlichkeiten des Magazins Jeune Afrique[3]
- 2018: Bessie Award (Contemporary Dance and Performance Award, New York) für Mon élue noire – Sacre #2[21]
- 2021: Goldener Löwe für Tanz für ihr Lebenswerk bei der Biennale di Venezia[22]
- 2023: Grand prix der Académie des beaux-arts in der Kategorie Choreografie[23]
- Chevalier des senegalischen Ordre national du Lion