Germknödel
Mehlspeise in der österreichischen und bayrischen Küche
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Germknödel (Im österreichischen Deutsch, sowie in den bairischen Dialekten: Germ = Hefe), in manchen Regionen bekannt als „süße Klöße“, sind eine Art von Dampfnudeln, einer Mehlspeise, die in der österreichischen, böhmischen und bayerischen Küche verbreitet ist. Sie sind eine Zubereitungsvariante von Hefeklößen.[1]


Herkunft
Über Böhmen fanden Germknödel den Weg nach Wien und Österreich. Vermutet wird das 18. Jahrhundert, in dem zahlreiche böhmische Köchinnen bei Wiener Bürgern als Bedienstete arbeiteten.[2] Nach 1800 wurde Zucker günstiger (Herstellung aus Zuckerrüben), sodass die süßen Knödel Verbreitung finden konnten. In österreichischen Kochbüchern sind die Knödel ab dem 19. Jahrhundert dokumentiert und werden ab 1880 als alltägliches Gericht bezeichnet.[3]
Zubereitung, Varianten
Germknödel sind große, halbkugelförmige Knödel aus Hefeteig, die mit Powidl (Pflaumenmus) gefüllt serviert werden.[2] Germknödel werden – ähnlich wie Marillenknödel, aber ohne Marillen als Inhalt – in gesalzenem Wasser gekocht oder über kochendem Wasser gedämpft.[2] Nach dem Garen und kurz vor dem Servieren der warmen Speise werden sie in der klassischen Zubereitungsart mit zerlassener, gebräunter Butter übergossen und mit einer Mischung aus gemahlenem Mohn und Staubzucker (Mohnzucker) bestreut.[2]
Wegen ihrer Größe werden Germknödel meist als Hauptspeise serviert.[4]
Weitere Varianten sind das Übergießen mit Vanillesauce[2] oder die Verwendung anderer Füllungen, vor allem mit Heidelbeeren.[5]
Verkauf
Germknödel kann man als Fertiggericht kaufen, meist mit Graumohn und Butter. Sie werden oft in der Alpenregion auf Skihütten angeboten und können bei Konditoren in Österreich vorbestellt werden, traditionell für Freitage (Fastentage).[2]
Siehe auch
- Hüdel (Friesland)
Literatur
- Irmtraud Weishaupt-Orthofer: "Unsere süße Küche: Österreichs beste Rezepte" 2014, ISBN 3-7020-1447-0
- Erhard Spacek: Die neue böhmische Küche ... und Weine aus Böhmen und Mähren. Amalthea, Wien 2005, ISBN 3-85002-545-4.
- Franz Maier-Bruck: Das große Sacher Kochbuch. 1975, ISBN 3-7796-5070-3, S. 498.
- Andrea Karrer: Germknödel in Karrers köstliche Küche, 2023, ISBN 978-3-99103-142-0, S. 444.
Weblinks
- Knödel allgemein:Varianten. Eintrag Nr. 184 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.