German-Austrian Digital Media Observatory
Vereinigung von Faktencheck-Organisationen
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Das German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) ist eine im November 2022 gegründete supranationale Vereinigung von Faktencheck-Organisationen, die sich die Bekämpfung von Desinformation im deutschsprachigen Raum zum Ziel gesetzt hat. Die Finanzierung erfolgt durch die Europäische Union. Wissenschaftliche Unterstützung erhält die GADMO von Forschern der Technischen Universität Dortmund, des Austrian Institute of Technology sowie des Athens Technology Center.[1]
Ziele
Die Ziele der GADMO sind:[1]
- Der Öffentlichkeit Faktenchecks besser zugänglich zu machen und ihre Sammlung an einem zentralen Ort
- Identifikation und wissenschaftliche Untersuchung von Desinformationskampagnen
- Langfristig die Förderung der Medienkompetenz in Österreich und Deutschland
Ein unabhängiger Beirat (Advisory Board) begleitet das Projekt und überwacht die Einhaltung seiner Richtlinien und Grundsätze.[2]
GADMO ist Teil des europaweiten Netzwerks des European Digital Media Observatory (EDMO). EDMO wurde 2020 gegründet, um die Ergebnisse von Faktencheckorganisationen, der Forschung sowie von einzelnen Experten im Kampf gegen Desinformation zu bündeln. Das Netzwerk besteht inzwischen aus 14 regionalen Zentren, die alle Länder der EU abdecken.[3]
Aufgaben
Die vier Faktencheck-Partner haben jeweils eine eigenständige Faktencheck-Redaktion, die vom International Fact-Checking Network (IFCN) zertifiziert ist. Diese Redaktionen arbeiten weiterhin unabhängig voneinander an der Überprüfung von Tatsachenbehauptungen und erstellen Faktenchecks zum Wahrheitsgehalt der Aussagen. Die GADMO dient dabei dem Austausch zwischen den Partnern und stellt deren Ergebnisse auf ihrer Internetseite der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mehrere Forschungsteams arbeiten zudem an der Entwicklung von Assistenzsystemen, die manipulierte Bilder und Videos schneller erkennen sollen, an der Analyse der Verbreitungsdynamik von Desinformationskampagnen, um typische Muster zu ermitteln, welche die Erkennung zukünftig erleichtern sollen sowie an der Evaluierung von Faktenchecks der Projektpartner, um diese zu optimieren.[4][5] Durch zielgruppengerechte Kampagnen und Veranstaltungen soll die Medienkompetenz in Deutschland und Österreich gestärkt werden.[6]
Partner
Die Aufgaben der beteiligten Organisationen sind wie folgt verteilt:[7]
- Koordinator:
- Technische Universität Dortmund (Institut für Journalistik sowie Fakultät Statistik)
- Faktencheck-Partner:
- Agence France-Presse (AFP)
- Austria Presse Agentur (APA)
- Correctiv
- Deutsche Presse-Agentur (dpa)
- Forschungs-Partner:
- Austrian Institute of Technology (AIT)
- Technischer Partner:
- Athens Technology Center (ATC)
Beirat
Dem Advisory Board gehören an (Stand: November 2025):[2]
- Maren Beaufort, Forscherin am österreichischen Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC)
- Ingrid Brodnig, österreichische Journalistin und Digitalexpertin
- Josef Holnburger, Geschäftsführer CeMAS – Center für Monitoring, Analyse und Strategie
- Meike Isenberg, Leiterin der Gruppe „Intermediäre und Forschung“ in der Abteilung Medienpolitik und Innovation der Landesanstalt für Medien NRW
- Cornelius Puschmann, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI), Universität Bremen
- Stefan Rauschenberger, Leiter der Rechtsabteilung Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) in Wien
- Juliane von Reppert-Bismarck, Journalistin und Gründerin der Organisation Lie Detectors
- Jochen Spangenberg, stellvertretender Leiter des Bereichs Forschungs- und Kooperationsprojekte der Deutschen Welle (DW)
Weblinks
- GADMO-Website
- Norbert Häring: Das Beziehungsgeflecht der Mediengleichrichtung grafisch veranschaulicht (Digitalisat)