Germán Vargas Lleras

kolumbianischer Rechtsanwalt und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Germán Vargas Lleras (* 19. Februar 1962 in Bogotá; † 8. Mai 2026 ebenda) war ein kolumbianischer Politiker. Zunächst Senator der Liberalen Partei war er 1998 Mitbegründer der liberalkonservativen Partei Cambio Radical. Von 2007 bis 2010 war er Vorsitzender der Partei, für die er auch bei den Präsidentschaftswahlen 2010 und 2018 kandidierte.

Germán Vargas Lleras (2004)

Unter Präsident Juan Manuel Santos diente Vargas Lleras von 2010 bis 2012 als Innen- und Justizminister, anschließend bis 2013 als Minister für Wohnungsbau, Stadt- und Raumplanung sowie von 2014 bis 2017 als Vizepräsident Kolumbiens.

Biografie

Ausbildung

Germán Vargas Lleras war der Enkel des ehemaligen Präsidenten Carlos Lleras Restrepo. Nachdem Vargas Lleras seine Schulausbildung an mehreren Privatschulen in Bogotá begonnen hatte, wie dem Liceo Francés de Bogotá und Gimnasio Campestre, beendete er seine Höhere Bildung am Gimnasio José Joaquín Casas, einer Einrichtung von Jaime Leal González und seiner Familie. Nach dem Abschluss studierte Vargas Lleras an der Georgetown High School in Washington, D.C. und schloss sein Studium an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universidad del Rosario ab,[1] wo er einen akademischen Grad in Rechtswissenschaften erhielt. Weitere Studien erfolgten am Institut Ortega y Gasset der Universität Complutense Madrid in Spanien, wo er Politikwissenschaft und Öffentliche Verwaltung studierte.

Politische Karriere

Vargas Lleras stieg schon früh im Alter von 30 Jahren in die Politik ein, zunächst als Stadtrat in Bojacá, einem kleinen Dorf wenige Kilometer westlich von Bogotá in Cundinamarca, und von 1992 bis 1998 als Stadtrat von Bogotá für die Partido Liberal Colombiano, die er 2002 wieder verließ. Später war er zwölf Jahre und drei Legislaturperioden Kongressabgeordneter (1988–1990; 1992–1994; 1994–1998) sowie während acht Jahren ein enger Verbündeter, zunächst von Álvaro Uribe und zuletzt von Juan Manuel Santos, dem er als „rechte Hand“ diente. Von 1998 bis 2008 war er im Senat, 2003 wurde er zu dessen Präsident gewählt.

Germán Vargas Lleras hat politische Bewegungen gefördert und geführt, deren Namen Veränderungen versprechen, wie Nuevo Liberalismo (Neuer Liberalismus, 1981) und Cambio Radical (Radikale Veränderung, 2003), sich aber im Rahmen des liberalkonservativen Spektrums bewegen. So blieb er immer ein aktives Mitglied der traditionellen Nomenklatura Kolumbiens.

Mordanschläge

Vargas Lleras überlebte drei Mordanschläge. Eine Briefbombe explodierte 2002 in seinen Händen, wobei er zwei Finger verlor. Am 10. Oktober 2005 wurde auf ihn mit einer Autobombe ein Anschlag verübt, vermutlich von der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), aus dem er unverletzt herauskam. Im selben Jahr kam eine weitere Briefbombe dazu, die aber zuvor abgefangen wurde. 2008 verließ er den Senat, um mit seiner Partido Cambio Radical[2] eine erste Präsidentschaftskandidatur in 2010 vorzubereiten.

Kandidat Präsidentschaft 2018

2017 schied er aus der Regierung aus, um 2018 als Kandidat bei der Wahl zum Staatspräsidenten anzutreten. Im ersten Wahlgang wurde er abgeschlagen Vierter.

Krankheit und Tod

Während seiner Amtszeit als Vizepräsident Kolumbiens wurde bei Vargas Lleras nach einem öffentlichen Zusammenbruch ein gutartiger Hirntumor entdeckt, der operativ entfernt wurde. Später litt er unter einer Krebserkrankung, unterzog sich 2025 in Bogotá einem geplanten neurochirurgischen Eingriff und verbrachte anschließend einige Monate zur Behandlung in Houston. Trotz gegenteiliger Spekulationen entschied er sich gegen eine erneute Präsidentschaftskandidatur und trat auch beim Parlamentswahlkampf 2026 kaum in Erscheinung. Er starb am 8. Mai 2026 in Bogotá im Alter von 64 Jahren.[3][4]

Einzelnachweise

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