Gershom Schocken
israelischer Journalist und Politiker
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Gershom Schocken (hebräisch גרשום שוקן; geboren als Gustav Schocken 29. September 1912 in Zwickau; gestorben 20. Dezember 1990 in Tel Aviv) war ein israelischer Zeitungsverleger und Politiker deutscher Herkunft.


Leben
Gustav Schocken war der älteste Sohn des deutschen Unternehmers Salman Schocken und der Zerline Ehrmann, er hatte vier Geschwister. Schocken studierte ab 1932 Soziologie an der Universität Heidelberg. Er freundete sich mit Walter Gross an, den er später als Redakteur zu seiner Zeitung holte. Er emigrierte nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 nach Palästina. Seine Eltern und Geschwister folgten ihm 1934. Das Studium setzte er 1935/36 an der London School of Economics fort. Zurück in Palästina arbeitete er zunächst bei der Anglo-Palestine Bank. Er heiratete Shulamit Persitz (1916–1998), Tochter der zionistischen Politikerin Shoshana Persitz. Ihre Tochter Racheli Edelman wurde Verlegerin des israelischen Schocken-Verlags, der Sohn Hillel Schocken[1] wurde Architekt und der Sohn Amos Schocken[2] übernahm die Leitung der Zeitung Haʾaretz.
Im Jahr 1935 kaufte sein Vater die Zeitung Haʾaretz, und Schocken arbeitete seit 1937 bis zu seinem Ableben bei der Zeitung. Er wurde 1939 Direktor des Schocken Publishing House in Tel Aviv und Chef vom Dienst in der Zeitung. Von 1950 bis 1955 und 1960 bis 1962 war er außerdem Direktor der israelischen Nachrichtenagentur ITIM. In den 1950er und 1960er Jahren schrieb er auch als Nahost-Korrespondent für die britische Zeitung The Guardian.
Als Mitglied der Partei Miflaga Progresivit war er von 1955 bis 1959 Abgeordneter in der Knesset. Er war zeitweise Präsident des Rotary Clubs Tel Aviv.
Gedenken
Am 23. März 2023 wurden vor seinem ehemaligen Wohnort, Berlin-Zehlendorf, Limastraße 29, Stolpersteine für ihn und seine Familie verlegt.
Schriften (Auswahl)
- I will not see his like again : Remembering Salman Schocken (1968). In: Year-book / Leo Baeck Institute. Oxford: Oxford Univ. Press, ISSN 0075-8744. Bd. 67 (2022), S. 155–173
- Ich werde seinesgleichen nicht mehr sehen. Erinnungen an meinen Vater Salman Schocken, in: Der Monat, November 1968, S. 13–30
- Der Zeitungsmarkt und das führende Blatt „Haaretz“ (Schocken Verlag). Vom Geist des Zionismus getragen, in: Börsenblatt, 29. August 1978, S. 1780f.
Literatur
- Schocken, Gershom, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur 1980, S. 660
- Schocken, Gershom (Gustav). In: Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933: Ein biographisches Handbuch. 2. Auflage. Berlin : De Gruyter, 2020, S. 468
Weblinks
- Gershom Schocken, bei der Knesset (englisch)